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Simmozheim Maistreich erhitzt die Gemüter weiter

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Der gefällte Maibaum blockierte nur kurzzeitig die Straße. Er wurde schnell von der Feuerwehr wieder aufgeräumt. Foto: Robertz

Simmozheim - Ein Mai-Streich sorgt bis heute in Simmozheim für viel Gesprächsstoff. Was die einen dabei als Scherz jugendlicher Spaßvögel abtun, ist für andere eher schon eine kriminelle Tat. Eine Familie ist von dem tragischen Vorfall besonders hart betroffen.

In der Nacht zum 1. Mai wurde in der Gäugemeinde der zuvor frisch aufgestellte Maibaum abgesägt. Zum Glück fiel er nicht auf das nur wenige Meter entfernt stehende Haus der Familie Hämmerling, sondern in die entgegengesetzte Richtung auf Gehweg und Straße.

"Wäre der Baum auf unser Haus gefallen, hätte das böse ausgehen können, denn unser kleiner Enkel war zu Gast und schlief im Gästezimmer nach vorne raus", erzählt der ehemalige Gemeinderat und betroffene Hausbesitzer Hugo Hämmerling. Vom Dach her oder auch durch das Fenster hätte der schwere Baum das schlafende Kind gefährlich treffen und verletzen können.

Der Simmozheimer Feuerwehrkommandant Bernd Robertz berichtet, wie er nachts gegen 2.20 Uhr gerade von der Mai-Hocketse nach Hause gekommen war und kurze Zeit später bereits eine dringende Nachricht von der Polizei erhielt.

Nächtlicher Autofahrer sieht Hindernis

Ein nächtlicher Autofahrer habe gemeldet, dass in der Ortsmitte von Simmozheim ein Baum auf der Fahrbahn liege. Robertz und sein Sohn machten sich daraufhin sofort auf den Weg und räumten den gefällten Maibaum so beiseite, dass er für den Straßenverkehr nicht mehr gefährlich sein konnte.

"Wir waren erstaunt und überrascht, als wir am nächsten Morgen die Rollläden hochzogen und sahen, dass der Maibaum nicht mehr stand", berichtet Hämmerling. Als sie jedoch nach einem mehrstündigen Mai- Ausflug wieder nach Hause kamen, war der mit Bändern geschmückte Maibaum wieder aufgerichtet. Junge Männer des evangelischen Jugendwerks Simmozheim und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr hatten den nun etwas kürzeren Maibaum fachmännisch wieder aufgestellt.

Familie Hämmerling ist seitdem jedoch beunruhigt. Für sie ist damit das Problem nämlich noch längst nicht gelöst. Denn seit langer Zeit werden der Maibaum sowie der Weihnachtsbaum der Gäugemeinde nur wenige Meter von ihrem Wohnhaus entfernt aufgestellt.

Auch Weihnachtsbaum wird dort aufgestellt

Bisher schien von den wenigen Metern von ihrem Haus entfernten Weihnachtsbaum und dem Maibaum keine Gefahr auszugehen.

Doch jetzt führte der gefährliche Streich für die Familie zu einer Situation, die sie zutiefst verunsichert. Hausbesitzer Hämmerling erfuhr bei einer ersten Anfrage im Rathaus, dass bei einem solchen Geschehen vermutlich nicht die Kommune, sondern der oder die Verursacher für den Schaden aufkommen müssten.

Viele unterschiedliche Meinungen der Bürger

"Seit Jahrzehnten steht der Maibaum und auch der Weihnachtsbaum der Gemeinde direkt neben unserem Haus und es ist zum Glück bisher nichts passiert. Wie man sieht, kann aber doch etwas ganz Gefährliches passieren. Und wer zahlt dann den Schaden?", fragt der Hausbesitzer.

Unter der Bevölkerung gibt es ganz unterschiedliche Stimmen. "Der Baum wurde fachmännisch aufgestellt und es ist bisher nie etwas passiert", meint eine Bürgerin. Das Ganze sei doch nur ein Maischerz gewesen, wie er landauf, landab schon öfter vorgekommen sei. Andere Simmozheimer haben jedoch mehr Verständnis für Familie Hämmerling. Reinhard Gaiser, der jahrzehntelang als Kämmerer in der Stadtverwaltung von Weil der Stadt tätig war, sieht allerdings nicht unbedingt die Kommune in der Pflicht, wenn der Baum ordnungsgemäß aufgestellt und gesichert wurde. Ex-Bürgermeister Kurt Winkeler meint, dass die Fakten bei jedem solcher Fälle wieder anders lägen und am Ende oft ein Gericht das Ganze prüfen und dann die endgültige Entscheidung fällen müsse.

Der Simmozheimer Gemeinderat beschäftigte sich in seiner Juni-Sitzung kurz mit dieser Angelegenheit. Dabei kam aus dem Gremium der Vorschlag, eine stabile Schutzvorrichtung um die aufgestellten Bäume in solcher Höhe zu errichten, dass dort nicht gesägt werden könne. Bei der Abstimmung gab es fünf Ja- und fünf Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen. Somit wurde der Vorschlag vom Gemeinderat schlussendlich abgelehnt.

Sorgen der betroffenen Familie nicht ausgeräumt

Bis heute konnten die Sorgen der Familie Hämmerling noch nicht vollständig ausgeräumt werden. Bürgermeister Stefan Feigl meint, dass der Maibaum in Zusammenhang mit der versicherten Maihocketse ebenfalls mitversichert sei. "Wir lassen den Fall jetzt aber bei unserer Versicherung prüfen und warten jetzt noch auf einen schriftlichen Bescheid", hebt die Simmozheimer Kämmerin Renate Meier hervor.

So könne man dann den vielen Gerüchten und Vermutungen entgegenwirken, bekräftigte die Kämmerin.

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