Nach jeder Silvesternacht bleibt in der Balinger Innenstadt ein Berg Müll zurück. Der Verwaltungsausschuss diskutierte über Möglichkeiten, Vandalismus und Vermüllung einzudämmen.
Am Morgen des 1. Januar bietet sich in der Innenstadt stets dasselbe Bild: überquellende Papierkörbe, zerbrochene Flaschen auf Asphalt, Reste von Feuerwerkskörpern.
Insbesondere öffentliche Plätze wie das Schulzentrum Längenfeld und der Bahnhofsvorplatz seien jedes Jahr nach Silvester vermüllt, bemerkt der Grünen-Fraktionssprecher Erwin Feucht in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses.
Den Müll zumindest teilweise eindämmen
Es sei an der Zeit, das Problem anzugehen. Feucht legt einen Vorschlag auf den Tisch, der im Gremium sofort für Aufmerksamkeit sorgt: der Einsatz von privatem Sicherheitspersonal in der Silvesternacht.
Die Security solle vor Ort Präsenz zeigen, Platzverweise aussprechen – und vor allem die Befugnis haben, Bußgelder zu verteilen. „Dann würde es sich auch finanziell rentieren“, sagt er. Damit, so seine Hoffnung, ließe sich der Müll zumindest teilweise eindämmen. Der Widerspruch folgt prompt.
Bauhof am 2. Januar im Einsatz
FDP-Stadtrat Christoph Foth hält die Idee für nicht zielführend. Für ihn liegt das Grundproblem woanders. Jugendliche und junge Erwachsene suchten sich zwangsläufig einen Ort zum Feiern – und wenn das Schulzentrum tabu wäre, dann eben an Waldrändern, in der Natur.
Und dort kümmere sich nun wirklich niemand ums Aufräumen, sagt Foth. Die Natur sei schlechter geschützt als ein befestigter Platz. „Das ist zum Teil auch schwierig, weil der Müll ja wegfliegt.“
Dass Sicherheitspersonal das Problem lösen soll, hält er für realitätsfern: „Das wäre vergeudete Mühe.“ Man könne Silvester nicht komplett kontrollieren und Müll vollständig vermeiden. Zustimmendes Nicken ist die Antwort einiger Ratsmitglieder.
Bußgelder darf nur das Ordnungsamt verhängen
Feucht entgegnet: „Den Müll, den ich meine, der geht in Richtung Vandalismus. Es geht mir nicht um den einen Knallfrosch.“ Sein Anliegen sei nicht, jede kleine Feuerwerksrakete zu sanktionieren.
Vielmehr gehe es darum, gezielt gegen die größeren Sachbeschädigungen und die Hinterlassenschaften der Partynacht vorzugehen, die den öffentlichen Raum erheblich belasten.
Bürgermeister Ermilio Verrengia gibt zu bedenken, dass es schwierig sei, überhaupt Kräfte zu finden, die in der Silvesternacht Streife laufen. Hinzu kämen hohe Kosten, die den Haushalt belasten würden. Und selbst wenn sich Security fände – Bußgelder dürften nur die Mitarbeiter des Ordnungsamts verhängen, nicht aber private Firmen.
Mitarbeiter des Bauhofs dokumentieren
Dennoch: „Am zweiten Januar werden die Mitarbeiter des Bauhofs genau dokumentieren, wo besonders viel Müll liegt.“ Anhand dieser Dokumentation will die Stadtverwaltung künftig sogenannte Hotspots ausfindig machen.Wie die Debatte weitergeht, bleibt offen.
Klar ist jedoch: Das Vermüllungsproblem rund um die Silvesternacht beschäftigt Politik und Verwaltung gleichermaßen – und einfache Lösungen gibt es nicht. Die Stadt will zunächst schauen, wo das Chaos am größten ist. Erst dann soll entschieden werden, welche Maßnahmen tatsächlich sinnvoll und umsetzbar erscheinen.