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Simmozheim Schillerareal soll verkehrsfrei werden

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Die Kirche wird ein wichtiger Bezugspunkt im neu zu gestaltenden Schillerareal bleiben.Foto: Tröger Foto: Schwarzwälder Bote

In der ersten Sitzung nach der Sommerpause war das Schillerareal ein weiteres Mal Schwerpunkt im Simmozheimer Gemeinderat. Breiten Raum nahm die persönliche Vorstellung der beauftragten Planer und eine ausführliche Diskussion über noch grundsätzliche Fragen zur Erarbeitung der Entwurfsplanung ein.

Simmozheim. Die Architekten Mathias Hähnig und Jan Gienau von der Arbeitsgemeinschaft Hähnig/Gemmeke Architekten BDA Partnerschaft mbB aus Tübingen und der Freie Landschaftsarchitekt Stefan Fromm BDLA aus Dettenhausen zeigten anhand von gewonnen Wettbewerben sowie ausgeführten Vorhaben ihre Expertise für das Simmozheimer Ortsentwicklungsprojekt auf. Die beiden Büros arbeiten seit Jahrzehnten bei städtebaulichen Projekten zusammen. Hähnig und Fromm erläuterten detailliert ihre bisher vorliegenden Planungen, mit denen sie den Wettbewerb für das Schillerareal gewonnen haben.

Bedenken zerstreut

Zur Vorbereitung der konkreteren Entwurfsplanung hat die Verwaltung eine Liste mit grundsätzlichen Fragestellungen vorgelegt, die einzeln diskutiert wurden. Das war die Fassadengestaltung, wird Putz oder überwiegend Holz, wie von den Architekten vorgeschlagen, bevorzugt. Hähnig konnte die Bedenken von Eugen Häberle, dass Holz viel Pflegeaufwand und Kosten nach sich zieht, zerstreuen, denn heute werde vorverwittertes imprägniertes Holz verwendet, das wie Putz Pflegeintervalle von zehn bis 15 Jahren habe.

Ein zweiter, ausführlich debattierter Punkt war die Anordnung und Funktionalität von Café, Küche, Veranstaltungsraum, Mittagstisch für Schüler und Senioren sowie die Bibliothek/Mediathek. Man einigte sich darauf, die Küchengröße mit Blick auf die unterschiedlichen Bedarfe zu optimieren und die eingesparten Flächen dem Café zuzuschlagen. Zum Punkt Gruppenformen in der Kita informierte Bürgermeister Stefan Feigl über die Möglichkeit, gemischte Gruppen mit einer Stärke bis zu 20 Kinder von zwei bis sechs Jahren zu bilden, die förderfähig sind. Hähnig wies darauf hin, dass für die weitere Planung auch der künftige Betreiber und das pädagogische Konzept eine Rolle spielen.

Beim Punkt Wohnungen im Dachgeschoss des Kita-Gebäudes wies Feigl auf ein neues Wohnungsbauprogramm des Landes hin, bei dem Gemeinden, die sozialen Wohnungsbau vorantreiben und dabei gewisse Voraussetzungen erfüllen, hohe Förderungen bekommen. Für die zwei geplanten Wohnungen könnten das bis zu 190 000 Euro sein, man habe einen Antrag gestellt. Ob das Auswirkungen auf seine Planung habe, wollte Sabine Fels von Hähnig wissen. "Es gibt Vorgaben, aber es passt", so der Architekt.

Konträr waren die Meinungen im Gremium zunächst, was das Thema Verkehrsberuhigung beziehungsweise Verkehrsfreiheit des Areals angeht. "Ich will es auf jeden Fall verkehrsfrei, das wird auch auf den Wänden mit den Plänen im Rathaus oft von Bürgern gewünscht", machte der Bürgermeister seine Position deutlich. Auch Planer Fromm sieht die Aufenthaltsqualität in dem als Treffpunkt in der Ortsmitte geplanten Areal von Durchgangsverkehr gefährdet. "Was ist mit Anlieferung für Café oder Catering, Paketdiensten, Müllabfuhr und Rettungsdiensten?", fragte Chris Laich. Die Aufgabe an die Planer lautet nun: Das Areal soll verkehrsfrei sein, aber so geplant werden, dass Anlieferung und Sondersituationen möglich sind.

Eine "einzigartige Chance, das Kirchengelände barrierefrei zugänglich zu machen", sei die geplante Rampe, konstatierte Feigl. Der parallel angelegte Wasserlauf, der vom Sprudelfeld vor der Bibliothek bis zur Hauptstraße führen soll, fand nicht einhellig Zustimmung: "Ich bin dagegen, der ist unnatürlich", befand Sabine Fels. Man einigte sich darauf, Rampe und Wasserlauf in die Entwurfsplanung aufzunehmen, die Kosten zu ermitteln und später zu entscheiden.

Es sei sinnvoll, so früh wie möglich die Fachplaner für die einzelnen Gewerke in den unterschiedlich genutzten Gebäuden einzubinden, dann könne man auch die Kostenermittlungen konkreter machen, empfahl Architekt Hähnig dem Rat.

Als nächster Schritt im Fortgang des Projekts wird die Entwurfsplanung der einzelnen Gebäude und des Dorfplatzes in Projektgruppen zusammen mit den zuständigen Fachstellen wie der Fachberatung des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg für die Kita und der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen für die Mediathek entwickelt. "Dabei kann auch aus jeder Ratsfraktion ein Mitglied teilnehmen", sagte der Bürgermeister auf Nachfrage von Fels zu. Ihm sei allerdings sehr wichtig, dass man zügig weiterkomme, denn "die Kita im Schillerareal müsse auf jeden Fall fertig sein, wenn das Baugebiet Mittelfeld fertig ist".

Wenn die Entwurfsplanung steht, soll diese nach Möglichkeit nochmal den Bürgern im Rahmen einer Veranstaltung vorgestellt werden. Dann wird der Gemeinderat die Grundsatzentscheidung zur Realisierung des Vorhabens treffen.

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