Simone Mader verstärkt seit August das Citymanagement der Wirtschaftsförderung VS. Sie hat viele Ideen und Visionen. Foto: Mareike Kratt

Seit mehr als zwei Jahren gibt es ihn endlich, den lang herbeigesehnten Citymanager für die Doppelstadt. Jetzt hat Thomas Herr Verstärkung bekommen – durch die Villinger Einzelhändlerin Simone Mader. Warum?

Es war im Frühsommer 2022, als die Wirtschafts und Tourismus Villingen-Schwenningen GmbH (WTVS), die sich mittlerweile mit der Kultur- und Tagesräume Villingen-Schwenningen GmbH (KTVS) zur WIR VS GmbH zusammengeschlossen hat, Thomas Herr als ersten Citymanager der Doppelstadt präsentiert hat.

 

Leerstand – Frequenz – Aufenthaltsqualität: Diese drei Eckpunkte hatte sich der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann mit vielfachen Zusatzqualifikationen auf die Fahnenstange geschrieben. Seither ist einiges passiert und in den Fluss gekommen – unter anderem durch diverse Pop-up-Stores oder Innenstadt-Events.

Bekannt durch Heimathafen und IHK

Zu tun gibt es dennoch mehr denn je – und das weiß auch die Wirtschaftsförderung. Die Themen seien sehr komplex und zeitintensiv. Eine Person allein könne sie nicht begleiten und ihnen gerecht werden, erklärt Geschäftsführer Matthias Jendryschik auf Nachfrage unserer Redaktion. Daher habe man das Team erweitert und Simone Mader mit ins Boot des Citymanagements geholt. Mader ist bekannt durch den Concept-Store Heimathafen, den sie mit zwei Filialen in der Villinger Innenstadt als Geschäftsführerin leitet. Zudem war sie viele Jahre lang als Innenstadtberaterin bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) tätig.

Digitalisierung im Fokus

„Es passt super“, ist Matthias Jendryschik froh über die neue Citymanagerin, auf die die Wirtschaftsförderung zugegangen ist, die daraufhin sofort zugesagt hat und Kollege Thomas Herr seit August mit einer 50-Prozent-Tätigkeit unterstützt. Besonders das Thema Digitalisierung im Einzelhandel nimmt laut des Geschäftsführer für eine immer größere Bedeutung im Oberzentrum ein, für das personelle Verstärkung wichtig war. Nahezu wöchentlich gibt es für die Wirtschaftsförderung inzwischen Workshops in Sachen Instagram oder KI. Auch beim Reallabor „FutureLAB“ Villingen-Schwenningen, das die Wirtschaftsförderung im Oktober mitveranstaltet hat, stand das Thema digitale und nachhaltige Stadtentwicklung im Fokus.

Thomas Herr seit mehr als zwei Jahren Citymanager der Doppelstadt. Seither sind viele Projekte angestoßen worden. Foto: Mareike Kratt

„VS zukunftssicher machen“

Mader freut sich indes, sich mit ihrer IHK- und Einzelhandels-Erfahrung sowie ihrem bestehenden Netzwerk strategisch und konzeptionell einbringen zu können. Es gebe viel zu tun, aber die Potenziale seien vorhanden. Ihr Ziel: „Die Stadt VS zukunftssicher machen!“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Dazu sei es unabdingbar, die „richtigen“ Personen an einen Tisch zu bringen: Händler, Dienstleister, Gewerbevereine, und Menschen, „die Bock haben, etwas zu bewegen“. Simone Maders Credo: „Innenstadt geht nur gemeinsam!“

Villingen vs. Schwenningen

Wichtig sei zudem, die Stärken von beiden Stadtbezirken herauszuarbeiten und diese wiederum zu stärken. In Schwenningen sei es die Innovationskraft, die den Stadtbezirk ausmache und forciert werden müsste. Auch die vielzähligen Studenten müssten mehr in Einklang mit der Innenstadt gebracht werden. Und: „Schwenningen ist nicht Villingen“, betont die neue Citymanagerin. Deshalb müsse man Schwenningen besser von der historischen Villinger Innenstadt abgrenzen und ein Konzept erstellen, in dem sich jeder Bürger wiederfindet.

Klar ist: Villingen hat kleinere, inhabergeprägte Geschäfte, Schwenningen größere, die, wenn sie leer stehen, schwieriger zu vermarkten seien. Dennoch mache das Ladensterben auch vor Villingen nicht Halt, sagt Mader. Daher sollen unter anderem die Pop-up-Programme ausgeweitet werden. Und sie unterstreicht: „Wir können nur mit dem arbeiten, was wir vorfinden.“

Potenzial ist da

Dennoch: Die Geschäftsfrau ist zuversichtlich, was den Erfolg des Gesamtprojekts angeht. Die richtige Richtung sei eingeschlagen, das Potenzial auf jeden Fall da. Jetzt gelte es ein festes Fundament für die Innenstädte zu errichten, um es anschließend ausbauen zu können.