So sehen Sieger aus: Adrian Sell (Nummer 11-2) und seine deutschen Teamkollegen stehen als Weltmeister in Rasnov ganz oben auf dem Siegerpodest vor Norwegen und Japan. Foto: Klumpp

Skispringen Meßstetter Adrian Sell wird mit deutscher Springermannschaft Junioren-Weltmeister im rumänischen Rasnov.

Der Schwaben-Vierer fliegt am weitesten: Überraschend haben gestern die Skispringer des DSV den Mannschaftswettbewerb bei den Junioren-Weltmeisterschaften im rumänischen Rasnov gewonnen. Mit zum Gold-Team zählt auch der Meßstetter Adrian Sell.

Wegen der hohen Temperaturen mit starkem Tauwetter und der dadurch schwierigen Schanzenpräparierung hatten die Veranstalter das komplette Programm der Springer und Kombinierer nach vorne verlegt. So stand der Teamwettbewerb bei den Junioren bereits am gestrigen Mittwoch auf dem Programm.

Und wie aus Sicht des Schwäbischen Skiverbandes erhofft, erhielt im deutschen Quartett als Startspringer auch der 17-jährige Jonathan Siegel nach seinen Erfolgen der Vorwoche mit drei Medaillen bei den olympischen Winter-Jugendspielen nach der Nichtberücksichtigung im Einzelspringen seine Chance, die er auch zu nutzen wusste. Von einem kräftigen Aufwind unterstützt, segelte der Dürrenmettstetter gleich auf stolze 94 Meter und verschaffte Deutschland nach der ersten Gruppe als Zweiter nur knapp hinter dem Tschechen Viktor Polasek in eine gute Ausgangsposition. Enttäuschend dagegen der Auftritt der Slowenen, bei denen nicht nur Anze Lanisek (81,5 m) als direlter Kontrahent zum Auftakt weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

Stark präsentierte sich danach auch Adrian Sell vom SV Meßstetten, der schon im einzelwettbewerb mit Platz 13 und Sprüngen auf 91 und 88,5 Metern überzeugt hatte. Er brachte das DSV-Quartett mit seinen 89 Metern erstmals in Führung. Tim Fuchs (SC Degenfeld) mit 89,5 Metern baute den Vorsprung vor den mittlerweile auf Rang zwei vorgestoßenenen Norwegern weiter aus, ehe David Siegel mit bärenstarken 97 Metern den ersten Durchgang bendete. Deutschland führte zu diesem Zeitpunkt mit 442,2 Punkten vor Norwegen (430,5); das Team aus Japan (415), die tschechische Republik (408,2) und vor allem die beiden Mitfavoriten Slowenien (399,8) und Österreich (399,5) lagen auf den Rängen fünf und sechs bereits vorentscheidend zurück.

Die endgültige Entscheidung zugunsten des deutschen Vierers fiel im zweiten Durchgang bereits nach den ersten beiden Springern und damit den Youngstern im Team. Mit 97 Metern legte Jonathan Siegel eine Klasseweite vor und nahm Norwegens Marius Lindvik, bei den Jugend-Winterspielen in Lillehamer in der Vorwoche als Zweiter noch direkt vor ihm platziert, als Bester seiner Gruppe fast neun weitere Punkte ab. Den Sack fast schon zu machte Adrian Sell mit einem erneuten 89 Meter-Satz, dem Are Sumstadt (83 m) nichts entgegen zu setzen hatte und erneut 13 Zähler an die deutschen Jungadler abgeben musste. Als Tim Fuchs mit 85,5 Metern die Konkurrenz ebenfalls in Schach hielt, brachte David Siegel die deutsche Mannschaft, komplett gestellt von Startern des Schwäbischen Skiverbandes, mit seinem kürzesten Sprung der Junioren-Weltmeisterschaft von 89,5 Metern sicher nach Hause. Mit 866,7 Punkten siegte der DSV vor Norwegen (838,4) und Japan (820,9).

Mit zwei Goldmedaillen und Bronze im Mannschaftswettbewerb stellt der Schwäbische Skiverband mit dem 19-jährigen David Siegel den erfolgreichsten Spezialspringer der Titelkämpfe. Er übertraf damit auch den bereits im Weltcup erfolgreichen Slowenen Domen Prevc.

Neben einer Silbermedaille im Einzel holte der jüngere Bruder des Weltcup-Spitrzenreiters Peter Prevc in Rasnov den Sieg mit der Mixed-Mannschaft.