In Klingenthal hat Luca Roth aus Meßstetten die Qualifikation zum Weltcup im Skispringen gemeistert. Ein Deutscher glänzt, ein Deutscher sorgt für rasenden Puls.
Das war nichts für schwache Nerven. Das Ergebnis der Qualifikation zum Weltcup in Klingenthal liest sich zunächst beruhigend: Philipp Raimund gewinnt das Ding sogar, alle anderen vier Springer sind unter den besten 50 und damit am Samstag am Start.
So eindeutig war die Sache nicht. Doch nicht Neuling Luca Roth sorgte für einen unruhigen Puls bei Bundestrainer Stefan Horngacher. Der Mann aus Meßstetten lag in allen Trainingssprüngen sicher im Feld und wiederholte das auch im Wettkampf.
Vor allem sein erster Sprung auf 128,5 Meter lässt hoffen, dass bei seinem 14. Weltcup-Auftritt zu seinen bisher gesammelten acht Punkten ein paar mehr dazukommen werden. Dafür müsste er die zweite Runde der besten 30 Springer erreichen.
Daumen hoch für Luca Roth
In der Qualifikation landete Roth, der im Sommer so glänzte, einen sicheren Sprung bei 122,5 Metern und schon da – bei Startnummer 17 von 64 – war klar: Er ist dabei. Daher hob er auch seinen Daumen im Auslauf. Der erste Druck war weg, so kann er am Samstag befreit an seine Aufgabe herangehen.
Luft nach oben
„Ich will das genießen“, gab er als Motto für den unerwarteten Ausflug in den Weltcup aus. Von einem Podestplatz wie im Sommer ist er allerdings ein großes Stück entfernt. Luft nach oben ist also noch vorhanden.
Die verpasste Reise nach Finnland zum zweitklassigen COC in Ruka, kann er so sicher noch ein bisschen besser verschmerzen. Am Start im hohen Norden werden allerdings am Samstag und Sonntag (jeweils ab 12.30 Uhr) Finn Braun und Jannik Faißt vom SV Baiersbronn sowie Ben Bayer vom VfL Pfullingen sein.
Sorgen ums Sorgenkind
Aber zurück zur Qualifikation in Klingenthal. Während Philipp Raimund und Felix Hoffmann auch in allen Trainingssprüngen überzeugten und Pius Paschke im Rahmen seiner derzeitigen Möglichkeiten immer um Platz 30 herum pendelte, machte es das zweite Sorgenkind im deutschen Team neben Karl Geiger besonders spannend.
Verheerende Trainingssprünge
Andreas Wellinger, von dem Bundestrainer Horngacher meint, er sei „gar nicht so weit weg, wie es die Ergebnisse vermuten lassen“, flog im ersten Trainingssprung auf indiskutable 109,5 Meter – Platz 62 von 64.
Auch im zweiten und letzten Sprung vor der Quali konnte er den Puls Horngachers nicht entscheidend senken: 111,0 Meter, Platz 56 – und damit außerhalb der Qualifikationsnorm. Es spricht für ihn, dass er dann, als es darauf ankam, eine Schippe drauflegte und sich als 35. (123,5 Meter) doch das Ticket für den Wettkampf schnappte. Die Katastrophe gerade noch mal abgewendet.
Deutsches Quintett geschlossen dabei
Da auch Pius Paschke als 36. die Norm erfüllte, geht das deutsche Quintett am Samstag geschlossen das Unternehmen „Heimsieg“ an. Auch wenn dafür im Moment wohl nur einer in Frage kommt: Quali-Sieger Philipp Raimund.
Anzüge alle in Ordnung
Übrigens: Nachdem im Sommer zuweilen Anzug-Chaos herrschte und auch der ambitionierte Luca Roth darunter zu leiden hatte, kamen alle, die zur Quali antraten, auch durch die Materialkontrolle.