Igor Levit spielt in Stuttgart Schostakowitschs Präludien und Fugen op. 87. Foto: Felix Broede/Felix Broede

Die Stuttgarter Konzertagentur Russ hat das Programm ihrer vier Klassik-Reihen in der Liederhalle vorgestellt und verraten, dass die strenge 2-G-Regel gelten wird. Was müssen Besucher ab Oktober beachten?

Stuttgart - Michaela und Michael Russ haben eine harte Zeit hinter sich. Die Coronapandemie hat ihnen eineinhalb Spielzeiten lang mächtig zugesetzt, ein Konzert nach dem anderen musste (teils mehrfach) verlegt oder abgesagt werden. Ab Oktober aber soll der Spielbetrieb in Stuttgart wieder anlaufen, und weil die SKS Russ ihre Besucher „bestmöglich schützen“ will, sollen ihre Konzerte nur für Geimpfte oder Genesene zugänglich sein. „Das Publikum“, so Michael Russ, „soll sich bei uns sicher fühlen, und mit einer strengen 2-G-Regel schützen wir auch Ungeimpfte, die sich sonst im Konzertsaal bei Geimpften oder Genesenen anstecken könnten.“

Als private Veranstalter können Vater und Tochter dies durchsetzen. Das wirtschaftliche Risiko (Michaela Russ: „Wir schneiden uns ins eigene Fleisch“) nehmen sie dafür in Kauf – und hoffen außerdem, dass die nächste Coronaverordnung des Landes bei niedrig bleibender Hospitalisierungsrate einen Veranstaltungsbesuch ohne Maske möglich machen wird. Immerhin ist nach der aktuellen Verordnung eine Vollbesetzung des Beethoven- und des Mozartsaals in der Liederhalle erlaubt.

Die beiden Orchesterreihen bieten nur sieben statt zehn Konzerte

Die Orchesterreihen „Meisterkonzerte“ und „Faszination Klassik“ sind in dieser Saison nur mit je sieben Konzerten bestückt; zu unwägbar sind derzeit noch die Reisebedingungen für Ensembles aus dem Ausland, deshalb finden sich im Programm auch mehr Künstler aus dem deutschsprachigen Raum als früher. Die Reduzierung der Konzertzahl in den beiden Orchesterreihen macht die Abos dabei nicht teurer – abgerechnet wird pro Einzelkarte, und im Vergleich zur Vorsaison sind die Preise gleich geblieben. Immerhin ist bei den „Meisterkonzerten“ je ein Abend mit dem London Philharmonic Orchestra, mit den St. Petersburger Philharmonikern und mit dem Royal Philharmonic Orchestra geplant, und zum Finale dieser Reihe hat sich die Junge Philharmonie aus Kolumbien unter Andrés Orozco-Estrada angesagt.

Die Kartenpreise sind stabil geblieben

Aufmerksamkeit verdient die mit der Kulturgemeinschaft Stuttgart organisierte Reihe „Faszination Klassik“ mit Konzerten der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg, der Amsterdam Sinfonietta sowie das Russ-Debüt der Dirigentin Alondra de la Parra und der Geigerin Maria Duenas, die mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen auftreten werden. Die neun „Meisterpianisten“ und die zehn Kammermusik-Konzerte werden ergänzt durch etliche Nachholkonzerte von 2020. So kann man unter anderen die Tastenvirtuosen Kit Armstrong, David Fray, Beatrice Rana, Arcadi Volodos, Daniil Trifonov (im Duo mit Sergej Babayan), Grigory Sokolov, Igor Levit, Seong-Jin Cho und Ivo Pogorelich hören. Und in der Kammermusik-Reihe gibt das Auryn-Quartett nach 40 aktiven Jahren das letzte Konzert seiner Abschiedstournee.

Zahlreiche Nachholkonzerte flankieren die Aboreihen

Für Fans von Anne-Sophie Mutter hat das Bemühen der Veranstalter um Nachholkonzerte die schöne Folge, dass sie der Geigerin in dieser Saison doppelt begegnen können: einmal gemeinsam mit dem Cellisten Maximilian Hornung und dem Pianisten Lambert Orkis (Mozart) und einmal bei einem Abend mit Stipendiaten ihrer Stiftung.

Karten/Informationen: 07 11 / 55 06 60 77 oder unter www.sks-russ.de

Saisonstart
Die Konzerte der SKS Russ beginnen am 20. Oktober mit dem nachgeholten Auftritt des Busch-Trios. Am 26. Oktober folgen „Mutter’s Virtuosi“, und am 28. startet mit Kit Armstrong die „Meisterpianisten“-Reihe.

Informationen/Karten
Über das Angebot informiert die Homepage www.sks-russ.de. Das Abonnementbüro ist telefonisch erreichbar unter 07 11 / 163 53 24, der Vorverkauf unter 07 11 / 55 06 60 77.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: