Fünf Bildhauer, die dort mit ihren Arbeiten vertreten sind, schaffen nicht nur diese großen Plastiken, sondern Bildhauer-Werke im kleineren Format. Diese sind bis 21. Oktober in der Rathaus-Galerie zu sehen. Foto: Szymanski

Bei der Gartenschau sind sie überlebensgroß und faszinieren die Gäste – in der Rathausgalerie sind die Skulpturen nun im Kleinformat ausgestellt.

An den hoch aufragenden Skulpturen bei der Gartenschau kommen alle Besucher vorbei. Die Gäste staunen, berühren Stein und Stahl, machen Fotos.

 

Fünf Bildhauer, die dort mit ihren Arbeiten vertreten sind, schaffen nicht nur diese großen Plastiken, sondern Bildhauer-Werke im kleineren Format. Diese sind bis 21. Oktober in der Rathaus-Galerie zu sehen.

Bei der außerordentlich gut besuchten Vernissage nach der Kunstführung bei der Gartenschau stellten die Kuratoren Walter Meinlschmidt vom Kunsthaus, Heidrun Bucher-Schlichtenberger von der Galerie Kunstblick und Rudolf Greiner, Kunsthistoriker und Galerist, die Ausstellungstücke vor. Bucher-Schlichtenberger bescheinigte Renate Hofer aus Starnberg „große Kreativität“.

Veredlung der Natur mit formaler Eleganz

Hofer veredle die Natur und verleihe formale Eleganz. Die Bildhauerin verwendet für manche ihrer Plastiken Elbsandstein, mit dem die Dresdner Frauenkirchen erreichtet wurde, sowie den Mineralstein Serpentin und Alabaster aus Volterra.

Basilius Kleinhans aus Günzburg schaffe archaische Formen und verfolge das Ziel: Kunst ist Kommunikation. Der Bildhauer bevorzugt Bronze, die er patiniert, jedoch Teile mit 24-karätigem Blattgold versieht, damit sie das Sonnenlicht reflektieren, so Bucher-Schlichtenberger.

Vitali Safranov aus Omsk lebt und arbeitet unter anderem in Stuttgart. Er schaffte Tiere mit menschlichen Attributen und beziehe auch die Fauna mit ein, erzählte Greiner den Gästen. Ein wenig erinnerten die schmalen himmelwärts strebenden Bronze-Figuren, patiniert oder mit Gusshaut, an Werke von Giacometti.

Doch Safranov orientiere sich mitunter auch am sibirischen Schamanismus – eine von der Natur adaptierte Religion. „Magische Anziehungskraft“ besitzen laut Greiner diese Plastiken.

Kunst "auf hohem Niveau"

Walter Meinlschmidt stellte die Arbeiten von Faxe Müller vor. Dieser Künstler aus dem Spessart bezeichne seine Arbeiten als Keilkörper. Was wie in sich verschlungenes Holz von Betrachtern wahrgenommen werde, ist jedoch aus Cortenstahl mit seiner schützenden und spannend strukturierten Oberfläche geschaffen. Müllers Skulpturen entfalteten sowohl als große als auch als kleine Exponate eine edle und dynamische Wirkung.

Meinlschmidt stellte auch Arbeiten des Bildhauers aus dem Schwarzwald, Jeljko Rusic, vor. Dieser arbeite vor allem mit Holz wie die Figur im Rathaus des Mammutbaums. Das Netz, das den menschlichen Torso umgibt, sei nicht durch Patinierung entstanden. Vielmehr habe Rusic den rostroten Kern dieses seltenen Holzes herausgearbeitet. Der Kurator findet, dass dieser Bildhauer Kunst mit handwerklichen Techniken „auf hohem Niveau“ erschaffe.

Viel Applaus erhielt das Klarinetten-Ensemble der Jugendmusikschule mit Lina Rieger und Adrian Ullrich. Sie spielten Tonstücke von Mozart, Carl Richter und dem Jazz-Komponisten Heinz Both. Bürgermeister Ermilio Verrengia begrüßte eingangs die vielen Gäste, Künstler und Kuratoren. Die Skulpturen auf der Gartenschau und in der Rathaus Galerie stellten für ihn einen ganz besonderen Moment dar. Alle Arbeiten strahlten zudem „eine große Leidenschaft für die Kunst aus.“