Die dreijährige Iliana aus dem Roma-Dorf Vresovo in Bulgarien bekam leuchtende Augen, als sie ihr Weihnachtspaket öffnen durfte. Foto: Geschenke der Hoffnung e.V. Foto: Schwarzwälder-Bote

Simmozheim und weitere Sammelstellen im Landkreis beteiligen sich an weltweit größter Weihnachtspaket-Aktion für Kinder in Not

Von Marion Selent-Witowski

Simmozheim. Seit zehn Jahren wird von Simmozheim aus Kindern in den ärmsten Regionen Osteuropas und Zentralasiens eine große Freude gemacht: Exakt 2549 Pakete wurden bislang im Rahmen der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" verschickt.

Das zehnköpfige Helferteam in der Gäugemeinde war 2001 auf die Sammelstelle in Stammheim aufmerksam geworden. "Daraufhin haben wir uns entschlossen, bei uns im Kindergarten Schillerfalter ebenfalls eine solche einzurichten", berichtet Sigrid Beck, eine der Initiatorinnen der vorweihnachtlichen Aktion.

Noch bis 15. November haben die Simmozheimer und die Menschen in den übrigen Gemeinden des Landkreises Gelegenheit, einem Kind in Not Freude und Hoffnung zu schenken, indem sie sich an der weltweit größten Geschenk-Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" (siehe "Stichwort") beteiligen. Die Spender haben dabei eine leichte Aufgabe: einfach den Deckel und Boden eines Schuhkartons separat mit Geschenkpapier bekleben und das Päckchen mit Geschenken für einen Jungen oder ein Mädchen der Altersklasse zwei bis vier, fünf bis neun oder zehn bis 14 Jahre füllen. Bewährt hat sich eine Mischung aus Kleidung, Spielsachen, Schulmaterialien, Hygieneartikeln und Süßigkeiten. Eingepackt werden dürfen nur Geschenke, die zollrechtlich in allen Empfängerländern erlaubt sind. Eine Packanleitung ist im Aktionsflyer zu finden, der an vielen Stellen ausliegt.

Für das Helferteam ist die Arbeit weitaus aufwendiger, denn jedes abgegebene Päckchen muss nochmals auf seinen Inhalt hin überprüft werden, bevor es losgeschickt werden kann. "Die Kartons sollten deshalb auf keinen Fall zugeklebt werden", sagt Beck.

Ist die Schachtel gepackt, kann sie zusammen mit einer empfohlenen Spende von sechs Euro für Abwicklung und Transport zu einer der registrierten Abgabestellen gebracht werden. Von dort aus geht das Päckchen über geschulte Sammelstellen und Regionallager nach Osteuropa und Zentralasien. Die Päckchen, die dieses Jahr in Simmozheim gesammelt werden, sollen Kindern im Kosovo, in Moldau, Rumänien, Serbien und der Slowakei ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Im jeweiligen Empfängerland werden die Schuhkartons von christlichen Gemeinden unterschiedlicher Konfessionen verteilt. Diese organisieren, wenn erwünscht, eine Weihnachtsfeier und bieten ein Heft mit Geschichten aus der Bibel an. Die Verteilpartner arbeiten häufig mit Behörden und sozialen Einrichtungen zusammen.

"Gleich einen Tag nach Abgabeschluss, am 16. November, fangen wir mit unserer Arbeit an. Wenn die 23 großen Umzugskartons im Foyer mit den Päckchen gefüllt sind, werden sie von einer Spedition aus Renningen abgeholt und ins Zentrallager nach Berlin transportiert, von wo aus sie dann in die Empfängerländer weiterverteilt werden", erklärt Beck.

Weltweit wurden seit Beginn der Aktion 1990 mehr als 90 Millionen Schuhkartons gepackt. Bereits vor der diesjährigen Aktion zeichnete sich ab, dass der Unterstützerkreis stetig wächst: Hunderte ehrenamtliche Sammelstellenleiter hatten zugesagt, die abgegebenen Geschenk-Päckchen kind- sowie zollgerecht zu verpacken und sie auf die Reise zu schicken. Auch viele Unternehmen unterstützen die Aktion des christlichen Hilfswerks "Geschenke der Hoffnung" mit Mitarbeiteraktionen oder stellen Sachspenden zur Verfügung.

Beck und ihre Mitstreiterinnen werden zwar nicht miterleben können, wie die Kinder in den Empfängerländern freudestrahlend ihr Päckchen in den Händen halten, doch eines bekommen sie auch in diesem Jahr wieder hautnah zu spüren: "Die Jungen und Mädchen im Schillerfalter freuen sich immer riesig, wenn sie die Berge von Geschenken sehen. Somit machen wir die Kleinen jedes Jahr erneut auf die Armut in der Welt aufmerksam".

Weitere Informationen: weitere Sammelstellen im Landkreis unter www.geschenke-der-hoffnung.org

Ob mit "Weihnachten im Schuhkarton", dem Baby-Not-Projekt "Dreh den Hahn auf" oder anderen Hilfseinsätzen: Als international tätige, christliche Hilfsorganisation unterstützen die Mitglieder des Vereins "Geschenke der Hoffnung" bedürftige Menschen ganz praktisch und auf vielfältige Weise in mehr als 20 Ländern. Schwerpunkte der Arbeit sind die humanitäre Hilfe sowie die Unterstützung von Kindern und Familien im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit. Größter Partner ist die internationale Hilfsorganisation "Samaritan’s Purse", mit der das Hilfswerk – neben "Weihnachten im Schuhkarton" – vor allem auch in Katastrophenfällen zusammenarbeitet. Die Unterstützung wird ungeachtet des religiösen, sozialen oder kulturellen Hintergrundes gewährt.