Schiedsrichterobmann Erich Frey aus Simmersfeld wurde mit der Ehrennadel des Landes baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Rathaus durch Bürgermeister Jochen Stoll statt. Erster Gratulant war CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Blenke (links). Mit auf dem Bild Sieglinde Frey. Foto: Köncke Foto: Schwarzwälder Bote

Ehrennadel: Auszeichnung des Landes für Schiedsrichterobmann Erich Frey aus Simmersfeld

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat Erich Frey aus Simmersfeld mit der Ehrennadel des Landes Baden Württemberg ausgezeichnet. Gewürdigt wurde sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im Schiedsrichterwesen.

Simmersfeld. Die Verleihung durch Bürgermeister Jochen Stoll fand in Anwesenheit des Landtagsabgeordneten Thomas Blenke im Sitzungssaal des Rathauses statt. In 35 Jahren hat Frey unzählige Fußballspiele von der Kreis- bis zur Verbandsliga geleitet und sich als Obmann unter anderem um die Nachwuchsförderung gekümmert. "Wer das so lange macht, beweist großes Durchhaltevermögen", lobte Stoll. In der Öffentlichkeit werde der Name des Schiedsrichters meistens nur dann erwähnt, wenn seine Entscheidungen umstritten seien. Fehler könnten passieren, am nötigen Respekt dürfe es trotzdem nicht fehlen, ergänzte Blenke. Leider werde die Wertschätzung immer mehr verschwinden, nicht nur in der Politik, auch im Sport. Die Landesehrennadel werde nicht oft verliehen, fuhr der CDU-Abgeordnete fort. "Man muss schon viel gemacht haben". Auf Frey treffe das hundertprozentig zu. "Mir hat es einfach großen Spaß gemacht", erklärte der gelernte Industriekaufmann.

Frey hat als Achtjähriger in der C-Jugend des SV Enzklösterle mit dem Kicken angefangen und später den Nachwuchs trainiert. Weil damals bei Jugendbegegnungen kein Schiri abgestellt wurde, "habe ich die Heimspiele gepfiffen". Und fand daran Gefallen. Mit 25 Jahren beendete er die Laufbahn als Mittelfeldakteur seines Heimatvereins und meldete sich zum Schiedsrichter-Neulingskurs an. Nach acht Schulungsabenden im Sportheim Emmingen und erfolgreicher Prüfung durfte er zuerst Jugend- und später Punktspiele der Aktiven pfeifen.

Frey tat das so überzeugend, dass ihn Beobachter vom Württembergischen Fußballverband für "höhere Aufgaben" vorschlugen. Er stieg in die Bezirks- und Landesliga auf.

Sein erster Einsatz in der Verbandsliga war vor 500 Zuschauern die Partie SV Hirrlingen gegen 03 Tübingen. "Ich war ziemlich aufgeregt", erinnert sich der 65-Jährige. Die Fahrten mit dem Auto führten ihn jetzt bis nach Ravensburg.

Seine Frau Sieglinde war meistens als Beifahrer dabei. Frey galt in der Szene als ausgezeichneter, aber strenger Unparteiischer, der sich nicht scheute, bei einem grobem Foul die rote Karte zu zeigen. Als er bei einem Punktspiel innerhalb kurzer Zeit vier Platzverweise aussprach, stand am nächsten Tag als Überschrift in der Zeitung: "Er zog schneller als Lucky Luke" (Westernheld einer Comic-Serie).

Das schönste Kompliment sei ihm gemacht worden, als er gesagt bekam: "Wir haben das Spiel verloren, aber Sie haben hervorragend gepfiffen".

In seiner langen Laufbahn gab es nicht nur schöne, sondern unerfreuliche Ereignisse. Bei der Begegnung zwischen Mochenwangen und Marbach fühlte sich die Heimmannschaft schwer benachteiligt. Frey wurde beschimpft, nicht in die Umkleidekabine gelassen "und es gab nichts zu essen".

Ein einziges Mal wurde er auf dem Platz tätlich angegriffen. In Hechingen schlug ihm ein aufgebrachter Kicker in den Rücken. Nach seiner aktiven Zeit war Frey als Schiedsrichterbeobachter unterwegs und bewertete deren Leistung mit Punkten. Außerdem kümmerte er sich als Fußballobmann der Schiedsrichtergruppe Calw um die Nachwuchsförderung und organisierte Neulingskurse.

"Die Nachfrage lässt leider zu wünschen übrig", bedauert Frey. Am liebsten wäre es ihm, wenn sich Kicker nach Ende ihrer aktiven Zeit als Spieler zur Verfügung stellen würden. Am Freitag, 9. April, wird Erich Frey in der Gemeindehalle Gültlingen offiziell verabschiedet. Ganz lassen kann er von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit auch dann nicht. Deshalb wird man ihn hin und wieder als Schiedsrichterbeobachter auf den Fußballplätzen der Umgebung antreffen.

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