Unter dem Motto „950 Jahre Jungingen“ gibt es zu Silvester ein großes Gemeindefeuerwerk. Entsprechend appelliert Oliver Simmendinger als Gemeindeoberhaupt, auf eigene Böller und Neujahrs-Geschosse zu verzichten – auch den Tieren zuliebe.
Normalerweise beginnt das neue Jahr mit einem Knall – oder eher hunderten: Spätestens wenn die Feuerwerk-Batterien dutzende Leuchtkörper in den Himmel feuern, wird es bunt und laut am Himmel – während die Nacht im Schwarzpulver-Nebel versinkt. Das Abschießen von Silvesterraketen ist hierzulande nach wie vor beliebt: Auch wenn die Importe von Feuerwerkskörpern laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes mit 40 870 Tonnen im vergangenen Jahr noch nicht den Vor-Corona-Höchststand im Jahr 2019 (42 200 Tonnen) erreicht hat, bleiben sie weiter auf einem hohen Niveau. Da scheint auf den ersten Blick der Vorstoß des Junginger Bürgermeisters Oliver Simmendinger im jüngsten Amtsblatt zu verwundern: „Tun Sie bitte einfach „nichts“! Richtig gelesen: wir rufen dazu auf, selbst weniger Feuerwerkskörper abzufeuern oder gar ganz darauf zu verzichten.“
Gemeinde werde kein Böllerverbot aussprechen
Doch der Bürgermeister hat für seine Bitte einen gewichtigen Grund: Denn die Gemeinde feiert 2025 ihr 950. Jubiläum. Zelebriert wird das – passend zum Startschuss ins neue Jahr – mit einer eigenen Feuerwerk-Show über dem Himmel von Jungingen.
Durch den Verzicht auf eigene Böller und Raketen und das Bestaunen des zentral organisierten „Gemeinde-Feuerwerks“ entsteht laut dem Bürgermeister weniger Müll, weniger Emissionen – und es verletzt sich niemand: Denn insbesondere in der Silvesternacht seien oft Notfallambulanzen und andere Blaulicht-Kräfte im Dauereinsatz.
Zudem, so Simmendinger, würde ein Feuerwerk an zentraler Stelle möglichst außerhalb der Gemeinde dafür sorgen, dass der Lärm für die Tiere im Ort deutlich geringer ausfalle: Gerade Hunde würden unter den lauten Knallgeräuschen leiden. Zudem verweist der Bürgermeister auch auf den Kostenfaktor: „jeder der sich zurückhält spart auch noch bares Geld“.
Wer trotzdem ein Feuerwerk zünden oder seine im Vorjahr im Schrank vergessenen Silvesterknaller und Raketen zünden möchte, kann das dennoch tun: „Bewusst haben und werden wir kein Böller-Verbot aussprechen, die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen“, so Simmendinger. Je mehr Bürger sich beim Böllern aber zurückhalten würden, desto mehr würde das Gemeinde-Feuerwerk auch Sinn machen, erklärt er dazu.
Feuerwerk soll für Jungingen mit geringen Kosten verbunden sein
Laut dem Gemeindeoberhaupt waren das auch die Argumente, mit denen der Fest- Ausschuss den Gemeinderat überzeugen konnte. Laut der Ankündigung des Bürgermeister sei das Gemeindefeuerwerk auch mit einem sehr geringen Kostenaufwand verbunden – ein möglicher Verweis auf die klamme Kasse im kommenden Jahr. Der Grund: Man habe einen leidenschaftlichen Pyrotechniker gefunden, der das Feuerwerk praktisch zum Selbstkostenpreis abfeuern werde. „Ein echter Glücksgriff“, freut sich der Bürgermeister.
Gemeinde sucht Ideenvorschläge
Im 950. Jubiläumsjahr
der Gemeinde gibt es laut Bürgermeister Oliver Simmendinger weiterhin Spielräume für Wünsche und gute Ideen: Entsprechend könne man sich bei der Gemeinde melden und diese mitteilen. Noch besser sei es, wenn man für das Festjahr bei der Umsetzung mithelfen würde, so Simmendinger: Nur gemeinsam könne man dieses herausfordernde Projekt zu aller Zufriedenheit meistern.