Luca Roth überzeugt beim Weltcup im Skispringen in Sapporo an Tag 1 – kann seine Chance auf Weltcup-Zähler aber nicht nutzen. Karl Geiger verpasst Olympia.
Der Ausflug nach Japan hat sich für die deutschen Skispringer nicht gelohnt. Topspringer Philipp Raimund musste sich mit den Plätzen 15 und 9 zufriedengeben, Sorgenkind Karl Geiger versemmelte am Samstag den zweiten Sprung und holte am Sonntag mit Platz 14 – zu spät – die halbe Olympianorm.
Und dem ins Weltcupteam zurückgekehrten Luca Roth gelang nach der geglückten Qualifikation nur in Durchgang 1 des ersten Wettkampfs ein ordentlicher Sprung auf 126,5 Meter (zum Vergleich: Doppelsieger Domen Prevc sprang 132,0 unbd 141,0 Meter weit).
In Durchgang 2, der mit 31 Springern durchgezogen wurde – Keiichi Sato (Japan) und Maciej Kot (Polen) waren punktgleich – wurde der Meßstetter nach 116,0 Meter auf Platz 31 durchgereicht. Nur bis Platz 30 gibt es Weltcup-Punkte.
Kritik von Stefan Horngacher
„Die Anschlussleistungen der jüngeren Sportler waren jetzt nicht ganz so gut, wie sie es gezeigt haben beim Conti-Cup“, zeigte sich Bundestrainer Stefan Horngacher enttäuscht. Denn auch der Pfullinger Ben Bayer, in China bei den beiden Luca-Roth-Siegen Zweiter und Vierter – blieb einmal in der Qualifikation hängen, anderentags wurde er einen Platz hinter Luca Roth 47.
Mit den Leistungen seiner arrivierten Springer ging Hornbacher nicht ganz so streng ins Gericht. „Für Philipp Raimund, war das nach seiner doch erheblichen Erkrankung, die er sich bei den Vierschanzentournee zugezogen hatte, wieder ein ganz guter Einstieg“, ließ er Milde walten.
Lob für Karl Geiger
Und Karl Geiger, der am Samstag im zweiten Durchgang von Platz 12 auf Rang 27 abgestürzt war und am Sonntag gerade so die halbe Olympianorm auf Platz 14 ins Ziel rettet – bei der allerletzten Möglichkeit, die Norm zu erfüllen – „hat sich aus meiner Sicht gut präsentiert“, so Horngacher. „Er hat heute gezeigt, dass er durchaus in der Lage ist, wieder gut zuspringen.“
Auch Geiger fühlt sich auf dem richtigen Weg, wie er über Instagram verlauten ließ: „Auch wenn die Olympianorm am Ende knapp verpasst wurde, fühlt sich dieses Resultat wichtig an. Es zeigt mir, dass die Arbeit der letzten Wochen nicht umsonst war und dass ich auf dem richtigen Weg bin.“
Hoffen auf die Skiflug-WM
Die Hoffnungen bei Geiger und Horngacher richten sich jetzt in Richtung Skiflug-WM ab Donnerstag in Oberstdorf. „Ich freue mich darauf, vor bekannten Gesichtern an den Start zu gehen und alles, was ich aus Japan mitgenommen habe, in die Wettkämpfe einzubringen“, meint Geiger. Und Horngacher ergänzte: „Er ist Skiflugweltmeister mit aufsteigender Form, ich glaube, er wird ganz interessant und ein wichtiger Mann fürs Team werden.“ So sieht psychologische Aufbauarbeit aus.