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Simmozheim Der berühmte Bohnenberger ist Simmozheimer

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In der Kirche von Simmozheim ging Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger in seiner Kinderzeit ein und aus, denn sein Vater war Pfarrer in der Gäugemeinde, als er das Licht der Welt erblickte.Foto: Selent-Witowski Foto: Schwarzwälder Bote

"Allhier ist als Sohn des Pfarrers den 5. Juni 1765 geboren Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger", so informiert die Beschreibung des Oberamts Calw aus dem Jahr 1860 im Abschnitt Ortsbeschreibung Simmozheim.

Simmozheim/Calw-Altburg/Neuenbürg. Der ob seiner Verdienste geadelte Geistliche, Entdecker und Erfinder wird besonders in Altburg aufgrund seines Wirkens in Erinnerung gehalten. Ehe er sich der Wissenschaft zuwandte, wirkte er als Vikar an der Seite seines 1784 – nach 22 Jahren Dienst in Simmozheim – als Pfarrer in den heutigen Calwer Stadtteil gezogenen Vaters.

Ein "Bohnenberger-Geschichtsweg" sowie eine Gedenkstätte im Altburger Rathaus zeigen sein Leben und Werk und geben auch Hinweise auf die Forschungen seines Vaters, der Erfindungen im Zusammenhang mit der Elektrizität machte.

Aber nicht nur in der engeren alten Heimat des in Simmozheim aufgewachsenen bedeutenden Wissenschaftlers werden seine Verdienste gewürdigt. An den Universitäten in Stuttgart und Tübingen gab es 2010 Kolloquien und Ausstellungen unter dem Titel: "Orientierung im Raum – 200 Jahre Maschine von Bohnenberger". In der Landeshauptstadt hatte das Institut für Fotogrammetrie (Messbildtechnik), unter der Regie des in Calw wohnhaften Direktors Dieter Fritsch, eine ganze Veranstaltungsreihe um von Bohnenbergers Leistungen und Erfindungen zusammengestellt.

Vermessungsfachleute, Techniker, Heimatgeschichtler und Studenten verfolgten im Dezember 2010 die Eröffnungsveranstaltung im Hörsaal der Universität Stuttgart. Fritsch begrüßte dazu die Rektoren Wolfgang Ressel von der Universität Stuttgart und Bernd Engler aus Tübingen. Ihre Anwesenheit und die weiterer Ehrengäste unterstrich von Bohnenbergers Bedeutung, welche schon die Oberamtsbeschreibung über den "Zögling der württembergischen Seminarien" zusammenfasst.

In der 150 Jahre alten Simmozheimer Ortsbeschreibung heißt es nach dem Geburtshinweis: "wurde er 1796 bei der Sternwarte in Tübingen angestellt, 1798 Professor der Mathematik und Physik allda und starb als solcher den 19. April 1831. Er erwarb sich ungemeine, weithin anerkannte Verdienste als Lehrer und Schriftsteller im Gebiet der Mathematik und Astronomie und durch die Herausgabe der 55-blättrigen Charte von Schwaben, welche zunächst von ihm ausging und deren größter Theil von ihm selbst bearbeitet wurde." Bis heute werden seine fortgeschriebenen Flurkarten von den Verwaltungen genutzt.

Weitgehend im Mittelpunkt stand in der Veranstaltung in Stuttgart, dass Bohnenberger mit der Astronomie überhaupt den Schlüssel zu einer präzisen Erdvermessung gefunden hat. Dazu wurden auch Bilder des Gartenhauses in Altburg, das ihm als Sternwarte diente, des von ihm ausgetüftelten hölzernen Holzquadranten und vor allem ein Original seiner von ihm selber so genannten "Maschine" gezeigt. Dieses Gyroskop ist nur 16,2 Zentimeter hoch und beinhaltet die bis heute genutzten Grundprinzipien des "kräftefrei gelagerten Kreisels".

Mit der nach physikalischen Gesetzen stetig parallelen Ausrichtung auf die Erdoberfläche ist Bohnenbergers 210 Jahre alte Erfindung bis heute Grundlage, um Flugzeuge, Schiffe, Raketen und U-Boote stabil zu halten. Sie erfüllt ihren Zweck in der Fahrzeugindustrie oder der Kommunikation etwa bei der Ausrichtung eines Handys zum Empfang, wie im Vortrag in Stuttgart vor zehn Jahren hervorgehoben wurde. Ein wenig hat von Bohnenberger auch Wurzeln in einen weiteren Ort des Verbreitungsgebiets des Schwarzwälder Boten: Sein Vater ist als Sohn des Bäckers Johannes Bohnenberger 1732 in Neuenbürg geboren.

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