Daniel Ingason lässt sich nicht aufhalten – auch nicht durch die "Textilbremse" von Dormagens Ian Hüter. Foto: Kara

Der HBW Balingen-Weilstetten hat auch sein sechstes Saisonspiel in der 2. Handball-Liga gewonnen. Die Fans brauchten aber am Ende gute Nerven.

Am Samstag bezwang der HBW Balingen-Weilstetten in der mit mehr als 1800 Zuschauern gefüllten SparkassenArena den TSV Bayer Dormagen mit 27:24 (16:15). Besonders ein Mann stach hervor.

Jens Bürkle ärgert sich über verworfene Chancen

Seine Mannschaft habe die Partie "unnötig spannend" gemacht, lautete das Fazit von HBW-Trainer Jens Bürkle. Seine Jungs konnten sich nach der 20. Minute auf vier Tore absetzen, den Vorsprung aber nicht mehr ausbauen. Im Gegenteil: Dormagen kämpfte sich zur Pause bis auf einen Treffer heran und ließ nach dem Kabinengang nicht mehr abreißen. "Wir haben ein paar Bälle zu viel liegen gelassen", prangerte Bürkle die nicht über die gesamte Spielzeit konstante Leistung an.

Daniel Ingason trumpft auf

Dabei konnte er im Vergleich zum Sieg über den HC Motor Saporoschje vom vergangenen Montag auf einen Teil seiner arrivierten Spieler zurückgreifen. Jona Schoch, Filip Vistorop und Daniel Thor Ingason bildeten wieder den Rückraum. Während Vistorop seine Verletzungspause noch deutlich anzumerken war, trumpfte Ingason mit acht Toren auf. Schoch erzielte Wirkungstreffer in Zeitnot – und ganz am Ende der Partie, als diese auf des Messers Schneide stand.

Etwas unglücklich agierte Guilherme Linhares de Souza. Der Brasilianer hatte sich am Freitag im Abschlusstraining am Daumen verletzt und konnte den Ball kaum fangen und halten, weshalb er nur sporadisch auf der Platte stand.

Fehlwürfe prägen die Anfangsphase

Das Spiel nahm nur langsam Fahrt auf. Fehlwürfe auf beiden Seiten und eine gute Abwehrarbeit prägten die Anfangsphase. Eine Überzahlsituation in der 18. Minute nutzte Bürkle, um als zweiten Kreisläufer Silas Wagner zu bringen. Die Taktik funktionierte. Kapitän Felix Danner gelang ein lupenreiner Hattrick zum 12:9-Zwischenstand. Wieder in Überzahl bauten Patrick Volz und Ingason den Vorsprung sogar auf 15:11 aus. Zwei Fehlwürfe und eine Zeitstrafe gegen Oddur Gretarsson später waren die Gäste wieder auf 15:14 dran. Volz verwandelte einen Siebenmeter, im Gegenzug netzte Ian Hüter ein, und Volz blieb bei seinem Strafwurf in der letzten Sekunde an der Latte hängen, so dass die Seiten beim Stand von 16:15 gewechselt wurden.

Zähe zweite Halbzeit

Nach dem Kabinengang wurde es noch zäher. Beide Teams kamen regelmäßig in Zeitnot und mussten aus ungünstigen Positionen abschließen. Mit einem Wurf wie ein Strich brachte Schoch in der 43. Minute seine Farben mit 21:20 in Führung. Es dauerte mehr als eine Viertelstunde, ehe er das nächste Feldtor für die Hausherren erzielte. Zwischenzeitlich war nur Gretarsson von der Siebenmeterlinie erfolgreich, wobei er einen Strafwurf erst im Nachfassen verwandelte.

Nach dem 24:24 wird es ein Krimi

Die Crunchtime hatte längst begonnen, als Hüter zum 24:24 ausglich und – ausgerechnet – der starke Ingason auf die Strafbank wanderte. Doch Schoch übernahm in Unterzahl Verantwortung und netzte zweimal ein. In den Schlusssekunden vertändelten die Gäste den Ball, sodass Vistorop ungehindert den 27:24-Endstand herstellte.

Matthias Flohr entäuscht

"Wir haben uns in den letzten drei Minuten nicht clever angestellt", bedauerte Dormagens Coach Matthias Flohr das Ergebnis. Vor allem in der zweiten Halbzeit habe er von seiner Mannschaft eine beeindruckende Abwehrarbeit gesehen, nachdem sie sich kurz vor der Halbzeit ins Spiel zurückgekämpft habe. "Nach der Halbzeit hat sich Dormagen festgebissen", bestätigte Bürkle die Einschätzung seines Freundes und langjährigen Co-Trainers beim HBW. Ausschlaggebend für den Sieg seien das "Riesenspiel von Ingason" und ein paar Akzente in der Schlussphase von Schoch und von Torhüter Simon Sejr gewesen.

HBW Balingen-Weilstetten – TSV Bayer Dormagen 27:24 (16:15)

HBW Balingen-Weilstetten: Sejr (1.-30., 35.-60., 11 P.), Ruminsky (31.-35.); Ingason (8), Danner (4), Schoch (4), Gretarsson (4/3), Strosack (3), Vistorop (2), Volz (2/1), Huber, Linhares, Hildenbrand, Wagner, Pawelka (n.e.), Schüler (n.e.).

TSV Bayer Dormagen: Juzbasic (1.-60., 12 P.), Simonsen (bei einem Siebenmeter); Rehfus (7), Hüter (3), Meuser (3), Reimer (3/1), Reuland (3/1), Grgic (2), Seesing (2), Sterba (1), Karvatski, Senden, Schmidt, Steinhaus, Zurga.

Zeitstrafen: Danner, Gretarsson, Ingason, Schoch – Meuser (2), Hüter, Senden.

Nächstes Spiel: HSG Wetzlar - HBW Balingen-Weilstetten, Mittwoch, 19. Oktober, 19.30 Uhr, Sporthalle Dutenhofen, DHB-Pokal.