Premiere für Luca Roth: Der Skispringer aus Meßstetten landete zum ersten Mal in beiden Wettkämpfen unter den Top 30 und holte Weltcup-Punkte. Foto: Swen Pförtner/dpa

Während es bei Karl Geiger plötzlich wieder funktioniert, glänzt Luca Roth aus Meßstetten beim Weltcup in Willingen und sammelt fleißig Punkte.

Philipp Raimund jubelte bei der Siegerehrung, Andreas Wellinger war gleichzeitig erleichtert und euphorisiert. Und Luca Roth (Meßstetten) ballte die Faust. Die deutschen Skispringer sind kurz vor Olympia zurück in der Weltspitze.

 

„Es war ein sehr geiles Wochenende“, sagte Wellinger im ZDF, und der drittplatzierte Raimund erklärte resümierend: „Ein cooles Ergebnis. Willingen war schön für uns.“ Mit einem unerwarteten Schub reisen die zuletzt arg gebeutelten Adler des Deutschen Skiverbands nun nach Italien.

Und auch der in den Weltcup zurückgekehrte Luca Roth sorgte für gute Stimmung: Die Plätze 29 und 26 bedeuteten ein Anwachsen seines Weltcup-Punktekontos. „Die Mannschaftsleistung war deutlich besser als zuletzt“, freute sich auch Bundestrainer Stefan Horngacher.

Luca Roth hadert mit dem Glück

„Zweimal gepunktet, das ist mir bisher noch nie gelungen“, sagte Luca Roth. Aber ganz zufrieden war er nicht: „Es hat mir zweimal das Quäntchen Glück gefehlt, was man an diesem Wochenende gebraucht hätte“, um weiter vorn zu landen.

Lob vom Bundestrainer

„Es war enorm wichtig für uns, jetzt hier so ein Wochenende abzuliefern“, sagte Horngacher. Raimunds dritter Platz, Wellingers bestes Saisonergebnis mit Rang sechs am Samstag und der wieder verbesserte Felix Hoffmann machen Mut für den Saisonhöhepunkt.

Kurios: Ausgerechnet der nicht für Olympia nominierte Geiger hatte den deutschen Springern am Samstag mit Platz drei den ersten Einzel-Podestplatz im Jahr 2026 beschert. Bei ihm und vor allem bei Wellinger, der am Sonntag Achter wurde, sah man sofort die Effekte der unverhofften Leistung.

Überbordende Freude bei Andreas Wellinger

Wellinger jubelte, lachte und wirkte so glücklich wie lange nicht mehr beim Skispringen. Nach einem fulminanten Flug auf 150,5 Meter reckte er den Zeigefinger gen Himmel und grinste breit.

„Das tut extrem gut“

„Nach der langen beschissenen Saison endlich mal wieder so einen Wettkampf rauszuhauen, tut extrem gut“, hatte er mit Blick auf sich selbst und Teamkollege Geiger bereits am Samstag gesagt. „Das war unser bester Wettkampf in diesem Jahr“, erklärte Horngacher. In beiden Einzeln schafften es jeweils drei Deutsche in die Top Ten.

Ein unglaubliches Wochenende

Ein solches Ergebnis schien noch vor wenigen Tagen undenkbar. Auch Platz zwei im Mixed-Team am Freitag von Geiger, Raimund, Agnes Reisch und Selina Freitag zeigt den positiven Trend. „Das Gefühl wird wieder besser, Selbstvertrauen kommt rein“, sagte Hoffmann, der selbst Vierter und Zehnter wurde.

Der 28-Jährige, Raimund, Pius Paschke und Wellinger vertreten das deutsche Team bei den Winterspielen. Geiger hatte die Qualifikation verpasst. „Unglaublich“, sagte der Oberstdorfer nun zu seinem plötzlichen Leistungsschub. „Vom Podest war ich so weit weg die letzten Wochen.“

Luca Roth „happy“

Und auch Luca Roth zeigte sich „sehr happy. Das ist alles sehr positiv für mich.“ So kann es weitergehen.