Gerd Müller, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium (Mitte) besuchte mit Hans-Joachim Fuchtel (Zweiter von rechts) den Hof des Kreisbauernchefs Friedrich Großhans (rechts) in Simmerfeld-Beuren. Foto: Bernklau

CSU-Politiker Gerd Müller und CDU-Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Fuchtel besuchen Kreisbauernschaft.

Simmersfeld-Beuren - Landwirte, auch die in den 460 Betrieben im Kreis Calw, müssen bei ihrer Arbeit immer wieder nach Brüssel schauen. Und in Brüssel, da kennt sich Gerd Müller bestens aus, war er doch fünf Jahre lang Abgeordneter des Europaparlaments.

Bei seinem Besuch bei Friedrich Großhans, dem Vorsitzenden der Kreisbauernschaft, dozierte der CSU-Mann, der seit 2005 Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist, aber nicht so sehr über die große weite Welt der Politik. Vielmehr hörte er sich die Probleme und Sorgen der gut zwei Dutzend Landwirte an, die zu dem vom CDU-Bundestagsabgeordneten und Wahlkämpfer Hans-Joachim Fuchtel organisierten Treffen nach Simmersfeld-Beuren gekommen waren – und ging auf sie ein.

Eines dieser Probleme ist die Kleinteiligkeit der hiesigen Landwirtschaft. Das erkannte Müller bereits auf seiner Fahrt durch den Kreis Calw. "Da fühle ich mich euch ganz nah", bekannte der Mann aus dem Oberallgäu. So etwas kenne er aus seiner Heimat sehr gut. So verwunderte es auch nicht, dass Müller in seiner Arbeit nicht nur die Großbetriebe im Blick hat. "Wir brauchen eine flächendeckende Bewirtschaftung im ganzen Land", so Müller. "Wir dürfen nicht nur auf die Großen achten."

Obwohl selbst Politiker, beklagte Müller im Verlauf der sachlich und praxisorientiert geführten Diskussion die "Macht der Schreibtische" über die Praktiker in der Landwirtschaft. Die befinde sich gerade mit Landschafts- und Naturschutz in einem stetigen Spannungsfeld. Das machte er im Lauf der Debatte über die Düngemittelverordnung genauso deutlich wie beim Thema Tierschutz. In diesem Zusammenhang lobte der Staatssekretär die Bauern als die "natürlichen Landschaftspfleger und Tierschützer". Mit Blick auf die Tierhaltung forderte Müller auch "ordentliche Preise für die Bauern als Erzeuger". Derzeit würden die Bauern vom Handel "ausgepresst", sagte Müller und berichtete von den Grillhähnchen beim Münchner Oktoberfest. Von den fast 20 Euro, die ein ganzes Hähnchen dort kostet, blieben nur ein paar Cent als Gewinn beim Landwirt. Beim Thema Milch nahm der Staatssekretär die Unternehmen in die Pflicht, die sich mehr Gedanken über die Vermarktungsstrategie machen sollten.

Hans-Joachim Fuchtel, der den Besuch organisiert hatte, legte zunächst ein Bekenntnis zum Berufsstand der Bauern ab, bevor er bei den Landwirten ein verstärktes Engagement im Tourismus anregte: "In unserer Region hat der Tourismus noch nicht alle Potenziale erschlossen." Generell gelte es, darum zu kämpfen, dass die Lebensqualität im ländlichen Raum erhalten bleibe, wenn nicht sogar noch größer wird, formulierte Fuchtel ein Ziel für die Zukunft.

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