Philipp Raimund: Diesmal fliegen andere ins Rampenlicht. Foto: IMAGO/Bildbyran

Philipp Raimund kann seinen Gold-Coup nicht wiederholen, auf der Großschanze fliegt der Skispringer klar am Podest vorbei. Der Olympiasieg geht an den Slowenen Domen Prevc.

Philipp Raimund trug erneut den goldenen Helm, mit dem er Olympiasieger auf der Normalschanze geworden war – verbunden mit der Hoffnung, dass es ihn auch auf der Großschanze weit hinuntertragen würde. „Ich möchte noch eine Medaille gewinnen“, hatte der in Göppingen geborene Skispringer vor seinem zweiten Einzel-Auftritt in Predazzo gesagt und nicht damit gerechnet, dass der Abstand zum Podest so groß sein würde. Philipp Raimund war beim Olympiasieg von Domen Prevc zwar der beste Deutsche, wurde letztlich aber nur Neunter. Und sagte bei „Eurosport“: „Es ist, wie es ist – ich habe ja zum Glück schon Gold.“

 

Die Aussicht auf ein weiteres glänzendes Resultat war schon nach dem ersten Durchgang auf ein Minimum gesunken. Philipp Raimund lag nach einem Sprung auf 131 Meter nur auf Rang zehn, zu den Medaillenplätzen fehlten ihm rund sechs Meter. Die beiden Überflieger Ren Nikaido (140 Meter) und Domen Prevc (138,5 Meter) waren da schon außer Reichweite. Weshalb Philipp Raimund vor seinem zweiten Sprung doch ziemlich nachdenklich im Wartebereich oben an der Schanze saß. Er kaute auf der Unterlippe und schien darüber zu rätseln, warum es nicht erneut so gut gelaufen war wie auf der kleinen Anlage.

Philipp Raimund muss den Ski wechseln

Diese Überlegungen führten dann nicht zum erhofften Ergebnis: Im zweiten Durchgang sprang Philipp Raimund zwar auf starke 136 Meter, letztlich bedeutete das aber nur Rang neun. „Ich war im Probedurchgang unglaublich langsam, habe dann von meinem gewohnten Ski auf einen anderen wechseln müssen, der eine Nuance träger ist“, sagte Raimund, „im ersten Sprung hat es mich voll nach vorne geschmissen. Sprung zwei war besser, aber wenn man nicht mit dem gewohnten Setup springt, ist es ein bisschen schwierig. Die Enttäuschung ist schon ein bisschen da.“

Ein Gruß vom Olympiasieger: Domen Prevc. Foto: Imago/NTB

Während Andreas Wellinger als 15. die Erwartungen erfüllte, konnten Pius Paschke (24.) und Felix Hoffmann (25.) mit ihren Leistungen nicht zufrieden sein. „Es war zwar eine Steigerung zu den beiden Trainingssprüngen und ein Schritt in die richtige Richtung – aber das Ausgangsniveau ist einfach zu schlecht gewesen“, meinte Pius Paschke, „das wird nicht mehr meine Lieblingsschanze werden.“ Und Felix Hoffmann sagte: „Im ersten Durchgang war ich zu spät, im zweiten zu früh, weshalb ich keinen Druck in den Sprung hineingebracht habe.“ Anders als die beiden Top-Leute.

Domen Prevc gewinnt erstes Einzel-Gold

Ren Nikaido (Japan) und Domen Prevc (Slowenien) lieferten sich einen begeisternden Zweikampf. Prevc, der Dominator dieses Winters, hatte überraschend nach dem ersten Durchgang trotz eines guten Sprungs nur auf Rang zwei gelegen, musste folglich als Erster ran und flog auf herausragende 141,5 Meter. Sein Vorsprung auf den Polen Kacper Tomasiak, der auf der kleinen Schanze Silber geholt hatte und nun Dritter wurde, war riesig – und doch offen, ob es zu seinem ersten Einzel-Olympiasieg reichen würde. Denn Ren Nikaido hatte alles selbst in der Hand.

Letztlich war der Druck für den Japaner aber zu groß. Nikaido, Bronze-Gewinner auf der kleinen Schanze, konnte seine Top-Leistung aus dem ersten Durchgang nicht wiederholen, landete nach 136,5 Metern und auf dem Silber-Platz.

Domen Prevc jubelte ausgiebig – und voller Hoffnung. Im Super-Team an diesem Montag (19 Uhr) will er nochmal zuschlagen. Es wäre nach dem Sieg im Mixed-Team und nun von der Großschanze seine dritte Goldmedaille in Predazzo. Zuzutrauen? Ist ihm alles!