Luft nach oben hat Luca Roth noch bei seinen Weltcup-Auftritten. Am kommenden Wochenende hat er in Engelberg dazu weitere Gelegenheit. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Bei seinem ersten Weltcup-Wochenende seit langer Zeit liefert Luca Roth aus Meßstetten ordentliche Leistungen ab. Ein deutscher Adler stürzt böse ab.

Die nüchternen Zahlen lesen sich unspektakulär: Auf Platz 45 am Samstag folgte Platz 43 am Sonntag – Weltcup-Neuling Luca Roth war von der Aufstockung seines Weltcup-Punktekontos – acht sind es bisher – noch weit entfernt.

 

Doch darum ging es dem Springer aus dem Zollernalbkreis auch (noch) nicht. „Ich muss realistisch sein“, sagte der 25-Jährige, ich muss von Tag zu Tag schauen, dass ich mich stabilisieren kann.“

Das zumindest ist ihm gelungen – er lieferte in jedem Sprung das ab, was er kann. Auch wenn es in den Wettkampfsprüngen immer etwas zäher lief als im Training.

„Ein guter Anfang“

„Es ist ein guter Anfang“, bewertete Luca Roth Tag eins in Klingenthal, auch wenn er sich „nicht ganz zufrieden“ zeigte: „Es ist noch was drin.“ Luft nach oben nämlich. Und dass er versuchen kann, weiter nach vorn zu kommen, liegt vor allem an einem Mann, bei dem gar nichts mehr läuft: Andreas Wellinger erlebte das komplette Fiasko.

Nichts mehr zu kaschieren

Während er sich am Freitag nach miserablen Trainingssprüngen gerade noch in der Qualifikation in den Wettkampf rettete, in dem Philipp Raimund als Dritter hinter Domen Prvc (Slowenien) und Stefan Kraft (Österreich) wurde, war am Sonntag nichts mehr zu kaschieren.

Nach einem Hopser auf 111,5 Meter stand in der Qualifikation Platz 57 zu Buche: „nicht qualifiziert“. Wellinger zieht wie tags zuvor angekündigt („ich muss die Dinge richten“) zurück und geht nicht nach Engelberg.

Luca Roth bleibt dabei

Karl Geiger wird da auch nicht zurückkehren – eine Chance für eine Nachwuchskraft im zweitklassigen COC. „Luca Roth wird im Team dabeibleiben“, bestätigte Bundestrainer Stefan Horngacher. So darf Luca Roth, der im Sommer ganz vorne mitsprang, auch in der Schweiz am kommenden Wochenende daran arbeiten, näher an die Punkteränge ab Platz 30 heranzuspringen und vielleicht den einen oder anderen berühmten Namen hinter sich zu lassen.

„Mega-Gefühl“ für Luca Roth

Während es für den ambitionierten Luca Roth ein „Mega-Gefühl“ war, vor „dieser super Kulisse“ zu springen, sah die Gefühlswelt bei Andreas Wellinger ganz anders aus. „Meine springerische Leistung ist einfach schlecht im Moment. Ich kriege es nicht umgesetzt, dass ich Konstanz reinbringe. Es sind so abgehackte Bewegungen. Man muss sich das so vorstellen, dass man beim Auto in der Kurve drei-, viermal nachsteuert“, analysierte Wellinger schon am Samstag.

Wellinger tut sich schwer mit den Umstellungen in dieser Saison. „Wir werden definitiv eine Trainingseinheit einlegen zu Hause beziehungsweise auf ein paar anderen Schanzen und versuchen, ihn wieder aufzupäppeln“, bestätigte Bundestrainer Stefan Horngacher die Weltcup-Pause für seinen einstigen Top-Springer, der auch psychisch derzeit nicht in der Lage ist mitzuhalten.

Luca Roth greift noch mal an

Damit hat Luca Roth keine Probleme, er will seine Auftritte außerhalb der Vierschanzentournee mit der nationalen Gruppe – wie im Sommer – „einfach genießen“.

Das taten am Sonntag im Klingenthal auch zwei Japaner. Hinter Dominator Domen Prevc holte die wie entfesselt springenden Ren Nikaido und Ryoyu Kobayashi die weiteren Podestplätze. Philipp Raimund wurde Zehnter.