Im Vorfeld des Topspiels gegen den TV Hüttenberg zieht der Kapitän des HBW Balingen-Weilstetten eine Zwischenbilanz. Und verrät ein Geheimnis.
Mit sechs Siegen in Serie haben sich die Handballer des HBW Balingen-Weilstetten in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga festgesetzt.
Im Achtelfinale des DHB-Pokals schied der HBW, nach großem Kampf, zwar gegen den Rekord-Pokalsieger und Titelverteidiger THW Kiel aus, doch der guten Stimmung innerhalb der Mannschaft tat dies keinen Abbruch, wie HBW-Kapitän Tobias Heinzelmann vor der Partie gegen Hüttenberg (Sonntag, 17 Uhr) im Gespräch mit unserer Redaktion verrät.
Herr Heinzelmann, der HBW Balingen-Weilstetten spielt bisher eine starke Meisterschafts-Saison und liegt aktuell auf dem zweiten Tabellenplatz. Wie fällt Ihr Zwischenfazit nach elf Spieltagen aus?
Das fällt ganz gut aus. Nach dem erneuten Umbruch im Sommer haben wir uns ganz gut gefunden und sind auf einem richtig guten Weg. Man sieht, dass die Mentalität einfach stimmt. Wir gehen jedes Spiel sehr konzentriert und fokussiert an, denn egal wie der Gegner heißt, die 2. Liga ist sehr ausgeglichen und man muss immer sein komplettes Leistungspotenzial abrufen, um am Ende Punkte mitzunehmen.
Erstaunlich schneller Umbruch
Gibt es etwas, das Sie besonders überrascht hat?
Bei einem Umbruch dauert es eigentlich immer eine gewisse Zeit, bis die Absprachen und Abläufe stimmen. Vor zwei Jahren hatten wir einen ähnlich großen Umbruch, und ich habe nun das Gefühl, dass das deutlich besser und schneller geklappt hat, was sehr positiv ist.
Der HBW gilt als schwer zu schlagen, vor allem daheim in der „Hölle Süd“. Wie wichtig ist dieser Heimvorteil?
Natürlich sehr wichtig. Der Begriff „Hölle Süd“ hat sich die Jahre über entwickelt und ist jetzt gerade auch wieder sehr präsent, weil es gerade einfach auch wieder passt, was die Fans und die Mentalität der Truppe auf der Platte angeht.
Gegen den THW Kiel agierten Sie im Achtelfinale des DHB-Pokals mit Ihrem Team lange Zeit auf Augenhöhe. Mit etwas Abstand betrachtet: Wie sehr trauern Sie dem Ausscheiden und dem Wissen nach, dass es nächstes Jahr nicht noch mal nach Köln geht, und was nehmen Sie für die restliche Saison aus dem Spiel mit?
Sicher waren wir alle traurig, dass wir ausgeschieden sind, vor allem diejenigen, die diese sehr schöne Erfahrung in Köln im vergangenen April bereits gemacht haben. Hinzu kommt, dass man als Sportler immer gewinnen will. Trotzdem hat es uns gezeigt, dass wir auch großen Gegnern Paroli bieten können, wenn wir so Handball spielen und die entsprechende Mentalität auf die Platte bringen.
Der Kapitän geht voran
Sie sind Kapitän einer Mannschaft, die als leidenschaftlich gilt. Was bedeutet gute Führung im Handball für Sie, und wie versuchen Sie, dies umzusetzen?
Als Kapitän in einer Mannschaft geht man voran und lebt das vor, was man von anderen fordert. Das ist für mich der größte Punkt, gerade auch was die Emotionalität und Leidenschaft angeht. Zudem sollte man einfach kommunikativ sein und sich dabei nicht verstellen, sondern seinen eigenen Stil haben. Hinzu kommt, dass man besonders organisatorische Dinge so viel wie möglich im Vorfeld planen sollte, damit es oftmals gar nicht zu Problemen kommt.
Welche Ziele haben Sie noch – mit dem HBW und für sich persönlich?
Ich würde noch mal sehr gerne in der ersten Liga spielen und das natürlich am liebsten mit dem HBW.
Zum Schluss: Gibt es etwas, das die Fans über Sie wahrscheinlich nicht wissen?
(schmunzelt) Das ist gar nicht so einfach, weil vieles bereits in irgendeiner Art und Weise bereits mal geschrieben oder kommuniziert wurde. Was viele vielleicht aber nicht wissen, ist, dass ich manchmal auch schon etwas zurückhaltender sein kann.