Ulrich Markwald hat nach einigen Kurzgeschichten, Gedichten und einem biografischen Roman über seinen jüdischen Großvater einen Geheimdienstkrimi veröffentlicht. Sollte der Simmozheimer mit dem Verkauf des Buchs nicht nur die Kosten decken, sondern auch Ge-winn machen können, will er diesen an "Ärzte ohne Grenzen" spenden.  Foto: Selent-Witowski Foto: Schwarzwälder Bote

Porträt: Ulrich Markwald aus Simmozheim stellt seinen neuen Geheimdienstkrimi vor / Mit Gedichten fängt alles an

Eigene Geschichten und Gedichte zu Papier zu bringen, ist seit Jahrzehnten Ulrich Markwalds große Leidenschaft. Sein neues Werk ist ein Geheimdienstkrimi und trägt den Titel "Lucy in the Sky oder das 10x-Gen".

Simmozheim. Mit 19 Jahren verfasst der Wahl-Simmozheimer, der seit 2004 in der Gäugemeinde lebt, erste Gedichte. Nach der Lehre zum Elektromechaniker entscheidet er sich, Lehrer zu werden und beginnt dafür ein Studium der Germanistik, Physik und Theologie. Der erste Gedichtband des 1952 geborenen Münsteraners erscheint 1994. "Eigentlich fing das Schreiben für mich mit Arbeitsheften für Schüler an", berichtet der Autor. Sein Anliegen: das offene Arbeiten im Unterricht fördern und die Schüler dazu bewegen, "sich auch selbst mal was beizubringen". Markwald wird mit den Jahren zum Verfasser pädagogischer Literatur sowie zahlreicher Arbeitshefte für Schüler der Sekundarstufe 1. Den jahrgangsgemischten Unterricht bezeichnet er als spannende Sache, bei der die Kleinen sehr viel von den Großen lernen.

Weihnachtsgeschichten der etwas anderen Art

Gerne in die Tasten gegriffen hat der Simmozheimer auch schon oft für Weihnachtsgeschichten der etwas anderen Art zum Verschenken. "Die sind erbaulich und lustig und tragen Titel wie ›Wie der Affe in den Stall von Bethlehem kam‹", sagt Markwald. Oder heißen "Weihnachten 2.0" und handeln von einem "unrealistischen Krippenspiel mit einer Engelin".

Der pädagogische Fortbildner und Berater ist verheiratet und hat vier Kinder. Er war zuletzt Konrektor der Heinrich-Steinhöwel-Schule in Weil der Stadt. Jetzt ist er im Ruhestand und kann sich noch mehr dem Schreiben widmen. Ein biografischer Roman über Markwalds jüdischen Großvater, der in Berlin den Holocaust überlebte, erschien 2019. "Meine Oma war evangelisch. Bis 1942 lebten die beiden in einer sogenannten privilegierten Mischehe, plötzlich war er aber nicht mehr geschützt", berichtet Markwald von seinen Recherchen. Der Schwager seines Großvaters sei NSDAP-Mitglieder gewesen, habe ihm aber während der Judenverfolgung immer wieder geholfen.

Nach einigen Kurzgeschichten veröffentlichte der Simmozheimer nun seinen ersten Roman, in dem es spannend und auch sehr mystisch zugeht. Eine junge Frau gerät in "Lucy in the Sky oder das 10x-Gen" zwischen die Fronten von Geheimdiensten, Drogen-Mafia und religiösen Fanatikern. Lucy Madeleine Bucher, wie die Hauptfigur mit vollem Namen heißt, soll in Südafrika eigentlich nur einen Vortrag über Resozialisierung halten. Diese Reise verläuft aber vollkommen anders als geplant. Sie verwandelt sich schnell in einen gefährlichen Trip durch Afrika. Die junge Frau bekommt es mit Verfolgern zu tun, denen sie niemals alleine gewachsen wäre. Doch sie findet immer wieder Menschen, die ihr beistehen. Lucy muss sich mit dem Thema Klimawandel ganz neu auseinandersetzen und vergisst darüber fast ihren Auftrag.

Lucy hat seit ihren Kindertagen dank ihrer stahlblauen Augen auch eine besondere Fähigkeit, die ihr zugute kommt. "Menschen, die ihr böse gesinnt sind, kann sie mit ihren Augen regelrecht paralysieren", sagt der Autor. "Das rettet sie immer wieder aus brenzligen Situationen." Die junge Frau beginnt sich auch noch zu verlieben. Doch in was? Einen Kontinent, in einen Mann, oder vielleicht in eine neue Rolle in ihrem Leben? Die Leser müssen dies laut Autor selbst herausfinden. Immer wieder wird Lucy durch Musik, die ihr in passenden oder unpassenden Momenten einfällt, begleitet. "Der Leser kann diese Musik in 15 Songs mithören, indem er die YouTube-Playlist per QR-Code, der im Buch abgedruckt ist, aufruft", erklärt Markwald.

Ehefrau als Lektorin und Beraterin

Der Hobbyschriftsteller hat eine weitere große Leidenschaft: das E-Bass-Spielen. "Weil sie gerade keinen Bassisten haben, darf ich in der Band meiner ehemaligen Schule mitspielen", erzählt er lachend.

Und auch das Reisen hat es ihm angetan. Wobei es derzeit wegen der Corona-Pandemie eher bei kleineren Ausflügen mit seiner Ehefrau bleibt. "Wir schwätzen sehr viel, und sie hat während der Entstehung meines Romans immer mitgelesen und war mir mit ihren Tipps eine sehr große Hilfe."

Der Geheimdienstkrimi wird sicher nicht Markwalds letztes Werk gewesen sein: "Ich habe immer unheimlich viele Ideen, die man schreiberisch umsetzen könnte, vor allem morgens nach dem Aufwachen". Oft verfasse er parallel verschiedene Texte. Auf jeden Fall habe er immer Block und Stift neben dem Bett liegen, um die vielen Einfälle festzuhalten. Das Überarbeiten geschehe meist in den Abendstunden.

Kein Wunder also, dass Markwald schon an der Fortsetzung von Lucys Abenteuern arbeitet. "Im nächsten Teil wird sie nach China entführt" – mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten.

Weitere Informationen: "Lucy in the Sky oder das 10x-Gen" ist im tredition Verlag oder alternativ unter ISBN 978-3-347-07988-5 zu bestellen (Hardcover, Paperback oder e-book).