Für den Bereich Betek der Simon Group ist Wolframcarbid ein wichtiges Vormaterial. Foto: Fritsche

Die Preisentwicklung von Wolframcarbid, Grundstoff für die Betek, wirkt sich auf das Gesamtergebnis der Indus-Gruppe aus.

Bereits Ende April hatte der Vorstand der Indus Holding AG vor dem Hintergrund einer Sonderentwicklung im Segment „Materials Solutions“ in einer Ad-hoc-Meldung die Umsatz- und Ertragsprognose für das Geschäftsjahr 2026 erhöht: Den Konzernumsatz auf 1,85 bis 2,05 Milliarden Euro, das bereinigte EBITA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) auf 160 bis 190 Millionen Euro (wir berichteten). Diese Prognose bestätigte Indus mit der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal 2026: Der Konzernumsatz erhöhte sich laut Mitteilung um 9,7 Prozent auf 441,6 Millionen Euro (Vorjahr: 402,4 Millionen Euro). Das bereinigte EBITA stieg auf 42,5 Millionen Euro (Vorjahr: 24,9 Millionen Euro).

 

„In einem weiterhin schwierigen Marktumfeld verlief das Geschäft der Indus-Gruppe im ersten Quartal 2026 weitgehend planmäßig. Durch einen Sondereffekt beim größten Unternehmen im Segment Materials Solutions stiegen Umsatz und Ergebnis aber stärker an als ursprünglich erwartet“, berichtete Indus. Die extreme Preissteigerung beim Vormaterial Wolframcarbid, wichtiger Grundstoff des Bereichs Betek der Simon Group, hätten zu einem deutlichen Preiseffekt bei den Umsatzerlösen geführt. Unabhängig davon hätten auch die anderen Beteiligungen in allen drei Segmenten den Umsatz wie geplant ausgebaut.

So sei im Segment Materials Solutions der Umsatz auf 167,5 Millionen Euro (Vorjahr: 142,5 Millionen Euro) und das bereinigte EBITA auf 28,2 Millionen Euro (Vorjahr: 12,7 Millionen Euro) gestiegen. „Der Umsatzanstieg ist insbesondere auf die extreme Preisentwicklung beim strategischen Rohstoff Wolframcarbid zurückzuführen, wobei knapp ein Drittel der Umsatzsteigerung bei dem davon betroffenen Segmentunternehmen auf Mengenerhöhungen beruht“, erläuterte Indus. Auch vorgezogene Ergebniseffekte durch lange Beschaffungs- und Durchlaufzeiten der wolframhaltigen Materialien hätten Einfluss gehabt. In Erwartung weiter hoher Materialpreise rechne Indus für das Gesamtjahr nun mit einem stark steigenden Umsatz und einem stark steigenden Segmentergebnis.

Lieferfähigkeit verbessert

„In Abstimmung mit den größten Kunden und Systempartnern unserer Beteiligung haben wir uns bewusst dazu entschieden, die Lieferfähigkeit des betroffenen Unternehmens im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten zu unterstützen“, sagt Indus-Finanzvorstand Rudolf Weichert Die notwendigen Anpassungen der Verkaufspreise spiegelten die Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit wider und hätten erfolgreich umgesetzt werden können.“