Eindrucksvoll verabschiedet die Historische Bürgerwehr im Bockshof das alte Jahr und hat das neue fest im Visier. Foto: Riedlinger

Die Historische Bürgerwehr schießt an Silvester im Rottweiler Bockshof übers Neckartal hinweg Salut, und macht sich auch Gedanken über die Zukunft der Stadt.

Eine große Menge interessierter Bürger verfolgte am Nachmittag des Silvestertages das traditionelle Salutschießen der Historischen Bürgerwehr im Bockshof. Oberschützenmeisterin Margarete Bühner hatte über das vergangene Jahr und die Ausblicke auf die Zukunft der Stadt wieder einiges zu sagen. Zudem wurden jeweils zwischen den verschiedenen Absätzen der Ansprache insgesamt vier Salven mit Musketen, kleinen und auch großen Kanonen abgefeuert. Traditionell galt die erste Salve der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Schützen.

 

Trotz Brücke genügend Platz für künftigen Salut

So führte Margarete Bühner aus, dass es im Februar endlich zum Spatenstich der „Neckarline“ gekommen sei. In unmittelbarer Nähe konnten die Zuschauer auch den Brückenpylon am Bockshof und das erste gespannte Seil sehen, das auf die andere Seite des Neckartals führt.

Laut Bühner verbleibe der Bürgerwehr Gott sei Dank auch in Zukunft genügend Platz zum Schießen im Bockshof. Nun sei man auf die Eröffnung im April gespannt. Für die Besucher der Stadt sei damit nun ein weiteres Kunstwerk in Sicht. Sie sei gespannt, ob das der Pfarrer an der Predigt an Fronleichnam einbaue.

Die Sachen mit dem Baustellen- und dem ruhenden Verkehr

Der Abriss des Landratsamtes sei zügig vorangegangen, und die Großbaustelle habe begonnen. Immer wieder werde es mit an- und abfahrenden Lastwagen eng für den Verkehr. „Mal sehen wie viele Millionen sie da mehr verbuddeln als geplant – hoffentlich wird’s nicht so teuer und so lange wie ‚Stuttgart 21‘“, gab sie ihrer Hoffnung Ausdruck.

Einen weiteren Aufreger habe es in der Stadt gegeben. Das neue Parkzeitalter ohne gewohnte Brezeltaste sei eingekehrt, auch am Wochenende seien Gebühren an Parkplätzen zur Refinanzierung des Parkhauses fällig.

Auf der Suche nach Ersatzfinanzierung

Rottweil brauche Geld. Aber wenn die „Neckarline“ fertig sei und dann auch noch die Gartenschau – dann fließe die „Kohle“ ohne Ende. Auch wenn es dann keine Geschäfte mehr gebe. Aber vielleicht kommen dann statt Einzelhandel die Gastronomen groß raus – denn essen müssen die Besucher ja. Aber ob sich das rechne ?

Die Bürger würden laut Margarete Bühner ja sehr hoffen, dass man mit der Bahn den neuen Bahnhof in der Landeshauptstadt noch erreichen könne, bevor man die Trasse nach Rottweil abkoppele. Ansonsten müsse man halt eine „The Länd Rundfahrt“ mit der Bahn machen und über Singen, Donaueschingen, Freiburg und Karlsruhe in den neuen Bahnhof nach Stuttgart fahren.

Wer Zeit habe, könne an einem Tag die Weihnachtsmärkte abklappern, das habe auch was. Der, dem’s pressiert, der müsse das Auto nehmen – wenn nicht gerade auf der Autobahn gebaut werde. Und die ganzen Arbeiter, die nach Stuttgart müssen? Die sollten einfach umziehen. Die Großkopferten machten das schließlich auch so.

Und noch einen Spatenstich habe es im vergangenen Jahr gegeben: Vor der Landesgartenschau gelte es noch, den Friedrichsplatz für den „ZUP“ umzugestalten. Sie habe sich selbst überzeugen können: Hier werde an nichts gespart. Das gebe noch bis 2028 einen heißen Ritt. Die komplette Innenstadt sei dann Fußgängerzone. Wie das die Geschäfte überleben sollen, werde man sehen.

Die Bürger könnten sich immerhin auf die Gartenschau freuen – und besonders auf das was danach bleibt. „Das sollte uns ein Trost sein, wenn es mal wieder in den Mühlen knirscht. Aber wie sagt man so schön: Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird!“