Ein Dozent der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen soll als Exhibitionist aufgetreten sein. Die Staatsanwaltschaft hatte in diesem Fall ermittelt. Foto: Marc Eich

Die Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen hat es mit einer pikanten Angelegenheit zu tun. Ein Top-Ermittler, der in VS als Dozent arbeitet, hat sich in einem Einkaufsmarkt entblößt. Wird dies Konsequenzen haben?

Erneut sorgt ein hochrangiger Beamter für einen enormen Imageschaden bei der Polizei in Baden-Württemberg – dieses Mal ist auch die Hochschule in Villingen-Schwenningen betroffen. Denn ein dortiger Dozent soll im Ortenaukreis die Hosen heruntergelassen haben.

 

Die „Bild“ hatte zuerst über die pikanten Vorfall berichtet, der sich bereits im vergangenen Jahr in einem Tedi-Markt in Ettenheim (Ortenaukreis) abgespielt haben soll. Der Kriminaloberrat war dort als Exhibitionist aufgetreten, was Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Freiburg zur Folge hatte. Offenbar war dabei auch geprüft worden, ob gar ein Kind Opfer der Entblößung durch den Dozenten wurde.

Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Freiburg die Ermittlungen zu der Angelegenheit. Der Beamte habe die Hosen herunter gelassen, was auf Video aufgezeichnet wurde. Die Behörde habe das Ermittlungsverfahren jedoch eingestellt, „da der hinreichende Tatverdacht einer Straftat gegen den Beschuldigten nicht begründet werden konnte“.

Landratsamt verhängt Bußgeld

Das Verfahren war, wie der Sprecher erklärt, in der Folge „zur Prüfung und Verfolgung einer möglichen Ordnungswidrigkeit“ an das Landratsamt des Ortenaukreises weitergeleitet worden. Dort bestätigt man, dass vergangene Woche wegen eines exhibitionistischen Vorfalls im September 2023 in Ettenheim ein Bußgeld in Höhe von 750 Euro wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhängt wurde. Dagegen hat der Mann am Dienstag Widerspruch eingelegt. Das bestätigte das Landratsamt Offenburg auf Anfrage unserer Redaktion.

Laut „Bild“ habe es sich dabei nicht um den einzigen Vorfall dieser Art gehandelt. Bereits 2020 sei der angesehene Polizist in einem Baumarkt in Freiburg dabei erwischt worden, wie er sich zwei Kundinnen von hinten näherte und sein Geschlechtsteil stimulierte. Zwar sei er dabei von einem Ladendetektiv erwischt worden – weil die Kundinnen jedoch von den exhibitionistischen Handlungen nichts mitbekommen hatten, war kein Verfahren eingeleitet worden.

Angelegenheit hatte sich rumgesprochen

Die schlüpfrigen Angelegenheiten hatten sich bereits vor Bekanntwerden in den Medien an der Hochschule für Polizei herumgesprochen. Der Dozent ist bei den Kriminalisten des Landes kein Unbekannter, schließlich stand er aufgrund seiner Tätigkeit als Leiter der Sonderkommission im Fall der 2016 in Endingen (Kreis Emmendingen) ermordeten Joggerin Carolin G. (27) im Rampenlicht.

Unsere Redaktion erfuhr aus dem Umfeld der Hochschule: Schon seit einiger Zeit habe bei den angehenden Polizeibeamten dort das Gerücht die Runde gemacht, dass ein Dozent die Hosen in einem Geschäft heruntergelassen habe. Letztlich sei klar geworden, dass es sich tatsächlich um den besagten Kriminaloberrat handelt.

Hochschule äußert sich nicht zum Vorfall

Ob er weiterhin an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg (HfPolBW) unterrichten darf, oder ob seine Entgleisung dienstrechtliche Konsequenzen hat, ist derweil offen. Das Innenministerium verweist in diesem Zusammenhang an die Hochschule. Diese lässt wiederum über einen Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion erklären, dass sich der angesprochene Dozent derzeit nicht im Dienst befindet. „Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, wird sich die HfPolBW nicht dazu äußern“, heißt es.

Generell äußere man sich nicht zu Personalangelegenheiten, man könne jedoch versichern, „dass die HfPolBW auf bekannt werdende Sachverhalte sehr sensibel reagiert, diese prüft und die gebotenen Maßnahmen trifft“.