Die Alte Schule in Neusatz wurde nicht verkauft. Aus dem ehemaligen Kindergarten soll ein Bürgerhaus werden. Foto: Markus Kugel (Archiv)

Wie es mit dem Bürgerhaus für Neusatz und Rotensol weitergeht, entscheidet sich am 29. April. Von Gesamtinvestitionskosten in Höhe von 1.350.000 Euro wird ausgegangen.

Vor drei Jahren startete alles „von einer Idee ohne Geld“ bis hin „zu einem baureifen Projekt“, berichtet der Rotensoler Ortsvorsteher Sven Feuchter.

 

Am Mittwoch, 29. April, soll der Gemeinderat in Bad Herrenalb über das Finanzierungskonzept des Bürgerhauses in Neusatz endgültig beraten. Die Baugenehmigung liegt bereits vor – rund 300.000 Euro im Haushalt für das Jahr 2025 stehen weiterhin unter Vorbehalt und sollen erst fließen, wenn der Ortschaftsrat ein abschließendes Finanzierungskonzept vorlegt.

Fördermittel eingeplant

Mit der Aufhebung des Sperrvermerks für die im Haushaltsplan bereitgestellten Mittel soll letztendlich der Startschuss für den Umbau des ehemaligen Kindergartens Neusatz zum Bürgerhaus gegeben werden.Für die Umnutzung des ehemaligen Kindergartens sind im Planjahr 2026 weitere 900.000 Euro zur Verfügung gestellt. Weiterhin sind Einnahmen aus ELR-Fördermitteln in Höhe von 360.000 Euro eingeplant . Gegenwärtig werden ausgehend von den Berechnungen des begleitenden Architekten Gesamtinvestitionskosten von 1.350.000 Euro erwartet.

Allerdings finden sich die beantragten Mittel aus dem Ausgleichstock nicht im Haushalt. Die bisher im Haushaltsplan ausgewiesenen Mittel seien damit ein wenig unter der aktuellen Kostenschätzung, so Kämmerer Philipp Göhner.

Unterschiedlicher Zustand

Für den Haushalt 2027 müsste an dieser Stelle dann noch nachjustiert werden. Sofern die Stadt zusätzliche Mittel aus dem Ausgleichstock erhält, würde sich die Finanzierung der Maßnahme dann deutlich verbessern.

Die Differenz müsste grundsätzlich aus Darlehen finanziert werden.

Das Vorhaben verbindet die Ortsteile Neusatz und Rotensol. Ausgangspunkt waren zwei Gebäude mit einem unterschiedlichem Zustand: Das Haus in Neusatz ist über 100 Jahre alt und denkmalgeschützt. Im Vergleich dazu ist das Gebäude in Rotensol rund 70 Jahre alt, stark sanierungsbedürftig und ohne Schutzstatus.Nach Beratungen in den Ortschaftsräten fiel die Entscheidung: Das Gebäude in Rotensol wurde verkauft, der Erlös soll in die Sanierung des anderen Gebäudes fließen. Ergänzt wird das Konzept durch Fördermittel.

Ein ehrenamtlich engagierter Architekt entwickelte die komplette Planung, unterstützt durch kleinere Spenden in Höhe von rund 3500 Euro. Auch Gespräche mit Vereinen und dem Jugenddezernat in Calw wurden geführt.

Ortschaftsrat arbeitet an Finanzierungskonzept

Viermal wurde das Projekt im Gemeinderat positiv beschlossen: zunächst als Idee, dann in der Planungsphase, und schließlich auch beim Bauantrag. Bei der vierten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, dass der Ortschaftsrat für eine endgültige Freigabe des Projekts zuerst ein Finanzierungskonzept vorzulegen hat.

Die vergangenen Monate arbeitete der Ortschaftsrat intensiv an diesem Konzept, um dieses in der kommenden Sitzung vorzulegen, erzählt Sven Feuchter.

Die Verwaltung habe das Vorhaben zwar begleitet, die Unterstützung sei jedoch aus seiner Sicht eher zurückhaltend geblieben. Die meiste Motivation das Projekt voranzubringen, haben die Bürger selbst: „Alleine, dass so viele Bürger ehrenamtlich mitwirken, ist das Projekt schon wert“, ist Feuchter überzeugt.

Der nächste Schritt entscheidet sich nun in der kommenden Gemeinderatssitzung – und damit, ob die letzte Hürde für den Bau genommen wird.