Geigenvirtuosin Patricia Kopatchinskaja gilt als Tausendsassa – auch in ihrem gesellschaftlichen Engagement. Was macht ihr Spiel besonders? Antwort gibt ein Konzert in Stuttgart.
Tickets für großartige Konzerte im Jahr 2026 werden gerne zu Weihnachten verschenkt. Warum aber sich und seine Liebsten nicht schon zuvor beschenken? Zum Beispiel mit Karten für einen besonderen Abend am 1. Dezember? In der Meisterkonzert-Reihe der SKS Russ gastiert das Rotterdams Philharmonisch Orkest – mit Lahav Shani am Pult – designierter Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Die Ausnahmegeigerin Patricia Kopatchinskaja komplettiert die Besetzung.
Für Russ Klassik-Lenkerin Michaela Russ geht die Bedeutung über die künstlerische Qualität hinaus: „Beide Künstler“. sagt Michaela Russ, „Lahav Shani wie Patricia Kopatchinskaja, zeichnen sich durch großes Engagement nicht nur in ihrem jeweiligen Fach aus, sondern sind auch gesellschaftlich deutlich wahrnehmbare Persönlichkeiten mit klaren Haltungen zu den Themen und Herausforderungen unserer Zeit“. Tatsächlich sagt Patricia Kopatchinskaja: „In der Kunst geht es um die Spiegelung. Hier und jetzt, verbunden mit dem, was gerade passiert in der Welt. Und da passiert so wahnsinnig viel und leider nichts besonders Gutes derzeit.“
Was aber wird nun am 1. Dezember zu hören sein? „Zu Beginn“, verspricht Michaela Russ, „eine wunderbar unterhaltsame musikalische Charakterstudie zum „Hau-drauf-Romantiker“ und schillernden Held Cyrano de Bergerac aus der Feder des wichtigsten holländischen Komponisten der Spätromantik, Johan Wagenaar“. Es folge mit Ravels „Tzigane“ für Violine und Orchester „ein wahres Feuerwerk virtuoser Geigenkunst mit einem bewundernden Blick auf die Musik der Sinti und Roma, die einen großen Einfluss auf zahlreiche Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts hat“. Und schließlich Beethovens 3. Sinfonie „Eroica“ – eine Komposition, die Beethoven, so Michaela Russ, „ursprünglich Napoleon zueignen wollte, dann aber aus tiefster Enttäuschung über dessen Selbsternennung zum Kaiser und Wendung zum Despoten ohne Nennung eines Namens dem Gedenken an einen ,Grand’Uomo’ widmete“. Die „Eroica“, sagt Michaela Russ, „markiert einen Wendepunkt in Beethovens Schaffen und der Musikgeschichte – mit erkennbaren Vorausahnungen auf die Epoche der Romantik“.
Tickets für Patricia Kopatchinskaja gibt es ermäßigt ab 27 Euro
Los geht es am 1. Dezember im Beethovensaal der Liederhalle Stuttgart um 19.30 Uhr. Tickets zwischen 52 Euro und 132 Euro beziehungsweise ermäßigt zwischen 26 Euro und 66 Euro (Schüler und Studierende bis 27 Jahre) gibt es für ein „Programm mit allen Registern von der höchstklassigen Unterhaltung bis zur eindrucksvollen Sinfonik“ (Michaela Russ) über Russ-Klassik oder Easy Ticket.