Hoffnungsträger oder WM-Tourist? Bei Stephan Leyhe (links) lief es in dieser Weltcup-Saison noch nicht rund. Foto: Daniel Karmann/dpa

Die erste Entscheidung der nordischen Ski-WM in Trondheim wird wohl ein skandinavisches Festspiel werden. Aber nicht nur die deutschen Langläufer werden es schwer haben.

Eine Überraschung war die Nominierung von Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher schon – dann aber auch wieder nicht.

 

Da sein Weltcup-Team seit Wochen – eigentlich bereits seit der Vierschanzentournee – extrem schwächelt, rutschte der in Hinterzarten wohnende Stephan Leyhe in das fünf Köpfe starke WM-Team, das auf der Schanze versuchen soll, das Unmögliche möglich zu machen – und trotz der Flaute in den Ergebnislisten in den Kampf um die Medaillen einzugreifen.

Optimistisch klingt der Routinier, der für den SC Willingen startet, aber nicht.

Stephan Leyhe hadert

„Es war bisher ein schwieriger Saisonverlauf für mich“, gibt er zu, „ich konnte im Weltcup nie zeigen, was eigentlich in mir steckt. Nur vereinzelt in Qualifikationsspringen oder in den Trainingssprüngen ist mir das geglückt.“ Doch da steht der 33-Jährige nicht allein da.

Pius Paschke ganz gelassen

Längst ist der starke Start des zweiten Oldies, Pius Paschke, Vergangenheit. Auch der starke Auftritt im Schwarzwald verblasst. Zuletzt kam er nicht mehr annähernd an die Top Ten heran. „Mein Saisonstart war natürlich ein Wahnsinn. Das war schon cool, was da in den ersten Wochen passiert ist. Schade, dass es mir nicht gelungen ist, das aufrechtzuerhalten“, sagt der Ur-Bayer. Aber aus der Bahn werfen lässt er sich nicht, denn er bleibt – im Erfolg und Misserfolg – stets geerdet. „So ist die Situation eben jetzt.“

Derzeit ruhen die Hoffnungen eher darauf, dass Andreas Wellinger den Turnaround schafft. Oder dass Karl Geiger seine Form findet. „Der Blick ist nach vorne gerichtet. Wir wissen, dass wir das Potenzial haben“, sagt Geiger.

Die Schanze in Trondheim hat aber so ihre Tücken. Das mussten die Frauen bei ihrem ersten Training erfahren. Titelverteidigerin Katharina Schmid, auch seit Wochen auf Formsuche, belegte die Ränge 16, 22 und 25. Aufsteigerin Agnes Reisch aus Isny erging es mit den Plätzen 23, 17 und 16 kaum besser. Nur Selina Freitag konnte vorne mit eingreifen. Am Donnerstag (20.30 Uhr) steht die Qualifikation an, dann weiß man mehr.

Für die deutschen Langläufer, denen bei der Anreise 40 Gepäckstücke abhanden kamen, steht am Donnerstag (Finale um 12.30 Uhr) der Einzel-Sprint an. Nicht nur, weil im Vorfeld eine Erkältungswelle quasi das gesamte Team erwischt hat, stehen die Chancen auf eine Medaille mehr als schlecht. „Mit einer Einzelmedaille wird es sehr, sehr schwer“, weiß Bundestrainer Peter Schlickenrieder. Die größte Hoffnung, Laura Gimmler, kann nicht starte. „Ganz bitter“, sagt Schlickenrieder. Für sie und für das Team.