Um keine Zweifel aufkommen zu lassen, hängen auch in diesem Jahr die Verbotsschilder in der Rottweiler Innenstadt. Foto: Otto

Stadt und Feuerwehr erinnern: Auch auf Privatflächen sind Raketen und Knallerei tabu.

Drei Raketen, dick rot durchgestrichen: Die vertrauten Schilder im Rottweiler Stadtgebiet hängen auch in diesem Jahr kurz vor Silvester. Böllern ist verboten. Das gilt coronabedingt zwar landesweit im öffentlichen Raum – doch in Rottweil greift zudem ein weitergehendes Verbot.

Rottweil - Wer in den Läden derzeit die "Silvester-Ecke" sucht, muss schon genau hinschauen. Nur ein Regal mit Glücksschweinen, Tischfeuerwerk oder Riesen-Wunderkerzen weist auf den Jahreswechsel hin. Das ändert sich auch in den nächsten Tagen nicht: Der Verkauf von Feuerwerkskörpern ist in diesem Jahr landesweit verboten, im öffentlichen Raum darf nicht gezündelt werden.

In der historischen Innenstadt Rottweils geht das Verbot darüber hinaus: Wer noch einige Raketen vom letzten Jahr in petto haben sollte, kann diese auch nicht auf einer privaten Fläche, auf einem Balkon oder im Hinterhof knallen lassen. Auf dieses städtische Verbot weist die Verwaltung jetzt hin.

Zum Schutz der historischen Bausubstanzbereits 2009 reagiert

Nach Bränden in den Altstädten von Tübingen und Villingen-Schwenningen hatte Rottweil im Jahr 2009 als eine der ersten Städte in Baden-Württemberg ein Feuerwerksverbot zum Schutz der historischen Bausubstanz in der Innenstadt erlassen. Mittlerweile haben viele Gemeinden mit historischen Gebäuden nachgezogen. Die Zeiten, in denen Raketen direkt übers Hauptstraßenkreuz hinweg zischten, sind also längst vorbei.

In diesem Jahr wird es auch drumherum ruhig werden. Das Land Baden-Württemberg hat den Verkauf von Feuerwerkskörpern komplett untersagt, um angesichts der Corona-Pandemie die Krankenhäuser in der Silvesternacht nicht zusätzlich durch Verletzte zu belasten.

Zusätzlich zum Verbot des Abbrennens von Feuerwerk im öffentlichen Raum laut Corona-Verordnung gilt in der historischen Innenstadt das städtische Feuerwerksverbot auch auf Privatflächen.

Appell an Bürger: Am bestenganz verzichten

"Die Lage in den Krankenhäusern ist schon jetzt sehr angespannt, wir appellieren daher an alle Bürger, dieses Jahr auf Feuerwerk möglichst ganz zu verzichten", so Ordnungsamtsleiterin Renate Glatthaar und Stadtbrandmeister Frank Müller.

Die Grenze der innerstädtischen Verbotszone verläuft entlang der ehemaligen Stadtbefestigung um den historischen Stadtkern herum. Zur Erinnerung: Ohnehin gesetzlich verboten ist Feuerwerk übrigens seit vielen Jahren im direkten Umfeld von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie von besonders brandgefährdeten Gebäuden.

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