Freuen sich über den Award in Silber (von links): Ullrich Dittler, Roland Wehrle, Vera Jovic-Burger, Ilka Diener, Ingeborg Rüth, Werner Mezger, Thorsten Frei und Jonathan Berggötz. Foto: Strohmeier

Die Jaguar Land Rover Deutschland GmbH, Red Bull Media House Publishing, das Hilton Expoforum St. Petersburg, das Zagreb Tourist Board Croatia und der Narrenschopf Bad Dürrheim haben eine Gemeinsamkeit: Sie alle sind Preisträger der World Media Festival 2021 in Silber. Und darauf ist man im Narrenschopf sehr stolz.

Bad Dürrheim - Alle genannten Preisträger wurden in verschiedenen Unterkategorien der Abteilung "Tourism & Travel" (Tourismus & Reise) ausgezeichnet. Bad Dürrheim trat mit der Webseite des Projekts museum4punkt0 an. Das Projekt ist hinlänglich bekannt, es transportiert die Fastnacht in die virtuelle Welt des Internets und bietet viele zusätzliche Möglichkeiten, das Museum und das dazugehörende Brauchtum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht zu erkunden. In dem Projekt museum4punkt0 ist der Narrenschopf einer der kleinen Partner und beweist doch große Schlagkraft, die internationale Medienmacher überzeugt.

Einen "grandiosen Zwischenschritt" nannte es der CDU-Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei. Da der Gala­abend für die Preisübergabe in Hamburg im Mai nicht stattfinden konnte, wurde er gebeten, die Trophäe offiziell zu überreichen.

Beweis für Professionalität und Hochkultur auf dem Land

Er erinnerte sich daran, als Roland Wehrle, der Präsident der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN) sich für das Projekt Museum4punkt0 bewarb, es sei eine respekteinflößende Aufgabe gewesen Anbetracht der großen Parnter. Aber er sieht den Preis auch als Beweis für die Professionalität und die Hochkultur, die in Deutschland nicht nur in Berlin und den Landeshauptstädten zu Hause sei, sondern auch auf dem Land. Und die Kategorie "Travel und Tourism" passe bestens zu Bad Dürrheim. Seinen Respekt zollte auch Bürgermeister Jonathan Berggötz, der sich wie die Gewinner über die Auszeichnung freut.

Unterdessen nehmen die Macher im Narrenschopf das nächste Projekt in Angriff: die Digitalisierung des Ambraser Tellers. Dieser farbenfrohe Motivteller wurde nach jetzigem Forschungsstand 1528 in Augsburg bemalt und war dort im Eigentum einer Narrengesellschaft. Irgendwann verlieren sich die Spuren und er taucht 1576 wieder auf. Erzherzog Ferdinand II. von Österreich erwarb ihn für seine Frau Philippine, einer reichen Kaufmannstochter aus Augsburg. Ausgestellt war er von Anfang an im Kunst und Wunderkabinett auf Schloss Ambras bei Innsbruck.

Virtueller Teller für das Museum

Der Teller stellt die Narrenmutter mit ihren sieben Söhnen dar – wahrscheinlich stehen diese stellvertretend für die sieben Hauptsünden. Des Weiteren gibt es mehrere Methoden, wie man diese sieben Narrheiten austreiben will, alles mit eher wenig Erfolg. Am Schluss wird der Narrensamen von einem Bauern wieder eingesät und der Kreislauf beginnt neu.

Von diesem Teller nun erhielt das Projektteam 349 Detailaufnahmen, die insgesamt fünf Gigabyte umfassen. Entstehen soll ein virtueller Teller für das digitale Narrenmuseum. In der Mitte die Narrenmutter, die Darstellung der Narrenaustreibung sind drumherum platziert. Am Schluss soll man jede einzeln ansteuern können und Erklärungen dazu bekommen. Für die Aufnahmen bezahlte man rund 500 Euro, im Gegenzug bekommt das Ambrasser Kunst und Wunderkabinett die fertige Animation.