Der Netto-Markt in Dobel wird bald abgerissen. Foto: Gegenheimer

Der Gemeinderat Dobel beschäftigte sich mit dem Neubau des Netto-Markts, Fördergelder für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses und die Machbarkeitsstudie für einen neuen Bauhof.

Der vorhandene Lebensmitteldiscounter am nördlichen Ortsrand sei zwischenzeitlich in die Jahre gekommen und soll nun vom Investor erneuert werden, so Bürgermeister Christoph Schaack.

 

Die Verkaufsfläche von derzeit rund 675 Quadratmetern solle auf mehr als 1000 Quadratmeter erweitert werden. Zusätzlich mit einem Backshop-Café im Vorkassenbereich hätte das Gesamtvorhaben dann über 1100 Quadratmeter Fläche. Eine Fachkundige erläuterte dem Gemeinderat den bisherigen Werdegang des Projektes, das aufgrund der neuen Größe zum „Großflächigen Einzelhandel“ würde. Dies ziehe eine Änderung des Bebauungsplans „Dorfwiesen“ nach sich.

Es seien 22 regionale und überregionale Behörden und sonstige Träger angeschrieben worden und einige hätten auch Stellungnahmen zum Projekt abgegeben. Wichtig war dabei vorrangig die Erörterung von Ökologie in Bezug auf die angrenzenden Mähwiesen.

Dem Antragspaket stimmte der Gemeinderat einstimmig zu. Bürgermeister Schaack informierte, dass der Dobler Discountmarkt am 31. Januar 2026 schließe und abgerissen werde. Die Neueröffnung sei seitens der Investoren für November 2026 geplant.

Drängendste Bauprojekte Unter den Zuschauern der Gemeinderatssitzung saßen einige Feuerwehrleute und folgten gespannt der Erörterung zur Erweiterung ihres Gerätehauses. Bürgermeister Schaack nannte die drei drängendsten Bauprojekte Dobels: Grundschulsanierung, Einzug der Verwaltung und Umbau des Kurhauses und den Neubau des Bauhofes.

„Nicht der große Wurf“

Um Fördergelder für eine vierte Gerätehalle in Höhe von 90 000 Euro und für die Anschaffung eines vierten Fahrzeuges in Höhe von 50 000 Euro beantragen zu können, habe man entschieden, diesen Teil des Bauvorhabens vorzuziehen. Generell sei im Feuerwehrgerätehaus noch viel zu tun. „Im Gebäude gibt’s noch Luft nach oben“, so Schaack. Ortsbaumeister Michael Müller sagte, dass das „nicht der große Wurf“ sei, aber die Fördergelder sollten abgeholt werden. Ihm sei bewusst, dass noch weitere Baumaßnahmen nötig seien. Der Gemeinderat beauftragte einstimmig das Engelsbrander Architekturbüro Binder mit der Erstellung einer Entwurfsplanung und Kostenberechnung, um die Fördergelder beantragen zu können.

Seit geraumer Zeit würde sich der Gemeinderat von Dobel Gedanken über den Standort eines neuen Bauhofes machen, sagte der Bürgermeister. Der alte Bauhof müsse bis 2030 aufgegeben werden.

Schaack erinnerte daran, dass man in Summe 22 Standorte gefunden habe, wovon aber nur sechs als Standort taugen würden. Der Gemeinderat und er priorisierten den Standort „Parkplatz Horntannhalde“. Das Problem sei, dass das Grundstück der Forst BW gehören würde. Diese sei aber nicht an einem Verkauf interessiert, sondern nur an einem Waldtausch. Schaack kritisierte das zähe Verfahren mit der Behörde, wolle aber dranbleiben.

Kosten teilen Als zweite Option wolle man über einen gemeinsamen Standort mit Bad Herrenalb im Bereich „Frauenwäldle“ nachdenken.

Ziel dieser Idee sei, auf dem gleichen Areal zwei getrennt voneinander arbeitende Bauhöfe der beiden Gemeinden zu errichten. Hierzu sei eine Machbarkeitsstudie erforderlich, die fast 20 000 Euro koste.

Kritische Äußerung

Die Kosten könnten sich Dobel und Bad Herrenalb teilen: Ein Viertel Dobel, Dreiviertel Herrenalb. Kritisch dazu äußerte sich Tobias Neubauer (Freie unabhängige Dobler): Er fühle sich ein Stück weit erpresst, wenn Herrenalb hier als größerer Partner Druck machen würde.

Reimund Ruff (Pro Dobel) meinte hingegen, dass eine grobe Analyse wichtig sei. Es dürfe nicht sein, dass man 2030 ohne Bauhof dastehe.

Der Gemeinderat beschloss daher mehrheitlich, die Machbarkeitsstudie gemeinsam mit Bad Herrenalb bei einer Kommunalberatung für gesamt rund 20 000 Euro in Auftrag zu geben.