Seit 2014 gibt es die Böllerabteilung des Geislinger Schützenvereins. Beim Jahreswechsel 2021/2022 sind ihre Mitglieder die einzigen in der Stadt, die es mit amtlicher Genehmigung knallen lassen.. Foto: Verein

In Geislingen wird der Jahreswechsel 2021/2022 wegen des Verbots von Silvesterfeuerwerk ein stiller sein. Mit einer Ausnahme: Die Böllergruppe des Schützenvereins darf auch 2021 ganz offiziell mit Salutschüssen verabschieden.

Geislingen - Der Bundesrat hat am 21. Dezember einer Verordnung zugestimmt, die auch 2021 den Verkauf von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 verbietet, die von Personen gezündet werden dürfen, die nicht entsprechend ausgebildet sind, also keine "sprengstoffrechtliche Erlaubnis" haben. Wer noch Raketen und Knaller daheim hat, die er schon 2019 kaufte, ist fein raus.

Seit 2014 wird im Schützenverein geböllert

Und auch die Böllergruppe des Schützenvereins Geislingen kann ihre – wenngleich noch junge – Tradition zum Jahreswechsel fortsetzen: Ihre Mitglieder haben nicht nur die prinzipielle Erlaubnis, es krachen zu lassen, sondern auch eine Genehmigung von städtischem Ordnungsamt und Landratsamt, dies am 31. Dezember zu tun.

Die Böllerschützen gibt es in Geislingen seit 2014. Beispielsweise bei Vereinsveranstaltungen, dem Stadtfest und dem Jubiläum 700 Jahre Binsdorf haben sie die Handböller schon abgefeuert – erstmals im vergangenen Jahr auch an Silvester beim Schützenhaus.

Silvesterschießen: Wettbewerb erneut abgesagt

Eigentlich sollten damals die Salven anlässlich des Silvesterschießens über den Ort hallen. Doch dieses musste 2020 erstmals in 57 Jahren Vereinsgeschichte wegen der Corona-Schutzbestimmungen abgesagt werden.

Nicht anders ist das in diesem Jahr: Erneut gibt es beim SVG kein Silvesterschießen – Corona lässt das nicht zu. Die Siegerscheibe, die schon für 2020 gespendet worden war, wird folglich ein weiteres Jahr auf ihre Übergabe warten müssen. Nur gut, dass sich in weiser Voraussicht noch gar keine Jahreszahl trägt.

"Damit man hört, dass das alte Jahr zuende ist"

Was aber trotzdem stattfinden soll, ist das Böllerschießen zu Silvester, wie Oberschützenmeister Ottmar Hörter berichtet: "Wir machen das, damit es nicht ganz still bleibt, sondern man hört, dass das alte Jahr zuende ist."

Pyrotechnik sei verboten, "aber wird sind ein Verein, wir dürfen das". Um ganz sicher zu gehen und keinen Geislinger zu erschrecken, haben die Schützen nicht nur die amtlichen Genehmigungen eingeholt, sondern das Böllerschießen auch vorab im Mitteilungsblatt angekündigt.

Fünf Salven in sicherem Abstand

Hörter rechnet damit, dass von den derzeit 27 Mitgliedern der Abteilung zehn bis 15 ans Schützenhaus kommen werden. Dort wollen sie ab 19 Uhr insgesamt fünf Salven abgeben. Geschossen wird in Formation, sowohl gleichzeitig als auch in Reihe, und mit der Kanone von Tobias Pfost als Abschluss

Die geltenden Corona-Regeln einzuhalten fällt den Böllerschützen leicht: Ohnehin müssen sie aus Sicherheitsgründen beim Schießen mindestens zwei Meter Abstand voneinander und 25 Meter von möglichen Zuschauern halten. Und ein Gehörschutz sei auch vorgeschrieben, "damit danach nicht die Ohren tagelang singen".