Auf dem Rathausdach in Höfen soll eine von drei Sirenenanlagen montiert werden. Foto: Helbig

Drei Sirenenstandorte wurden für die Gemeinde Höfen ermittelt. In der Gemeinderatssitzung ging es auch um eine Biotopverbundplanung. Jeweils hofft man auf eine Förderzusage.

Nachdem vor vielen Jahren die Sirenen in Höfen abgebaut worden sind, sollen nun drei neue Warnanlagen installiert werden – und zwar auf dem Rathausdach, der Enzauenhalle und auf einem Masten in der Flößerstraße. Dies hat der Höfener Gemeinderat in seiner Sitzung vom Montag vorbehaltlich einer Förderzusage beschlossen.

 

Das Gremium hatte dieses Thema im Jahr 2022 schon einmal auf der Agenda, die Anschaffung wurde jedoch zurückgestellt, weil die Gemeinde damals keine Fördermittel bekommen konnte. Wie Bürgermeister Heiko Stieringer erläuterte, gibt es jetzt ein neues Förderprogramm – einen Antrag habe er im August gestellt, die Genehmigung stehe noch aus. Die drei Standorte wurden aufgrund einer Schallsimulation der Firma Hörmann ermittelt. Die Kelterner Firma, die auch schon die Gemeinde Keltern und die Stadt Neuenbürg mit Warnanlagen ausgerüstet hat, bietet die Anlage für 52 339 Euro an. Hinzu kommen noch rund 3000 Euro für die Funkempfänger, mit denen die Sirenen im Alarmfall ausgelöst werden. Nach Abzug der Förderung von 39 050 Euro müsste die Gemeinde noch rund 16 000 Euro Eigenanteil aufbringen, zuzüglich jährlicher Wartungskosten von etwa 200 Euro pro Jahr, rechnete Stieringer vor.

Wertvolle Lebensräume

Weiteres Thema der Sitzung war die Planung eines Biotopverbunds für Höfen. Tamara Winkscha vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) im Landkreis Calw erläuterte, worum es dabei geht: Biotope seien wertvolle Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten. Neue Baugebiete, Straßenbau und Landwirtschaft verhinderten aber, dass die Arten wandern, sich begegnen und genetisch austauschen könnten. Das Ziel des Biotopverbunds sei es, die Lebensräume wieder miteinander zu vernetzen. Das stärke eine Population und wirke dadurch dem Artensterben entgegen. Maßnahmen seien etwa Hecken zu pflanzen oder Gewässer zu renaturieren als „Trittsteine“ zwischen den Lebensräumen. Mit der Umsetzung des Biotopverbunds könne die Gemeinde auch Ausgleichsmaßnahmen für Bauvorhaben schaffen oder Punkte auf dem Ökokonto sammeln, sagte die Fachfrau.

Voraussetzung dafür sei eine Biotopverbundplanung, die von einem Fachbüro gemacht werden müsse. Laut Winkscha liegen die Kosten dafür je nach Größe des Plangebiets zwischen 55 000 Euro und 80 000 Euro.

Die Planung werde zu 90 Prozent vom Land Baden-Württemberg gefördert. Der Eigenanteil für Höfen würde demnach zwischen 6000 und 8000 Euro betragen. Auch die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen werde mit 70 Prozent gefördert. Das Gremium beschloss einstimmig, eine Biotopverbundplanung vorbehaltlich der Genehmigung der Förderung zu beauftragen und die vorgeschlagenen Maßnahmen auch umzusetzen.

Weitere Rohrbrüche?

Wie Stieringer bekannt gab, ist der Wasserrohrbruch, der vermutlich die Ursache für die Verunreinigung des Trinkwassers war, gefunden und behoben worden. Der Wasserabfluss sei gestoppt, das Wasser werde jedoch vorsorglich noch eine Weile gechlort.

Wassermeister Marko Hübner berichtete, es sei ziemlich schwierig gewesen, den Rohrbruch zu lokalisieren.

Weil die Höfener Trinkwasserleitungen in vielen Bereichen aus mehr als 50 Jahre alte Gussrohren bestehen, befürchtet Hübner, dass es noch zu weiteren Rohrbrüchen kommen werde.