Rouven Ackermann schnappte sich in Kühtal (Österreich) gleich zwei Meistertitel. Foto: Ackermann

Dass er nicht bei den Paralympischen Spielen in Peking dabei sein konnte, war für Mono-Skifahrer Rouven Ackermann eine große Enttäuschung. Dennoch hat die Saison 2021/22 für ihn einen versöhnlichen Abschluss gefunden.

Für Wintersportler sind die Olympischen Spiele jedes Mal aufs Neue ein Highlight, auf das man jahrelang hinarbeitet. So auch für den 23-jährigen Rouven Ackermann aus Marschalkenzimmern (Dornhan), dessen großes Saisonziel ein Ticket für die Paralympischen Spiele war. Umso größer war die Enttäuschung des Mono-Skifahrers, als dieser Traum zerplatzte.

 

"Natürlich war ich sehr enttäuscht, nicht nach Peking reisen zu dürfen. Es wären meine ersten Spiele gewesen, einfach etwas ganz Besonderes", erzählt der 23-Jährige. Als er die Wettkämpfe in China dann via Livestream verfolgte, wurde der Ärger noch ein bisschen größer, denn Ackermann ist sich sicher: "Ich hätte dort auf jeden Fall mithalten können."

Triumph in Kühtal

Doch Ackermann ließ sich von der Enttäuschung nicht unterkriegen. Der Athlet des RSKV Tübingen, der von Geburt an querschnittsgelähmt ist, absolvierte bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Kühtal (Österreich) ein starkes Wettkampf-Wochenende und kürte sich im Slalom und Riesenslalom jeweils zum deutschen Meister. Auch in der internationalen Wertung wusste er zu überzeugen und landete jeweils ebenfalls auf dem Siegerpodest – mit Platz zwei im Riesenslalom und Rang drei im Slalom. Nach einer anschließenden Corona-Infektion ist klar: Es sollten Ackermanns letzte Wettkämpfe in der laufenden Saison gewesen sein. Ein versöhnlicher Abschluss also.

Italien 2026 schon jetzt das große Ziel

"Ich war sehr zufrieden mit dem Wochenende in Kühtal. Ich habe mich im Vorfeld sehr gut gefühlt und bin vier gute Rennen gefahren." Vor allem im Riesenslalom waren es spannende Rennen, in denen Ackermann auch in der internationalen Wertung fast ganz oben auf dem Träppchen gelandet wäre. Nun stehen für den 23-Jährigen noch einige Trainingseinheiten und Lehrgänge an, bevor es in die wohlverdiente Sommerpause geht. Wobei es in diesem Fall wohl keine wirkliche Pause sein wird. Denn die verpasste Olympia-Chance wurmt Ackermann noch immer. Obwohl die nächsten Paralympischen Spiele erst 2026 in Italien – genauer gesagt in Mailand und Cortina d’Ampezzo – anstehen, sind sie schon jetzt das neue Großziel, das der Mann aus Marschalkenzimmern vor Augen hat. Daher wird es für ihn alles andere als ein entspannter Sommer werden.

Kraftaufbau steht im Fokus

"Ich möchte in den nächsten Monaten vor allem im Bereich des Kraftaufbaus an mir arbeiten. Mit meiner Technik und Ausdauer bin ich Stand jetzt ziemlich zufrieden, aber in Sachen Stärke ist definitiv noch Luft nach oben", gibt er einen Einblick in seinen Trainingsplan. Es kommen also unzählige Einheiten auf ihn zu – auf dem Fahrrad, im Fitnessstudio, am Olympiastützpunkt in Stuttgart und im heimischen Wohnzimmer.

WM in Schweden

Auch wenn die nächsten Paralympischen Spiele für Rouven Ackermann bereits ein konkretes Ziel sind, stehen davor natürliche noch andere Highlights auf dem Programm. In der kommenden Saison 2022/23 möchte er nicht nur seine beiden Deutschen Meistertitel verteidigen, sondern auch bei den Weltmeisterschaften in Are (Schweden) unbedingt um die Medaillenränge mitfahren. "Ich freue mich riesig auf die neue Saison!"