Um den Haushalt 2025 auszugleichen, muss die Gemeinde Simmersfeld einen Kredit von fünf Millionen Euro aufnehmen. Hauptgrund ist der Neubau des Bürgerzentrums. Damit erhöht sich der Schuldenstand der 2227 Einwohner zählenden Kommune zum Ende des Jahres auf knapp 8,5 Millionen Euro.
Die Erträge fallen mit knapp 10,3 Millionen um fast 810.000 Euro geringer aus als die Aufwendungen, geht aus der Aufstellung von Kämmerin Regina Schwarz hervor, die den Etat in der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Beschlussfassung vorstellte und erläuterte. Damit schließt der Ergebnishaushalt zum dritten Mal in Folge mit einer negativen Bilanz ab.
Bei der Gewerbesteuer rechnet Schwarz nach der beschlossenen Erhöhung des Hebesatzes mit einem Plus von 400.000 Euro gegenüber 2024. Geringfügig auf eineinhalb Millionen dürfte der Anteil von Simmersfeld an der Einkommensteuer steigen. Bei den Holzerlösen hat die positive Entwicklung entgegen ursprünglicher Aussagen angehalten, so dass Einnahmen von 950 000 Euro erwartet werden – 320.000 Euro mehr als im Vorjahr.
Weitere Geldquellen sind die Schlüsselzuweisung des Landes mit 1,1 Millionen, Abwassergebühren mit rund 370 000 Euro und die Grundsteuer B mit 284 .000Euro.
Bei den Ausgaben schlagen die Personalkosten mit beinahe 2,6 Millionen Euro zu Buche, die Kreisumlage nach der Festsetzung von 38 Prozentpunkten mit 1,5 Millionen, Abschreibungen von rund einer Million Euro und die Finanzausgleichsumlage mit 905 000 Euro.
Noch genügend Rücklagen
Unterm Strich schließt der Ergebnishaushalt mit einem Fehlbetrag von 809.800 Euro ab. Weil die Jahresabschlüsse in den Vorjahren für die Gemeinde erfreulich ausfielen und noch genügend Rücklagen vorhanden sind, geht die Kämmerin davon aus, dass der Haushalt 2025 genehmigungsfähig ist. Der Schuldenstand der Kommune beläuft sich Ende des Jahres auf knapp achteinhalb Millionen Euro, zurückzuführen auf einen hohen Investitionsbedarf.
An erster Stelle stehen der Neubau des Bürgerzentrums im Ortskern nebst Gestaltung der Außenanlagen. Nachdem bei der Bergstraße in Fünfbronn die Wasserversorgung und auch die Straße selbst in sehr schlechtem Zustand sind, werden Sanierungsmaßnahmen eingeleitet. Kostenpunkt: 541.000 Euro.
Beim Breitbandausbau werden im laufenden und den nächsten beiden Jahren die Ortsteile Oberweiler, Beuren und Simmersfeld-Süd sowie letzte Lücken mit Glasfaserleitungen bestückt. Bund und Land fördern das schnelle Internet zu 90 Prozent. Die Gesamtaufwendungen werden auf 5,8 Millionen Euro geschätzt.
Geringe Nachfrage nach Bauplätzen
Weil die Nachfrage nach Bauplätzen derzeit gering ist, wird die Erschließung des Baugebiets „Allmend“ auf das nächste Jahr verschoben und dafür nur eine geringe Summe in den laufenden Haushalt eingestellt. Gerechnet wird, laut mittelfristigem Finanzplan, mit Gesamtaufwendungen von annähernd 1,9 Millionen Euro.
Für die dringend erforderliche Komplettsanierung des vorderen Teils der Ortsstraße in Ettmannsweiler – einschließlich Kanalisation – wurde ein Förderantrag für wasserwirtschaftliche Vorhaben gestellt. Bürgermeister Jochen Stoll: „ Nur beim Vorliegen einer entsprechenden Zuschussbewilligung ist die Finanzierung eines so kostenintensiven Vorhabens möglich.“ Die Umsetzung ist für die Jahre 2026 und 2027 vorgesehen.
Ausbau verschoben
Den geplanten Ausbau einer Wohnung im Dachgeschoss des alten Rathauses in Aichhalden hat man wegen der angespannten Haushaltslage in das Jahr 2026 verschoben. Beim Bauhof in Simmersfeld will man ein Gesamtkonzept sowohl für die Sozial- als auch für die Sanitärräume und die Bereitstellung weiterer Lagermöglichkeiten erstellen.
Schlusssatz von Regina Schwarz: „Wichtig ist, dass die vorgeschriebene Mindestliquidität erhalten bleibt und die laufenden Tilgungs - und Zinszahlungen von der Gemeinde geleistet werden können“. Das sei derzeit gewährleistet. Nachdem der Verwaltungsausschuss Einzelpositionen bereits zuvor ausführlich besprochen hatte, wurde der Haushalt 2025 vom Gemeinderat einstimmig und ohne Aussprache verabschiedet.