Der Skiverein Meßstetten ist für seine talentierten Skispringer bekannt. Mit Anna Deufel mischt nun eine 17-Jährige bei der Junioren-Weltmeisterschaft mit.
Als jüngste deutsche Teilnehmerin musste Anna Deufel am Dienstag in der Qualifikation ran. Schon bei der Junioren-WM dabei zu sein, ist für sie ein Riesenerfolg. Am Mittwoch springen die Besten im norwegischen Lillehammer um den Weltmeistertitel.
„Die Nominierung kam für uns überraschend“, sagt ihr Heimtrainer Uli Clesle. „Im Training am Montag hat sie einen guten Eindruck hinterlassen, nachdem sie davor doch ziemliche Schwankungen drin hatte.“ Auch die Schanze in Lillehammer ist für die junge Skispringerin vom SV Meßstetten Neuland.
Nominierung kommt überraschend
„Anna ist sehr zielstrebig und gibt immer Vollgas“, weiß Clesle, der sich in Meßstetten gemeinsam mit Sven Kollmannsberger um die Nachwuchstalente kümmert.
Vor ziemlich genau einem Jahr wechselte Anna Deufel vom Skiinternat Furtwangen auf das Skiinternat nach Oberstdorf. „Der Stützpunkt für das Frauenskispringen ist in Oberstdorf. Dort trainiert sie täglich.“ Die meisten Meßstetter Talente, wie beispielsweise Luca Roth oder Pascal Bodmer waren auf dem Skiinternat in Furtwangen. Das hat eine gewisse Tradition und der Verbandsstützpunkt ist auch in Furtwangen.
Im FIS Youth Cup schon auf dem Podest
Die 17-Jährige ist seit dem vergangenen Frühling im C-Kader, also quasi in der Juniorennationalmannschaft. Ihr Talent auf der Schanze hat sich schon in jungen Jahren herauskristallisiert. Im Schülerbereich hat sie schon mit 15 Jahren bei internationalen Wettkämpfen mitgemischt. Beim FIS Youth Cup stand sie schon einmal auf dem Podest. „Das war einer ihrer bisher größten Erfolge“, weiß Trainer Uli Clesle. Bei der Nachwuchsserie, dem Alpen-Cup, sei sie auch schon mitgesprungen und auch bei starker Konkurrenz unter den besten Fünf gelandet, so Clesle.
Beste Bedingungen in Meßstetten
In jungen Jahren hatte sie in Meßstetten bereits beste Bedingungen. „Wir haben eine Mattenschanze und trainieren mit unseren Talenten bei uns drei bis viermal die Woche. Wir können den Sommer durch trainieren, das ist das Wichtigste, denn im Sommer wird der Skispringer gemacht“, meint Clesle. Da gehöre nicht nur die Schanze dazu, sondern auch Koordination- und Krafttraining, um die Sportler dann für die Wintersaison gut vorzubereiten.
Training auch in Hinterzarten und Vorarlberg
„Wir fahren auch oft nach Tschagguns/Vorarlberg. Dort gibt es ein Superschanzenzentrum. Da brauchen wir etwas mehr als zwei Stunden an Fahrzeit. Das ist optimal zum Trainieren. Oft sind wir auch nach Hinterzarten gefahren, auch speziell für die Anna“, erzählt Clesle. Neben Anna Deufel geht auch ihre drei Jahre jüngere Schwester Sarah über den Bakken. „Wir würden sie zukünftig gerne als Trainerin bei uns beim SV Meßstetten gewinnen“, blickt Uli Clesle bereits in die Zukunft.
Das große Ganze im Blick hat auch Vorstand Oliver Rentschler. „Die Entwicklung bei beiden Schwestern ist herausragend. Anna hatte das Glück beim SV Meßstetten mit die beiden besten Heimtrainer gefunden zu haben, die man überhaupt haben kann. Der Grundstein wurde bei uns gelegt und da sind wir natürlich brutal stolz darauf.“
Über das Schnuppertraining auf den Bakken
Über ein Schnuppertraining sind die beiden Deufel-Schwestern überhaupt zum Skispringen gekommen. „Es ist nicht wie bei anderen Familien, wo der Vater oder Opa bereits Skispringer war. Sie sind einfach so dazugekommen, weil sie der Sport fasziniert“, weiß Rentschler.
Seit 100 Jahren besteht der Skiverein Meßstetten und das wird am kommende Wochenende auch mit einem Festwochenende zelebriert. Das weibliche Skispringen war schon immer ein wichtiger Faktor beim Verein.
Erste Deutsche Meisterin aus Meßstetten
„Die erste Deutsche Meisterin im Skispringen war Ann-Katrin Reger, die mittlerweile Schroft heißt und die Frau des Bürgermeisters ist.“ Reger war sogar zweimal in Folge 2001 und 2002 ganz oben. „Wenn die Verbände sich schon früher mit Damenspringen befasst hätten, wäre sie mit Sicherheit auch international vorne mit dabei gewesen“, so der Vorstand. Auch Karina Hils, jetzt Bollmann, die jetzt im Ausschuss sei, hätte viele Erfolge eingefahren. „Beim Damen-Skispringen haben wir eine gewisse Tradition und wo es Anfang der 2000er angefangen hat, waren wir bereits vorne mit dabei“, so Rentschler abschließend.