Auf dem Rathaus in Schömberg befindet sich eine Sirene. Foto: Stocker

Der Krieg in der Ukraine bringt wieder die Bedeutung von Zivilschutz in den Fokus der Öffentlichkeit. Ein Teil davon sind die Sirenen, die zur Alarmierung der Bevölkerung dienen. Wie sieht es damit in Schömberg und Bad Liebenzell aus? So viel sei verraten: durchwachsen.

Schömberg/Bad Liebenzell - Es ist gespenstisch dieser Tage in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, wie in Online-Videos zu sehen ist. Menschenleere Straßen, im Hintergrund heult der Luftalarm zwischen den Häuserwänden hindurch. Es sind Bilder des Schreckens, die aus Osteuropa zu uns kommen und daran erinnern, wie urplötzlich der Frieden dahin sein kann. Im Angesicht des Krieges stellt sich auch hierzulande derzeit immer wieder die Frage nach dem Zivilschutz. Wo gibt es noch Bunker? Welche Nahrungsmittel sollte man für einen Krisenfall vorhalten?. Das sind Fragen, die auftreten. Doch beim Thema Zivilschutz stehen auch die Sirenen im Fokus, nicht zuletzt nach der Flutkatastrophe im Ahrtal.

 

Sirenen nach Kaltem Krieg oft abgebaut

Auch deshalb wurde das Bundesförderprogramm Sirenen aufgelegt, um die in die Jahre gekommene oder nach dem Ende des Kalten Krieges abgebauten Sirenen aufzurüsten. Wie steht es um die Sirenen in Schömberg und Bad Liebenzell? In Schömberg teilt Pressesprecherin Stefanie Stocker auf Anfrage Folgendes mit: "Die Gemeinde Schömberg kann in vier Ortsteilen auf jeweils eine funktionsfähige Sirene zurückgreifen, die im Rahmen des bundesweiten Warntages im September 2020 auch erfolgreich getestet wurden." Allerdings räumt Stocker auch ein, dass die Anlagen "gleichwohl in die Jahre gekommen sind" und "aufgrund der infrastrukturellen, baulichen Entwicklung der Ortschaften nicht mehr ausreichen, um akustisch wirklich alle Bürger im Bedarfsfall zu erreichen." Man hat in der Glücksgemeinde also für den Unglücksfall enormen Nachholbedarf in Sachen akustischer Bürgerwarnung. "Deshalb werden zwischen Gemeindeverwaltung, Feuerwehr und Gemeinderat Beratungen stattfinden, in die der Bedarf für Modernisierung, Erneuerung, Erweiterung und Neuinstallation von Sirenen einfließt", teilt Stocker mit.

Keine Sirenen in Bad Liebenzell

In Bad Liebenzell sieht es hingegen düster aus mit den Sirenen im Stadtgebiet. Bürgermeister Roberto Chiari teilt nämlich lapidar mit: "Eine aktive Sirene gibt es aktuell nicht." Allerdings werkelt man unter Hochdruck an einer Modernisierung der Anlagen. "Die Planung von neu zu installierenden Sirenen ist abhängig von beantragten Förderungen. Wir hoffen natürlich, dass wir Berücksichtigung finden, um die digitale Umrüstung der Sirenen schnell umzusetzen", verspricht Chiari abschließend.