Das Aufbügeln ist eine Sache für Techniker: auf der Leiter Florian Fischer, darunter rechts Felix Anger und vorn, mit dem Rücken zur Kamera, Nico Greb. Als Helfer die beiden Vorsitzenden Hermann John (links) und Erhard Anger rechts. Foto: Hannes Kuhnert

Beim Aufbügeln am Stokinger-Lift gab es diesmal unerwartete Hindernisse. Da musste dann eine Hebebühne her.

Stütze fünf war schuld daran, dass erstmals in 18 Vereinsjahren das Aufbügeln des Wintersportvereins Stokinger auf zwei Termine verteilt werden musste.

 

Während beim ersten Durchgang ein eingespieltes Team Matten anbrachte und Zäune aufstellte, waren erst im zweiten Durchgang die 64 Bügel an der Reihe, die einzeln an das Seil des Schlepplifts geschraubt wurden. Das erledigte eine kleine Gruppe, unterstützt von den beiden Vorsitzenden Erhard Anger und Hermann John.

Stütze fünf ist einer der vielen Masten, die das Liftseil mitsamt den Rollen, über die das Seil läuft, in der Luft halten. Das Seil muss im vergangenen Winter bei diesem Mast aus der Führung gesprungen sein.

Stadtwerke unterstützen

Das bemerkte der TÜV bei seiner jährlichen Untersuchung, ohne die es keine Freigabe des Liftbetriebs gibt. Erst mit Unterstützung durch die Stadtwerke und deren Hebebühne gelang es, fünf 30 Kilo schwere Seilrollen auszutauschen, erzählt Hermann John.

Die Vereinstechniker hatten schon zuvor allerhand zu tun. Die Scheinwerfer, die früher den – letztes Jahr abgebauten – Funpark ausleuchteten, wurden an anderer Stelle wieder verwendet, um bei abendlichem Liftbetrieb eine dunkle Passage auf halber Pistenstrecke sicherer zu machen.

Wild entschlossen

Man sieht: Die Skisportler vom Stokinger-Verein sind wild entschlossen, es noch einmal mit dem Winter aufzunehmen. Sie fanden dazu auch Unterstützung bei ihrer Hauptversammlung. „Natürlich ist es auch an uns nicht vorbeigegangen, dass wir das wärmste Jahr seit Klimaaufzeichnung haben oder dass deswegen in den Alpen bereits Lifte geschlossen werden“, sagt Vorsitzender Erhard Anger. „Aber am ersten Dezember-Wochenende des vergangenen Jahres hatten wir zwei wundervolle Schneetage. Beide Lifte waren in Betrieb, und es waren jede Menge Wintersportler da. Genau deswegen versuchen wir es dieses Jahr noch einmal.“

Haufen von Individualisten

Dazu brauche es „einen Haufen von Individualisten, die an einem Strang ziehen“, schmunzelt Anger. Die ehrenamtliche Mannschaft sei nach wie vor motiviert und wisse sich getragen von rund 425 Mitgliedern, die trotz schneearmer Winter bei der Stange bleiben und das finanzielle Grundgerüst für die jährlich beachtlichen Fixkosten aufbringen.

Anger: „Wir sind für den Winter gerüstet und innerhalb von zwei Tagen betriebsbereit.“ Das glaubt man gern bei einem Blick in die blitzsaubere Werkstatt beim Lift-Maschinenraum, wo auch der Pistenbully steht, vom Technischen Leiter Felix Anger generalüberholt und glänzend wie im Prospekt.