Was kommt dabei heraus, wenn man die Liebe zu Ballermann-Musik und Comedy vereint? Richtig, ein eigener Malle-Song. Eben so einen hat Simon Seifried aus Herrenzimmern aufgenommen – und verrät darin ein Geheimnis.
Bösingen-Herrenzimmern - Simon Seifried kann es kaum erwarten – bereits nächste Woche könnte sein erster eigener Malle-Song veröffentlicht werden. Diesen zu produzieren, war allerdings schwieriger als angenommen.
"Ich hätte nie gedacht, dass es so schwierig ist, auf Knopfdruck kreativ zu sein", erzählt der 35-Jährige. Kein Wunder, schließlich ist er es als Hobby-Comedian gewohnt, immer wieder Texte und Dialoge für Auftritte, etwa beim Herrenzimmerner Bürgerball, zu verfassen. Doch diesmal hatte er das erste Mal mit so etwas wie einer Schreibblockade zu kämpfen.
Auftritt im Musikvideo
Aber von Anfang an: Simon Seifried hat schon mehrfach in Herrenzimmern durch außergewöhnliche Aktionen auf sich aufmerksam gemacht, etwa als er und sein Bekannter Ralf Imhof als Tommie und Mario aus dem Film "Ballermann 6" den Kölner Karneval aufmischten. Das brachte ihnen nicht nur einen Gastauftritt im Programm von Tommie-Schauspieler Tom Gerhardt ein, sondern auch im Musikvideo zu "Weine nicht wenn der Pegel fällt" des Partyschlagersängers Alfred Zucker.
Produziert wurde das Musikvideo dort, wo Seifried nun seinen eigenen Song aufgenommen hat: bei Michael Matuschek in Stolberg bei Aachen. Unter dem Namen "Matusa" ist dieser vor allem durch seine Musikvideos für das Label "Summerfield Records" und für Interpreten wie Ikke Hüftgold bekannt.
Aus Schnapsidee entstanden
Die Idee, als Kunstfigur "Rübe" einen eigenen Malle-Song herauszubringen, sei im wahrsten Sinne des Wortes einer Schnapsidee entsprungen und habe nicht zum Ziel, eines Tages damit beim Ballermann aufzutreten, so Seifried im Gespräch mit unserer Redaktion. "Ich hatte einfach Lust drauf, auch wenn ich nie gedacht hätte, dass es so viel Arbeit ist."
Eineinhalb Tage hatte er Zeit, um den Song produzieren zu lassen. Die Strophen hatte er bereits geschrieben. Doch vor Ort stellte sich heraus, dass diese nicht in die Rhythmik des Songs passten und umgeschrieben werden mussten. "Dann dachte ich: Okay, das schreib ich kurz um, saß dann aber unter Zeitdruck ewig vor dem leeren Blatt, ohne dass mir etwas eingefallen ist", gibt Seifried zu. Schreibblockade.
Schließlich besann sich der 35-Jährige darauf, dass er ja auch leidenschaftlicher Comedian ist und die Texte in Ballermann-Liedern nicht zwingend Sinn ergeben müssen, solange gute Laune dabei rüberkommt. So wurde der Text am Ende doch ganz anders als anfangs gedacht.
"Kater Ade"
Gleich geblieben ist aber das Thema, auf das Simon Seifried kam, nachdem er mal einige Tage durchgefeiert hatte und von den Mitfeiernden darum beneidet wurde, quasi katerfrei zu sein. Im Song, der den Titel "Kater Ade" tragen wird, verrät Seifrieds Alter Ego "Rübe", der gut gelaunte Trunkenbold, der gern Party macht, deshalb sein Geheimrezept.
"Entstanden ist ein lyrisches und musikalisches Meisterwerk, bei dem Goethe und Beethoven vor Neid erblassen würden", sagt er lachend. Wie alle Ballermann-Songs sei auch dieser natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen, sagt Seifried.
Dass der 35-Jährige weder im Takt klatschen kann, wie er sagt, noch etwas mit den Begriffen "Dur" und "Moll" anfangen konnte, spielte bei der Songproduktion glücklicherweise keine Rolle. Das kriege man alles mit dem Computer hin, sei ihm versichert worden.
Eingesungen in 20 Minuten
Eingesungen habe er den Song, dessen Refrain der Produzent vor Ort mit Gitarre und Keyboard einspielte, in gerade einmal 20 Minuten – in verschiedenen Lautstärken und Tonlagen. Diese Spuren werden nun übereinandergelegt.
Und wie klingt das Ganze? "Ein bisschen wie ich: einzigartig", sagt Simon Seifried lachend. "Unbearbeitet war mein Gesang wirklich schlimm. Ich bin sehr gespannt, was der Produzent jetzt daraus macht." Bald soll Seifried die Rohfassung erhalten. Ursprünglich wollte er den Song pünktlich zum Vatertag veröffentlichen. Ob das tatsächlich klappt, steht noch nicht fest.
Klar ist aber, dass er dann auf allen gängigen Plattformen, wie Spotify und Amazon, erhältlich sein wird, wenn man nach dem Interpreten "Rübe" sucht. Die Vorfreude beim Herrenzimmerner ist schon groß: "Ich bin unglaublich gespannt, wie der Song ankommt."