Die Stadt Triberg übernimmt befristet einen Teil der Buskosten für die Grundschüler. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Der Kreis hat das Aus der kostenfreien Beförderung für Grundschüler beschlossen. Der Gemeinderat will Familien entlasten. Bis zum Sommer zahlt die Stadt ein Drittel der Kosten.

Eine gute und eine schlechte Nachricht gab es für Familien von Grundschülern in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats: Die Stadt übernimmt bis zu den Sommerferien ein Drittel der Beförderungskosten. Aber: Das Schulessen in der Mensa wird ab März 2026 teurer.

 

Seit 2016 kostet das Schulessen, das von einer Cateringfirma tiefgekühlt angeliefert und von städtischem Personal im Heißluftofen frisch zubereitet wird, vier Euro. Bis dato sind es etwa 60 Kinder, die das Mittagessen von Montag bis einschließlich Donnerstag in Anspruch nehmen.

Preis von vier Euro „absolut nicht mehr kostendeckend“

Durch eine aktuelle Preissteigerung von 35 Cent je Portion, aber auch durch vorher erfolgte Preissteigerungen könne der Preis nicht mehr gehalten werden. Er sei absolut nicht mehr kostendeckend und müsse daher um 50 Cent angehoben werden, hieß es in der Sitzung.

Zu berücksichtigen seien auch fünf Personen, die in der Essensausgabe oder als Aufsicht beschäftigt seien. Davon könnten zwar drei über das Landesprogramm Ganztagsschule, zwei weitere würden aber von der Stadt bezahlt. Eltern, denen es finanziell nicht möglich sei, die Kosten für das Mittagessen zu bezahlen, könnten die Kosten teilweise oder ganz über das Jobcenter oder das Förderprogramm Bildung und Teilhabe beantragen.

„Wir gehen bei dieser Erhöhung mit“, erklärten dazu alle Fraktionen – wohl auch angesichts der angespannten Haushaltslage. Mike Mauscherning (SPD) sah allerdings die Gefahr, dass dadurch gerade die Kinder kein Essen bekämen, die es von ihrer familiären Situation her am Nötigsten hätten. Man sollte daher unbedingt prüfen, ob Kinder dem Mittagsband fernbleiben. Klaus Wangler (CDU) sah die Notwendigkeit, allerdings fand er es bedauerlich, dass Eltern auf solche Angebote angewiesen seien. Michael Hummel (FWV) signalisierte ebenfalls Zustimmung. Auch er sehe, dass es wohl für einige Kinder der einzige Weg sei, eine warme Mahlzeit zu erhalten.

„Unverhältnismäßige Entscheidung“

Positiv für rund 40 Kinder, vorwiegend aus den Ortsteilen, ist eine zeitlich befristete Maßnahme der Verwaltung gegen das Aus der kostenfreien Beförderung der Grundschüler durch Kreistagsbeschluss. Um die Kosten für die betroffenen Eltern abzumildern, schlug die Verwaltung vor, von den Kosten (45 Euro je Kind) bis zum Beginn der Schulferien ein Drittel zu übernehmen – auch als Kritik am Kreistag über die unverhältnismäßige Entscheidung, die Kostenbeteiligung von 100 Prozent auf Null zu senken.

Zwar bestehe für sozial schwache Familien die Möglichkeit, sich diese Kosten erstatten zu lassen, dazu fehle aber oft die Kenntnis.

Fraktionen loben Vorstoß trotz klammer Kassen

Lob gab es seitens der Fraktionen für diesen Vorstoß: „Wir finden es gut, vielleicht folgen andere Kommunen dieser Kritik“, sagte Klaus Wangler für die CDU. Dem schloss sich Michael Hummel (FWV) an. Mike Mauscherning (SPD) sah es „trotz klammer Kassen“ als gutes Signal. Für die Ortsvorsteher sprach Helmut Finkbeiner (Gremmelsbach) auch im Namen seines Nußbacher Kollegen Heinz Hettich. Zwar sehe man durchaus, dass auch der Landkreis Kostendruck habe, allerdings sei es ein gutes Zeichen der Stadt – seitens des Landkreises richteten sich diese Maßnahmen vor allem gegen den ländlichen Bereich.