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Simmersfeld Bei digitaler Bühne fällt der Vorhang

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Claudia Krause, Andreas Jendrusch und Matthias Krumrey (von links) zogen Bilanz.Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Zum Ausklang der neu ins Leben gerufenen Veranstaltungsplattform "Kulturkanal.live" blickten die Initiatoren und Verantwortlichen Andreas Jendrusch und Matthias Krumrey gemeinsam mit Claudia Krause vom Landratsamt Calw auf 17 digitale Veranstaltungen mit 34 Künstlern und 9302 Zuschauern zurück.

Simmersfeld/Altensteig. Das innerhalb der Corona-Krise binnen Kürze aus dem Boden gestampfte Konzept war nicht nur beeindruckend, es hat auch Früchte getragen. Alle beteiligten Künstler dürfen sich auf die Auszahlung von jeweils 350 Euro pro Programmpunkt freuen, die über Spenden eingenommen wurden.

Innerhalb der vergangenen neun Wochen konnten über die Plattform "Kulturkanal.live" kulturelle Angebote verschiedenster Genres gestreamt oder im Nachhinein über die Mediathek bequem von Zuhause aus erlebt werden.

Von 29. März bis 22. Mai auf Sendung

Zwischen dem 29. März und dem 22. Mai beteiligten sich daran die Kommunen Altensteig, Nagold, Bad Herrenalb, Calw und Dobel sowie der Landkreis Calw, die Kulturwerkstatt Simmersfeld, der Nördliche Schwarzwald und Kultur am Dobel mit Beiträgen und Unterstützung.

Basierend auf einer Idee vom Regisseur und Intendant des Regionentheaters aus dem schwarzen Wald, Andreas Jendrusch, der letztlich für die Organisation verantwortlich zeichnete, und der technischen Umsetzung durch Filmemacher Matthias Krumrey entstand während der coronabedingten Schließung der Theater und Kultureinrichtungen innerhalb von nur drei Tagen für Kulturveranstalter eine Möglichkeit, digitale Kulturveranstaltungen durchzuführen und den Menschen in die privaten Wohnstuben zu liefern.

Claudia Krause, Abteilungsleiterin Schulen und Kultur beim Landkreis Calw, fand es beeindruckend, wie schnell aus den kreativen Ideen ein tolles Konzept entstanden ist.

Andreas Jendrusch blickte zurück auf die Zeit im März, als plötzlich keine Einnahmen mehr flossen, weil sämtliche Theater schließen mussten. Er wollte mit der Idee der Plattform "Kulturkanal.live" Künstlern eine Einnahmequelle in der Krisenzeit vermitteln.

Matthias Krumrey zog das Projekt innerhalb von wenigen Tagen mit Name, Logo, Internetseite und der dazugehörigen Technik hoch und stellte den Kontakt zum Landratsamt her. Zusätzlich wurde für das kostenfrei zur Verfügung gestellte Kulturprogramm ein Spendenaufruf zur Mitfinanzierung des Projektes gestartet, der bis zum momentanen Pausieren beziehungsweise Abschluss des Kulturkanals in kleineren und größeren Summen mehr als 4000 Euro einbrachte, die den Künstlern zu Gute kommen.

Politiker, wie Saskia Esken (SPD-Bundesvorsitzende und Wahlkreisabgeordnete) sowie Hans-Joachim Fuchtel (Parlamentarischer Staatssekretär der CDU) konnten ins Boot geholt werden. Auch Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg empfahl die Veranstaltungsreihe auf ihrer Internetseite.

So konnten Theaterstücke für Klein und Groß, diverse Konzerte, Poetry Slam, Kabarett und mehr gezeigt werden. Waren es anfangs noch weniger als 100 Zuschauer, so steigerte sich die Zahl der Streaming-Fans auf satte 2500 beim Rock’n’Roll-Konzert der "Booze Bombs". Alle teilnehmenden Künstler sind im Landkreis Calw beheimatet und litten unter Verlusten durch die Corona-Krise, die seitens der Veranstalter beziehungsweise der Kommunen in gewissem Umfang durch dieses Projekt aufgefangen werden konnten.

"Anfangs", so Andreas Jendrusch", "hatten wir mit kleineren Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen, darunter auch ein kurzer Zusammenbruch der Internetseite." Matthias Krumrey ergänzte, dass jeden Tag irgendwas Neues hinzukam, aber ab der dritten Veranstaltung lief es dann. Die meisten Produktionen hatten Veranstaltungscharakter, da sie wie Live-Sendungen – allerdings ohne Publikum und demzufolge auch ohne Applaus – aufgenommen wurden. Für die kleinen Veranstalter hatte die Kooperation den Vorteil, dass Mitschnitte möglich waren, die vielleicht ohne den Kulturkanal.live nicht möglich gewesen wären. Mittlerweile stehen die gezeigten Auftritte in der Mediathek und können immer noch angesehen werden.

Das Konzept bleibt jederzeit in Griffweite

Nunmehr haben sich die Möglichkeiten aufgrund der Lockerungen verschoben, weshalb sich die Plattform eine Pause verordnet hat. Einig sind sich Jendrusch und Krumrey, dass sie das Projekt auf jeden Fall wieder auf die Beine stellen würden. Selbst wenn ein zweiter Lockdown kommen würde, sind die technischen Voraussetzungen für ein solches "Krisenprojekt" vorhanden.

Die Kommunen und Veranstalter haben die Gagen übernommen und der Landkreis hat ebenfalls unterstützt. Der Kreis Calw hat es als seine Aufgabe gesehen, auf die Situation der Künstler aufmerksam zu machen und hat mitgewirkt, um sie ins Wohnzimmer zu holen, sagte Krause.

Das Fazit seitens Jendrusch und Krumrey fällt sehr positiv aus, trotz gleichzeitiger Kinderbetreuung und Unterricht zuhause konnte das kleine Team seine kurzen Kommunikationswege nutzen, die die Umsetzung des Projektes mehr als erleichtert haben. Jendrusch kam darüber hinaus mit Künstlern aus der Umgebung in Kontakt, die er bisher nicht kannte. Aus seiner Sicht ein netter Nebeneffekt.

Unter "kulturkanal.live" steht die Mediathek bei mehreren Programmpunkten zur Verfügung.

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