Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ stehen auf dem Sommer-programm des Oberrheinischen Sinfonieorchesters.
Drei Konzerte in Wehr, Kandern und Brombach stehen vom 29. Juni bis 6. Juli an.
Einen barocken Megahit hat das Oberrheinische Sinfonieorchester Lörrach für seine Sommerkonzerte ausgesucht: Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ von 1725. Der aus Schopfheim stammende junge Geiger Gregor Hänssler wird als Solist in diesem berühmten Zyklus auftreten. Kombiniert wird die Tonmalerei aus dem Barock mit Schuberts fünfter Sinfonie.
Für die Sommerkonzerte sollte es etwas Populäres sein, das auch für das Orchester gut zu bewältigen sei, erklärt Thomas Willmann vom Vorstand. Das Programm hat Dirigent Siping Wang zusammengestellt. Es sei dem Orchester ein Anliegen, jungen, hervorragend ausgebildeten und qualifizierten Musikern eine große Plattform zu bieten, sagte Wang am Mittwoch bei den Proben im Haus der Stadtmusik.
Hänssler kommt mit Vivaldis beliebter Programmmusik. Tonmalerisch, bildhaft und affektreich werden in diesen vier Violinkonzerten der Frühling, Sommer, Herbst und Winter beschrieben. Vom Vogelgesang und Tanz, die das Erwachen der Natur begrüßen, über Hitze und Sommersturm mit Blitz und Donner, die Fülle der Ernte und die Jagd im Herbst bis zum klirrenden Frost des Winters erzählt dieser Zyklus detailfreudig vom Kreislauf der Natur.
„Ich freue mich immer, wieder in der Region zu sein“, sagt Hänssler, der gerne zusagte, als die Anfrage vom Orchester kam. Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ spiele er zum ersten Mal, erzählt der vielfach preisgekrönte Geiger, er habe sie ganz neu einstudiert. Der Zyklus sei „sehr kammermusikalisch“, das gefalle ihm, zumal ihm Kammermusik sehr wichtig sei. Zur Vorbereitung habe er verschiedene Aufnahmen angehört, die von Anne-Sophie Mutter, die mit den „Jahreszeiten“ berühmt geworden sei, aber auch historisch informierte Interpretationen.
Siping Wang zeigt sich bei den Proben begeistert von dem Violinvirtuosen, der im Nebenfach auch Barockgeige studiert hat. „Er macht einen tollen Eindruck“, sagt Wang. Gregor Hänssler habe bei der Zusammenarbeit dem Orchester wertvolle Impulse gegeben für die Spieltechnik und Spielweise bei der Darstellung dieser Barockmusik, die ja nicht zum Kernrepertoire eines klassisch-romantischen Sinfonieorchesters gehört. „Er weiß, wie man diese Barockmusik spielen muss“, so Siping Wang. Das Orchester spiele zwar in „normaler Stimmung“, aber um mehr Originalklang hineinzubekommen, hat man den Cembalisten Adhi Jacinth Tanumihardja verpflichtet. Siping Wang hat den Kontakt zu ihm hergestellt. Der Cembalist und Pianist unterrichtet in Freiburg an der Musikschule. Er brachte zu den Proben sein eigenes, schön verziertes Cembalo mit, ein Nachbau eines französischen Modells. Als Sprecher fungiert Helmut Bertelmann, der die dem Vivaldi-Zyklus beigegebenen Texte vortragen wird.
Als zweites Werk erklingt Schuberts fünfte Sinfonie. 43 Orchestermusiker sind bei diesem reizvollen Programm auf der Bühne.
Die Sommerkonzerte des Oberrheinischen Sinfonieorchesters Lörrach: 29. Juni, 19 Uhr, Stadthalle Wehr; 5. Juli, 19.30 Uhr, Evangelische Kirche Kandern; 6. Juli, 18 Uhr, Mehrzweckhalle Brombach. Vorverkauf für das Brombacher Konzert bei SAM’s Musikhaus/Geissler in Lörrach.