Schuldenfrei, aber pessimistische Aussichten: Das neues Bürgerhaus für Hubertshofen rückt in weite Ferne.
„Es hat sich mittlerweile eingebürgert, dass ich in allen Ortschaften zur ersten Gmond auftauche“, bemerkte Oberbürgermeister Erik Pauly bei seiner Begrüßung in Hubertshofen.
Ortsvorsteher David Preis ließ das vergangene Jahr Revue passieren. Die Treppe am Bürgerhaus wurde fertiggestellt, ebenso die Wasserleitungen oberhalb der Kirche. Für das Rathaus, Bürgerhaus und den Kindergarten konnte ein neues Reinigungsteam gewonnen werden. Der Jugendraum wurde fertiggestellt. Mit Stephanie Ambacher von der Stadt und der Dorfjugend wird ein Termin stattfinden, um die endgültige Gestaltung abzusprechen.
Es gab Treffen mit Vertretern der Vereine, der Defibrillator am Bürgerhaus wurde nach außen versetzt. Man fasste den Beschluss, sich in Sachen Nachbarschaftshilfe einem bestehenden Verein anzuschließen.
OB Pauly berichtete aus Donaueschingen. Mit der Realschule konnte die Stadt ihre allergrößte Baumaßnahme abschließen. Die Lage insgesamt sei nicht mehr so rosig. Nach 2014 jährlich steigende Steuereinnahmen stocken seit Corona. Erfreulich sei, dass man am 1. Januar dieses Jahres immer noch schuldenfrei war und das vergangene Jahr um zehn Millionen Euro besser lief als geplant. Allerdings habe man für 2026 mit einem Minus von 4,2 Millionen Euro geplant. Steuern wurden nicht erhöht.
Nicht mehr alles leistbar
Lediglich der Preis für Wasser/Abwasser wird erhöht – allerdings um 64 Prozent, was auf Kritik stieß. Hier würden lediglich die entstandenen Kosten umgelegt, so Pauly. In den kommenden Jahren werden hohe Millionenbeträge gezielt in Bildung, Infrastruktur und Sicherheit investiert. Deshalb könne sich die Stadt künftig nicht mehr alles leisten, „was wir gewohnt sind“.
Auf eine Anfrage Richtung neues Bürgerhaus machte er den Hubertshofenern wenig Hoffnung. Man werde in den kommenden Jahren vorhandene Gebäude erhalten und keine neuen bauen. Beispielsweise würde eine Halle wie die in Grüningen heute nicht mehr gebaut. In einer Haushaltsklausur im März wird der Gemeinderat über Sparmöglichkeiten diskutieren.
Kritik an Winterdienst-Vergabe
In seiner Vorschau auf 2026 berichtete Ortsvorsteher Preis, dass es einen neuen Winterdienst gebe. Später ernteten Pauly und er scharfe Kritik, weil der Dienstleister aus Mundelfingen kommt und ein örtlicher Bewerber nicht beauftragt wurde. David Preis forderte die Anwesenden auf, am 8. März bei der Landtagswahl wählen zu gehen. Am 20. und 21. Juni feiert die Feuerwehr ihr 150-jähriges Bestehen. Es wird ein neuer Kanonier für das jährliche Kanonenschießen gesucht. Im Haushalt steht ein Rednerpult für das Bürgerhaus, die Filteranlage im Schwimmbad wird erneuert, der Kindergarten bekommt eine neue Küche und der Boden im Eingangsbereich wird neu gemacht. Der Seiteneingang an der Kirche wird gepflastert.
Aktuelles Ärgernis
Ein großes Thema sind derzeit die Kosten für die Schülerbeförderung, so auch in Hubertshofen. Der Kreistag hatte im November beschlossen, dass die Eltern von Grundschulkindern ab dem 1. Januar 2026 Kosten in Höhe des jeweiligen Preises für das Deutschland-Ticket Jugend BW zu tragen haben. Ferner wurde das kostenlose Ticket ab dem dritten Kind gestrichen. Er habe als Kreisrat diesen Beschlüssen zugestimmt, räumte OB Pauly ein. „Dem Kreis geht es wie den Kommunen. Es ist einfach kein Geld da.“ Man müsse sparen und setze da an, wo man nicht in der Pflicht sei. Er sehe wohl ein, dass es die Eltern hart treffe, und dass auch der Vorteil, mit dem Ticket in ganz Baden-Württemberg zu reisen, dem Schüler nichts bringt. Man müsse sich in den kommenden Jahren daran gewöhnen, dass zunehmend Leistungen hinterfragt werden, die nicht gesetzlich notwendig sind.