Die Furtwangerin fährt beim Teamwettbewerb zusammen mit Vizeweltmeister Tobias Müller gefühlsmäßig Achterbahn. Fanny Smith/Ryan Regez machen den fantastischen Schweizer WM-Erfolgsreigen perfekt.
Auch wenn es für Daniela Maier (SC Urach) und Tobias Müller (Oberstdorf) im Skicross-Teamwettbewerb bei der Weltmeisterschaft am Samstag nicht zum gewünschten Einzug ins Große Finale reichte. Mit der Bronzemedaille im Einzel und mit Platz fünf im Team kann die Furtwangerin ein hervorragendes Fazit dieser WM ziehen und stolz auf sich sein.
Daniela Maier fuhr an beiden WM-Tagen insgesamt sechs starke Rennen. Vor dem Hintergrund, dass die 29-Jährige vor den Titelkämpfen in St. Moritz über Knieprobleme klagte und vor dem kleinen Finale am Samstag sogar noch einmal getapt werden musste, ist das Abschneiden der Schwarzwälderin umso höher einzustufen.
Diese Skicross-WM war geprägt von den beiden überragenden Schweizer Fahrern Fanny Smith und Ryan Regez, die komplett die Goldmedaillen-Sammlung abräumten.
Der Teamwettbewerb am Samstag
Zuerst lief am späten Vormittag in St. Moritz einen Wetter-Krimi. Der für 11 Uhr geplante Skicross-Teamwettbewerb musste erst einmal um knapp anderthalb Stunden verschoben werden.
Der Grund: Die berüchtigte „Malojaschlange“ (als eine sehr zähe Nebelwand in dieser Region bekannt) machte sich im Skigebiet Corviglia oberhalb von St. Moritz breit. Doch sie tangierte letztendlich dann nur leicht die WM-Strecke. Deshalb gab es doch noch grünes Licht für das Teamrennen. Der Rennverlauf:
Das Viertelfinale
Daniela Maier startete zusammen mit dem Oberstdorfer Tobias Müller (Deutschland 1), der am Freitag Vizeweltmeister geworden war. Im Viertelfinale fuhr Müller zunächst auf Rang drei. Die Furtwangerin griff den zweiten Platz mit einer starken Leistung an. In der letzten Rechtskurve gelang Daniela Maier dann auch ein Geniestreich, als sie innen die Schwedin Linnea Mobaerg im exakt richtigen Moment abfing und anschließend mit Rang zwei im Ziel glücklich strahlte.
Der Spruch und Kommentar des Schweizer Streckensprechers just in diesem Moment war phänomenal: „Wenn man einer Dani Maier die Türe öffnet, geht sie auch hindurch.“
Auch das französische Duo mit Kergomar Duplessis/Marielle Berger Sabbatel hatte als Erstplatzierte das Halbfinale erreicht.
Das Halbfinale
Hier lief es für Tobias Müller nicht gut – Rang drei. Daniela Maier fuhr anschließend erneut ein sehr gutes Rennen, lag lange wieder auf Position 3, doch in der letzten Rechtskurve ging ihr taktischer Plan und ihre Aufholjagd in Richtung Platz zwei nicht auf, weil die Furtwangerin auf der Außenbahn die Französin Marielle Berger Sabbatel – ziemlich knapp – nicht mehr überholen konnte. Es blieb für Daniela Maier und Tobias Müller nur das kleine Finale. Die Enttäuschung bei der Schwarzwälderin war im Zielraum zu erkennen. Erster in diesem Halbfinale wurde das italienische Team mit Janick Gunsch/Jole Galli.
Das kleine Finale
Im kleinen Finale waren mit Maier/Müller und Florian Wilmsmann/Luisa Klapprott (Deutschland 2) gleich zwei deutsche Teams vertreten. Tobias Müller fuhr zunächst hinter Wilmsmann über die Ziellinie. Doch Daniela Maier absolvierte abschließend ein sehr souveränes Rennen, ließ Luisa Klapproth keine Chance und gewann. Dies bedeutete für Daniela Maier und Tobias Müller den fünften Platz. Wilmsmann/Klapproth wurden hier Zweiter und belegten somit den sechsten Gesamtrang.
Das Große Finale
Es wurde zu einem Triumphzug für die beiden Einzel-Weltmeister Fanny Smith/Ryan Regez. Silber ging an Frankreich 2 mit Aubert Jade Guillet/Melvin Tchiknavorian. Bronze erhielt das italienische Duo mit Gunsch/Galli.
Für Daniela Maier und Co. geht es im Weltcup am kommenden Wochenende im schwedischen Idre Fjäll weiter.