In den vergangenen Jahren herrschte selten Betrieb am Junginger Skilift. Die Skizunft macht sich Gedanken, wie langfristig Skispaß im Killertal gewährleistet werden kann.
Skifahren an schneereichen Abenden unter Flutlicht – und das direkt vor der Haustür im Killertal: Das ist die Traumvorstellung vieler Skibegeisterter in Hohenzollern – und nicht zuletzt von Stefan Winter, Vorsitzender der Skizunft in Jungingen. Regelmäßiger Betrieb am Skilift „Schebdach“ an der Hochmeisterstraße ist in den vergangenen Jahren jedoch rar geworden; zunehmend mildere Winter machen Skifahren auf rund 600 Metern Höhe über dem Meeresspiegel zur Ausnahme.
Winter erklärt: „In den vergangenen Jahren war der Skilift an zwei bis fünf Tagen pro Saison in Betrieb. Das lohnt sich auf Dauer natürlich nicht.“ Trotzdem hat sich der mitgliederstarke Junginger Verein in diesem Jahr erneut dazu entschlossen, den Skilift aufzubauen. Sobald genügend Schnee liegt, kann die doch recht steile Piste hinabgesaust werden.
Vor allem Kinder aus der näheren Umgebung, aber auch Gäste aus dem Tübinger Raum, machen – wenn Frau Holle denn fleißig die Betten schüttelt – gerne Gebrauch vom Junginger Skilift. Schließlich, so Winter, könnten sich die Wintersportler so den Weg bis nach Albstadt oder gar Meßstetten sparen.
Übrigens: Der Schneemangel ist kein neues Problem. „Auch in den 70er-Jahren gab es Winter, in denen der Lift nicht gelaufen ist“, erläutert Vorstand Winter. Mittlerweile sei es jedoch so, dass schneereiche Jahre zur Besonderheit geworden seien. Bezeichnend: Der jüngste gute Winter für Skifahrer fiel in eine Hochphase der Corona-Pandemie. Skibetrieb war nicht erlaubt; der Verein hat den Skilift an eine Familie vermietet.
Straßberger Modell als Vorbild?
Um den Verein langfristig attraktiv zu halten, mache sich die Skizunft Jungingen natürlich ihre Gedanken, wie der Skispaß im Killertal auch ohne regelmäßigen Schneefall angeboten werden kann. Diesbezüglich blickt Stefan Winter nach Straßberg: Der dortige Skiclub hat – zumindest für den Betrieb mit Kindern – eine 45 Meter lange und zehn Meter breite textile Skipiste für Anfänger angeschafft und erst kürzlich eingeweiht.
Jugendcamp soll Skispaß Nachwuchs näherbringen
Den ganzen Skihang mit einer textilen Alternative auszukleiden, sei finanziell utopisch – ebenso der Kauf einer Schneekanone, betont Stefan Winter. Aber wenigstens eine textile Skipiste im Kleinformat – wie eben in Straßberg – könne vermutlich, natürlich mit mithilfe von Sponsoren, gestemmt werden. Noch sei ein solches Projekt nicht spruchreif, Gedanken darüber müsse man sich aber perspektivisch machen, solle der Skilift in Jungingen eine Zukunft haben.
Weil Zuhause immer seltener Ski gefahren werden kann, baut die Skizunft Jungingen auch auf Ausfahrten in schneesichere Skigebiete. In dieser Saison geht es gemeinsam mit dem Skiclub Ringingen nach Ischgl sowie ins Montafon.
Auch ein Jugendcamp am Golm ist geplant. Dort soll dem Nachwuchs der Skisport nähergebracht werden. Kein Skikurs sei dies – sondern eher „betreutes Skifahren“.
„Skikurse bieten wir nicht mehr an“, sagt Stefan Winter. Die Skilehrerausbildung sei zu zeitintensiv und anspruchsvoll. Im Sommer wiederum treffen sich die Vereinsmitglieder regelmäßig zum Radfahrern und Wandern; das Miteinander solle auch in der warmen Jahreszeit gewahrt werden.
Nun hofft der 253 Mitglieder starke Verein aber erstmal auf einen Winter mit viel Liftbetrieb im Killertal. Sollte genügend Schnee liegen, sehen Vereinsmitglieder am Lift nach dem Rechten, am Wochenende würde bewirtet werden. Zeit hat der Winter jedenfalls bis Ostern – spätestens dann wird der Bügellift wieder abgebaut.