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Simmersfeld Die Glasfaserkabel reichen bis in die Häuser

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Eine Menge rote Knöpfe waren im Spiel, als in Aichhalden symbolisch das FTTH-Netz in Betrieb genommen wurde.Foto: Köncke Foto: Schwarzwälder Bote

Aichhalden ist ein kleiner Ortsteil von Simmersfeld, aber der erste im Landkreis Calw mit einem innerörtlichen Glasfaseranschluss, der direkt ins Haus führt. 36 Haushalte sind bereits angeschlossen und besitzen jetzt einen blitzschnellen Internetanschluss.

Simmersfeld. Die Erfolgsmeldung wollte Landrat Helmut Riegger dem Simmersfelder Bürgermeister Jochen Stoll und Ortsvorsteher Wolfgang Bruder höchstpersönlich und hochoffiziell überbringen. Zur Inbetriebnahme in Aichhalden hatte er den Geschäftsführer des Eigenbetriebs Breitband, Andreas Knörle, und die Mitarbeiter des Dezernats Infrastruktur, Bernd Land und Rebecca Raiser mitgebracht. Dem Landkreis sei "trotz des riesigen Aufwandes" sehr daran gelegen, alle seine 25 Städte und Gemeinden mit einem schnellen Zugang zum Internet zu versorgen. Weil die Umsetzung besonders für kleine Kommunen kaum bewerkstelligt werden könne, habe man 2016 den Eigenbetrieb Breitband Landkreis Calw gegründet und eine Bündelausschreibung durchgeführt. Infrage gekommen seien Highspeed-Glasfasern als Technologie der Zukunft. Riegger: "Einen solchen Anschluss braucht heute jede Weltfirma, jeder kleine Handwerker und letztlich auch jeder Privatmann." Total überrascht sei er zuletzt beim Besuch eines landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebes in Egenhausen gewesen, wie weit dort die Digitalisierung fortgeschritten sei.

Mit dem Anschluss von Aichhalden als erste Tranche mit acht Gemeinden samt Teilorten sei der erste Schritt eines flächendeckenden, innerörtlichen Breitbandausbaus auf Kreisebene eingeleitet und damit Nachteile des ländlichen Raums wettgemacht worden.

Bürgermeister Stoll schilderte die augenblickliche Situation im 2100 Einwohner zählenden Simmersfeld. Verfügbar seien in der Gemeinde drei Netze mit unterschiedlichen Betreibern: Telekom (schnelles Internet nur stellenweise möglich), telsakom (Glasfaseranschluss in den Ort und Weiterleitung mit Kupfer, Geschwindigkeit maximal 50 Mbit/s) und als neueste Errungenschaft das so genannte FTTB-Netz mit einem Glasfaseranschluss direkt ins Haus, wie jetzt in Aichhalden.

Nächste Ortsteile von Simmersfeld seien Ettmannsweiler ("Die Bauarbeiten sind voll im Gang", sagte Ortsvorsteher Bernd Brüstle, danach das Gewerbegebiet Forchenbusch, Simmersfeld-Nord, Fünfbronn, Beuren, Oberweiler und Simmersfeld-Süd.

Aktuell sei man an 16 Baustellen im Landkreis Calw unterwegs, erklärte Breitband-Geschäftsführer Knörle beim Vorort-Termin. Überörtlich habe man 220 Kilometer Glasfaserleitungen und innerörtlich 380 Kilometer verlegt und dafür in den vergangenen fünf Jahren rund 300 Millionen Euro investiert.

Der größte Teil der Kosten sei durch Landes- und Bundesmittel gedeckt, ergänzte der Calwer Landrat, trotzdem bleibe noch ein hübsches Sümmchen am Landkreis hängen. Der Eigenbetrieb Breitband ist Ansprechpartner für Förderanträge, Finanzierung und rechtliche Fragen, unterstützt die Kommunen bei der Planung, Ausschreibung und den Bau innerörtlicher Netze, überlässt das weitere Vorgehen danach aber einem privatwirtschaftlichen Betreiber, der Bietergemeinschaft nswNetz.

Vorstand Alexander Siebnich von der brain4kom aus Gaggenau und der Geschäftsführer der Sparkassen Informationstechnologie, Ingo Appuhn, informierten über die praktische Umsetzung. Fibre to the home (FTTH) ermögliche einen direkten und durchgängigen Glasfaseranschluss bis in die Wohnung mit einer großen Datenmenge.

Landrat Riegger übte beim Vororttermin scharfe Kritik an einer ausufernden Bürokratie. Bundesmittel zum Breitbandausbau seien genügend vorhanden, könnten aber von den Landkreisen nicht abgerufen werden, weil unzählige Vorgaben erfüllt und unzählige Stellen eingeschaltet werden müssten, vom Marktgutachten bis zur Stellungnahme der Gewerbeaufsicht mit einem Wust von Formularen und anderem Papierkram: "Man könnte verrückt werden." Entmutigen lassen will sich der Calwer Landrat davon aber nicht. Er handle nach der Devise eines Fußballers: Stutzen hoch und weitermachen. Zum Schluss des offiziellen Teils bekam jeder Teilnehmer einen "roten Knopf" ausgehändigt. Als symbolisches Zeichen der Inbetriebnahme wurde er von allen auf Kommando gedrückt.

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