Schafe haben einen wichtigen Job in der Landschaftspflege. Fotos: Ludwig-Oßwald Foto: Schwarzwälder Bote

Freizeit: Entdeckertipp von Heckengäu-Naturführerin Regine Ludwig-Oßwald rund um Simmozheim

Da wegen der aktuellen Corona-Verordnung die Touren der Heckengäu-Naturführer immer noch ausgesetzt sind, geben sie Tipps für Erlebnisse in der reizvollen Kulturlandschaft Heckengäu. Einer davon kommt von Regine Ludwig-Oßwald aus Simmozheim.

Simmozheim. "Zieh’n die Schafe von der Wiese, liegt sie da, ein reines Grün, aber bald zum Paradiese, wird sie bunt geblümt erblüh’n" – bereits der Dichter und Naturforscher Johann Wolfgang von Goethe hatte beobachtet, dass da, wo die Schafe weiden, eine bunte und artenreiche Blütenwiese entsteht, in der viele Insekten und zahlreiche, geschützte Schmetterlinge Nahrung finden können.

Derzeit ist im Naturschutzgebiet Simmozheimer Köpfle und Hörnle ein Wanderschäfer mit seiner großen Herde unterwegs. Schon von Weitem hört man die Schafe blöken, und wer ganz nahe an sie herankommt, vernimmt die feinen, aber beständigen Geräusche des Abrupfens von Gräsern und Kräutern. Durch ihr geringes Gewicht schonen die Tiere die empfindliche Vegetation der Magerwiesen und sind auch im steileren Gelände sicher unterwegs.

"Immer wieder freue ich mich über die selten gewordenen tierischen Landschaftspfleger und bleibe stehen, um sie zu beobachten", erzählt Heckengäu-Naturführerin Regine Ludwig-Oßwald. Die Vierbeiner pflegen und bewahren die vor Jahrhunderten angelegte offene Kulturlandschaften und schützen sie vor Ver­buschung. Die Herde hat viele trächtige Mutterschafe. Deshalb gibt es bald wieder reichlich Nachwuchs, den die Mütter in der Regel allein und ohne Hilfe zur Welt bringen.

Derzeit gibt es in Baden- Württemberg nur noch etwa 15 Betriebe, da zum Beispiel die Kosten für die Schafschur durch den Verkauf der Wolle nicht gedeckt werden können, heißt es in einer Pressemitteilung. Meist leben die Betriebe vom Verkauf der Lämmer, und auch für die Landschaftspflege gibt es aus Fördertöpfen etwas Geld.

Viele Besonderheitenwarten auf Besucher

Im Heckengäu mit seinen Naturschutzgebieten kann man den Schafherden zurzeit an vielen Orten bei ihrer wichtigen Landschaftspflege begegnen: zum Beispiel am Venusberg bei Aidlingen, dem Storrenberg oder der Dachteler Heide bei Dachtel oder wie im aktuellen Ent­deckertipp am Simmozheimer Köpfle und Hörnle. "Wir sind in den Startlöchern und hoffen, dass wir nun bald auch wieder interessierte Gruppen durch die wundervolle Natur vor unserer Haustüre begleiten dürfen, um sie auf die Besonderheiten hinzuweisen und diese gemeinsam zu erleben", ergänzt Ludwig-Oßwald.

Weitere Entdeckertipps gibt es im Internet unter heckengaeu-naturfuehrer.de/neue-rubrik-entdeckertipps/.

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