Die Unternehmen der Simon Group sind seit 1992 Tochtergesellschaften der Indus Holding AG. (Archivfoto) Foto: Wegner

Aufsichtsrat und Vorstand der Indus Holding AG haben auf der jährlichen Hauptversammlung von ihrer Arbeit im vergangenen Jahr und den Plänen für die Zukunft berichtet.

Aichhalden/Bergisch-Gladbach/Köln - Die Hauptversammlung fand erneut virtuell statt. Diesmal allerdings wurde sie aus dem Rheinsaal der Messe Köln, wo sonst traditionell die Präsenzveranstaltungen stattfinden, ins Internet übermittelt. "Wir sind gespannt, wie viel von dem gewohnten Indus-Hauptversammlung-Feeling wir dadurch auch zu unseren Aktionärinnen und Aktionären transportieren können", sagte der Indus-Vorstandsvorsitzende Johannes Schmidt im Vorfeld.

Und tatsächlich präsentierten sich Aufsichtsratschef Jürgen Abromeit und der Vorstand auf dem bekannten Podium und ließen so ansatzweise die Erinnerung an die Atmosphäre früherer Hauptversammlungen anklingen. Obwohl Abromeit und die Vorstände in die Kamera und nicht ins große Aktionärspublikum hinein ihre Reden hielten, schafften sie es, "etwas rüberzubringen". Die vier Indus-Vorstände zeigten im übrigen Korpsgeist: Alle trugen die gleiche Krawatte.

Konzernumsatz von 1,56 Milliarden Euro

Die weiteren Aufsichtsratsmitglieder, darunter auch die Vertreter der Arbeitnehmerseite, waren per Video zugeschaltet. Nach den Erklärungen zum Ablauf und Reden von Abromeit und Schmidt folgten die Aktionäre dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat und beschlossen die Zahlung einer gegenüber den Vorjahr unveränderten Dividende in Höhe von 0,80 Euro je Aktie.

Bei einem Konzernumsatz von 1,56 Milliarden Euro, einem Konzern-EBIT (operatives Ergebnis) von 25,1 Millionen Euro und einem Bilanzgewinn von 35,8 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2020 liegt die beschlossene Ausschüttungssumme bei 21,5 Millionen Euro. Nach der Ausgabe neuer Aktien im Rahmen der Kapitalerhöhung vom 26. März 2021 entspricht dies einer Ausschüttungsquote von rund 60 Prozent.

Vor dem Hintergrund des starken Cash-Flows und der verbesserten Aussichten für das Geschäftsjahr 2021 liegt die diesjährige Ausschüttungsquote damit über der üblichen Quote von 40 bis 50 Prozent. Der Vorstand bekräftigte, dass er an der langfristigen Dividendenpolitik festhalte, bis zu 50 Prozent des Bilanzgewinns an die Aktionäre auszuschütten.

"Mit einem Rückgang des Umsatzes um nur 10,6 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro sind wir relativ gut durch das Krisenjahr gekommen", befand Schmidt. Bei den 46 Beteiligungen in den fünf Segmenten habe es auch Gewinner gegeben, so im Bereich Glasfaserausbau, Technik für Paketverteilzentren oder Metalldetektion für die Lebensmittelindustrie. Es habe auch einen großen Teil von Beteiligungen gegeben, die sich gut behaupten konnten. "Und es gab ein paar mehr Verlierer als in normalen Zeiten: Hierzu gehören die Unternehmen im Segment Fahrzeugtechnik, aber auch die Unternehmen der Medizintechnik wurden eingebremst", berichtete Schmidt weiter.

Nachhaltigkeit als Thema

Das umsatzstärkstes Segment Metalltechnik mit seinen zehn Einheiten, zu dem auch die Simon Group gehört, habe nur leichte Einbußen verzeichnet: Im Vergleich zum Vorjahr ging der Umsatz um 3,8 Prozent zurück, auf 393,6 Millionen Euro. Die Stilllegung der Schweizer Beteiligung werde Mitte 2021 abgeschlossen sein. "Außerdem haben wir die Kunststoffgalvanik der Simon Group geschlossen. Dementsprechend fiel hier Umsatz weg. Das Geschäftsfeld Simon Kinetics haben wir an die Titus Group verkauft. Rechnen wir diese Umsätze raus, hat das Segment im Vergleich zum Vorjahr den Umsatz sogar leicht steigern können – trotz Corona", erläuterte Schmidt. Das weltweite Geschäft mit Hartmetallprodukten sei dafür der Treiber gewesen.

Für das Geschäftsjahr 2021 rechne Indus mit einem Umsatz zwischen 1,55 und 1,7 Milliarden Euro und einem Ergebnis zwischen 95 und 110 Millionen Euro. Indus wolle weiter über Zukäufe wachsen. "Die Rahmenbedingungen für attraktive Zukäufe haben sich verbessert. Die laufenden Gespräche stimmen uns zuversichtlich", sagte Schmidt. Die Kapitalerhöhung habe den Handlungsspielraum geschaffen, um neue "Hidden Champions" zu erwerben. Im Schnitt stünden 50 Millionen Euro jährlich für neue Beteiligungen zur Verfügung.

Darüber hinaus setze die Indus-Strategie auf eine gezielte Förderung nachhaltigen Handelns in der Gruppe. "Nachhaltigkeitsprojekte unserer Beteiligungen werden wir zukünftig aktiv fördern. Das erfolgreiche Modell unserer Innovations-Förderbank übertragen wir dazu auf eine Nachhaltigkeits-Förderbank", kündigte Schmidt an. Nachhaltigkeitsprojekte aus den Beteiligungen werde Indus im Sommer 2021 erstmals in einem separaten "Nachhaltigkeitsmagazin" veröffentlichen.

Abschließend bekräftigte Schmidt das, was auch der Aufsichtsratsvorsitzende Abromeit schon gesagte hatte: Er wünsche sich, dass die nächste Hauptversammlung wieder wie vor der Pandemie sein könne: "Der Austausch zwischen Aktionären und Vorstand sollte in präsenter Form stattfinden."

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