Ein Mann greift an: Luca Roth macht sich daran, in Sapporo Punkte zu sammeln. Foto: Karmann

Luca Roth hat den wechselnden Winden in Sapporo getrotzt und die Qualifikation zum Skisprung-Weltcup gemeistert. Ein Sorgenkind macht Sorgen.

Das war erst einmal eine Lotterie, was sich in Japan in der Qualifikation zum ersten Weltcupspringen am Samstag (07.15 Uhr MESZ) abgespielt hat. Zwischen 12,2 Bonuspunkten für Rückenwind und 5,9 Punkten Abzug für gute Bedingungen schwankte die Windkompensation.

 

Wenn man bedenkt, dass am Ende 0,1 Punkte zwischen Platz 50 – Jarkko Maatta aus Finnland – und Platz 51 – Klemens Joniak aus Polen – über Wohl und Wehe der Springer entschieden, waren diese auch ein wenig auf Glücksgöttin Fortuna angewiesen.

Luca Roth aus Meßstetten machte bei seiner Rückkehr in den Weltcup nach zwei Siegen in den COC-Springen von Japan einen ordentlichen Sprung auf 118,5 Meter und qualifizierte sich bei 0,5 Windpunkten Abzug auf Platz 39 für das Springen am Samstag.

Krasse Unterschiede beim Wind

Dementsprechend erleichtert war er danach im Auslauf, schließlich hatten seine Trainingssprünge zwischen 129,0 und 109,0 Meter gestreut. Da war die Windkompensation zwischen +18,5 und – 22,8 noch krasser.

Der erste Schritt ist also – im Gegensatz zum ersten Versuch von Engelberg – getan. Dass es überhaupt dazu kam, dass Luca Roth nach seinem starken Sommer wieder ins Weltcup-Team rutschte, lag zum einen an den Absagen von Felix Hoffmann, Pius Paschke und Andreas Wellinger, zum anderen aber vor allem auch an der eigenen Leistung im COC-Cup.

Lob von Bundestrainer Sefan Horngacher

„Luca und Ben (Bayer, Anm. der Redaktion) haben zuletzt im Continentalcup mit Platz eins und zwei gute Leistungen gezeigt und bekommen daher die Möglichkeit, ein weiteres Mal in dieser Saison um Weltcup-Punkte zu springen“, erklärte Bundestrainer Stefan Horngacher im Vorfeld der Japan-Reise.

Asienreise verhindert Auftritt in Zakopane

Praktisch war auch, dass das COC-Team diese Siege in China feierte – bei eisigen Bedingungen – und so schon in Asien vor Ort war. Normalerweise hätte Luca Roth wegen der Ausfälle von Felix Hoffmann und Philipp Raimund schon in Zakopane ins Weltcup-Team zurückkehren können, doch die Asien-Reise verhinderte das.

Während Raimund in der Quali Siebter wurde, ist Sorgenkind Karl Geiger nach den dürftigen Auftritten im Weltcup und bei der Vierschanzentournee weit davon entfernt, seinen Traum vom dritten Olympia zu erfüllen. „Meine Intuition sagt mir, dass ich nicht weit davon weg bin, das Richtige zu tun“, sagte er. Weit ist relativ. Platz 29 ist aber ganze 21 Ränge entfernt von dem Ergebnis, das ihm die Fahrt nach Predazzo ermöglichen würde.