Beim Rundgang wurde ausführlich über Pflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet Hörnle/Geißberg diskutiert. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder-Bote

Naturschutzgebiet darf nach Ansicht von Experten nicht sich selbst überlassen werden / Große Artenvielfalt

Von Bettina Bausch

Simmozheim. Das Naturschutzgebiet Hörnle/Geißberg bei Simmozheim ist ein landschaftliches Kleinod von ganz besonderem Charakter. Um es zu erhalten, bedarf es einer behutsamen Pflege. Dies wurde am Freitag bei einer Begehung unter fachkundiger Führung deutlich.

Auf Einladung des Landratsamts Calw trafen sich Behördenvertreter des Naturschutzes, Bürgermeister Hartmut Mayer, der zuständige Revierförster, einige Jagdpächter, die für die Pflege des Geländes Verantwortlichen und Bürger zu einem informativen Rundgang.

"Um die Vielfalt der Pflanzen und Tiere zu erhalten, müssen wir die Schutzgebiete so pflegen, dass sie ihre Attraktivität langfristig erhalten", unterstrich Peter Schäfer, der Abteilungsleiter Landwirtschaft und Naturschutz im Landratsamt Calw. Dazu gehört vor allem das Zurückschneiden von Büschen, damit die Pflanzen und Kleintierarten des dortigen Magerrasens überleben können. Wichtig ist außerdem das Beweiden durch Schafherden, das Harald Bauer und Martin Gehring übernommen haben. Bei dieser Tätigkeit sei besonders viel Fingerspitzengefühl notwendig, um das richtige Maß der Beweidung zu erreichen.

Im Landkreis Calw gibt es 26 Naturschutzgebiete. Oliver Schmidle von der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Karlsruhe hob hervor, dass man anfangs der 90er-Jahre die besondere Bedeutung des Gebiets Hörnle/Geißberg erkannt und es als Naturschutzgebiet ausgewiesen habe. Auch er unterstrich die Notwendigkeit von Pflegemaßnahmen. Dafür sorgen in diesem besonderen Gebiet auch der Naturschutzbeauftragte des Landkreises, Manfred Schiz, die beiden Naturschutzwarte Oliver Maier und Wilhelm Studer sowie Revierförster Jürgen Martinek.

Für Bürgermeister Hartmut Mayer ist das Schutzgebiet "eine Perle direkt vor der Haustüre". "Wir sind uns bewusst, dass wir ein kostbares und schützenswertes Stück Erde auf unserer Gemarkung haben, das den Standort Simmozheim noch attraktiver macht", sagte der Schultes. Er bat die Naturschutzbehörden um Bilder und Berichte von Pflegemaßnahmen, damit die Bürger umfassender darüber informiert werden können.

Das Naturschutzgebiet ist 68 Hektar groß und umgeben von einem 270 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet. Auf dem Hörnle und Geißberg haben sich auf flachgründigen Kalkböden Magerrasen ausgebildet.

Auf diesen und auf Wacholderheiden sind besonders bedrohte Pflanzen und Tierarten anzutreffen, wie zum Beispiel die seltene Orchidee Ochsriemenzunge oder der Schlehenzipfelfalter. Im Durchschnitt können mehr als 50 unterschiedliche Arten auf einem Quadratmeter Magerrasen gefunden werden.