Auf dem Gelände der „Benz Mühle“ in Ottenhöfen haben Sina und Marcel Hildmann den Lebenshof „Mut im Bauch“ ins Leben gerufen. Auf Instagram gibt das Influencerpaar Einblicke.
Ziegen rennen über das Gelände, Katzen räkeln sich in der Sonne, Waschbären tollen durch ihr Gehege und Schweine verstecken sich im Stroh: Auf dem Lebenshof „Mut im Bauch“ in Ottenhöfen, direkt am Mühlenwanderweg, geben Sina und Marcel Hildmann Tieren, die aus verschiedenen Umständen gerettet wurden, eine zweite Chance.
Einen Einblick in die Arbeit vor Ort und das Privatleben gibt das Influencerpaar – beide sind 33 Jahre alt, kennen sich seit rund 14 Jahren und sind seit sieben Jahren verheiratet – auf Instagram: Auf dem Profil „lebenshof.mutimbauch“ bekommen die rund 40 500 Follower die Möglichkeit, auch aus der Ferne den Hofalltag mitzuerleben.
Auf dem Account „mutimbauch“ zeigt Sina Hildmann Ausschnitte aus dem Familienleben mit den zwei Kindern und spricht über Themen wie das Landleben, Ernährung und Fitness. Ihr folgen rund 92 000 Menschen.
Den Traum gab es schon lange
„Wir hatten schon immer den Traum, einen Lebenshof zu gründen“, berichtet Marcel Hildmann im Gespräch mit unserer Redaktion. 2023 hätten sie dann die „Benz Mühle“ – ein alter Bauernhof mit 14 Hektar Land drumherum – übernommen. „Es gab keinen Nachfolger und wir haben die Chance ergriffen“, so der 33-Jährige. „Dann haben wir eine gemeinnützige Stiftung gegründet und den Hof dem Zweck des Tierschutzes gewidmet“, erklärt er. Zwei Hunde, drei Katzen, sechs Ziegen, fünf Gänse, rund zehn Enten, zwei Schweine und vier Waschbären leben nun auf dem Gelände.
„Das ist der momentane Stand. Wir sind aber noch am Umbau. Es werden noch Schafe, Esel und Kühe dazukommen“, kündigt der Influencer an. „Das sind meist Tiere, für die es keinen Platz mehr gibt, und die deshalb theoretisch getötet werden müssten. Bei uns haben sie die Möglichkeit, zu leben.“ Die Hildmanns selbst leben derzeit etwa 30 Minuten vom Lebenshof entfernt, bauen aber gerade um und wollen Anfang nächsten Jahrs dorthin ziehen.
Paar hat Unterstützung von mehreren Mitarbeitern
Mitgekauft hat das Influencerpaar auch die Gastronomie auf dem Hof. Wo früher ein trockenes Brot das einzige vegane Angebot auf der Karte war, wird heute nur noch rein pflanzliches Essen angeboten. Doch soviel verändert hat sich auf den zweiten Blick gar nicht: „Wir fanden die Vesperstuben-Atmosphäre cool und haben das Ganze einfach neu gedacht“, erklärt Hildmann. So gibt es noch immer Flammkuchen und Wurstsalat – aber vegan. „Auf der Karte steht nur der kleine Hinweis ‚alles ist pflanzlich‘. Die Leute probieren das Essen einfach und merken: Es ist ganz geil“, berichtet er. Durch die neue Ausrichtung habe sich das Publikum zwar verändert, doch es funktioniere.
Und woher kommt der Name „Mut im Bauch“? „Angefangen hat alles mit dem Account meiner Frau. Sie hat vor mehr als zehn Jahren als Influencerin begonnen“, berichtet der 33-Jährige. Sie habe auf Youtube über ihre damalige Essstörung gesprochen und andere Frauen bekräftigt, dass man es schaffen könne, da rauszukommen. Bei einem Spaziergang sei spontan die Idee für den Namen entstanden – und bis heute geblieben. „Er passt einfach zu jedem Projekt“, so Hildmann.
Soziale Medien, Buchhaltung, Lebenshof, Gastronomie, Küche, Reinigung, Versorgung der Tiere: Um die vielen Aufgaben erledigen zu können, haben Sina und Marcel Hildmann mehrere Mitarbeiter. Ein Zootierpfleger kümmert sich um die Tiere, zu Hause bekommen sie Unterstützung von einem „Au-pair“. Während der Lebenshof sich über Spenden finanziert, verdient das Influencerpaar sein Geld über Kooperationen mit Firmen, deren Produkte sie bewerben. So macht Sina Hildmann etwa Werbung für einen Staubsauger, dem sie unter dem Namen „mutimbauch.putzfee“ einen ganzen Account widmet. „Wir können gut davon leben“, so Marcel Hildmann.
Neben der Arbeit auf dem Lebenshof würden die beiden hauptsächlich von zu Hause aus arbeiten. „Unser Privatleben ist halt auch unser Job“, erklärt er. Auch wenn der Familienalltag Thema in den Videos ist – alles zeigen die Hildmanns nicht. „Wir haben entschieden, die Kinder nicht zu zeigen. Wir sprechen natürlich darüber und versuchen aber, keine intimen Details preiszugeben“, erklärt der Familienvater. „Man muss immer bedenken, dass wir auf Instagram nur einen Bruchteil unseres Lebens zeigen. Es ist kein 24 Stunden Livestream, sondern vielleicht zwei Minuten unseres Tages“, ist dem 33-Jährigen wichtig zu betonen.
Sie wollen Tieren beweisen, dass das Leben schön ist
Die Mission der Hildmanns – „Tieren, die es bisher nicht schön hatten in ihrem Leben, beweisen, dass das Leben doch ganz schön sein kann und nebenbei einen Platz für Familien schaffen, die glückliche Tiere, unberührte Natur und leckeres Essen genießen wollen“ – kommt bei den Menschen offenbar gut an. Nicht nur in den Kommentaren unter den Videos sind zustimmende Worte und Begeisterung zu lesen, einige Follower würden – so Marcel Hildmann – auch extra in Ottenhöfen vorbeikommen, um sich den Hof im echten Leben anzusehen.
Weitere Infos
Unsere Serie
„Ortenauer Internetpromis“ stellt Menschen aus der Region vor, die in den sozialen Medien bekannt geworden sind. In Porträts zeigen wir, was ihre Arbeit ausmacht.
Auf Instagram
bekommt man auf dem Profil @lebenshof.mutimbauch mehr von dem Hofalltag zu sehen. „Einblicke in das Familienleben“ gibt Sina Hildmann auf ihrem Account @mutimbauch. Weitere Infos zu gibt es unter lebenshof-mutimbauch.de.