Die TSG Balingen schlägt in ihrem ersten Testspiel die von Nico Willig trainierte U19 des VfB. Der Stuttgarter Nachwuchs war lange überlegen, ehe eine kontroverse rote Karte folgte.
46 von 60 Minuten waren auf dem sonnengefluteten Kunstrasen der YB Reutlingen gespielt, als VfB-Verteidiger Elijah Scott kurz nach der Mittellinie TSG-Rückkehrer Simon Klostermann foulte. Von der Schiedsrichterin gab es die rote Karte, es folgten einige Diskussionen auf dem Platz. So versuchten beide Teams und Trainer auf die Unparteiische einzuwirken, diese blieb aber bei ihrer Entscheidung.
Nico Willig sagte gegenüber unserer Redaktion: „Die Karte ist vertretbar, man hätte es vielleicht diplomatischer lösen können. Es gab neulich bei einem VfB-Testspiel eine ähnliche Aktion, da wollte sie aber nicht drauf hinaus.“ Murat Isik erläuterte: „Ich verstehe beide Seiten. Ein Foul als letzter Mann ist rot, wir wollten aber schlichten.“
VfB besser im Spiel
Die Szene steht gewissermaßen auch sinnbildlich für den Spielverlauf bis zu diesem Zeitpunkt. Scott, der nun voraussichtlich den Bundesliga-Auftakt gegen Mönchengladbach verpassen wird, war der beste Mann auf dem Platz und hatte Klostermann vollends im Griff. Auch sonst war der VfB-Nachwuchs griffiger, schneller und sicherer im Passspiel. Der TSG war die Belastung der ersten vier intensiven Einheiten in dieser Woche anzumerken. „Wir waren nicht frisch und sind im Pressing oft einen Schritt zu spät gekommen. Mir hat aber gut gefallen, dass wir viele intensive Läufe angezogen haben“, so Isik.
Der VfB war nach zehn Minuten durch Salvatore Mule in Führung gegangen. Der Flügelspieler, der noch für die U17 spielen dürfte, war in der 1. Halbzeit an fast allen Offensivaktionen beteiligt. Nach einem Ballverlust von Marko Pilic donnerte er den Ball per Linksschuss unter die Latte. Die Balinger, bei denen alle drei Neuzugänge in der Startelf standen, kamen lange Zeit zu keinen nennenswerten Chancen.
Klostermann trifft zum 1:1
Die Willig-Elf, um die sehr ballsicheren Mittelfeldspieler Lauri Penna und Efe Korkut, Sohn von Ex-Trainer Tayfun Korkut, dominierten das Spielgeschehen – allerdings nur bis zum Platzverweis. Ivo Colic traf nach 55 Minuten per Distanzschuss die Latte, steckte aber eine Minute später auf Klostermann durch, der das 1:1 erzielte. Beide Akteure hatten in der Schlussminute noch eine Gelegenheit, das Spiel zu entscheiden.
Es ging ins Elfmeterschießen: Während Pedro Almeida Morais an VfB-Keeper Florian Hellstern scheiterte, verwandelten Colic, Klostermann, Fritschi und Moutassime souverän. Auf Stuttgarter-Seite scheiterte Dorian Migalic und Matheos Tsigkas am Aluminium – die TSG zog damit ins Finale ein.
Nico Willig resümierte: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren sehr spielfreudig und haben Balingen nicht zur Entfaltung kommen lassen. Das habe ich gar nicht so gut erwartet, ich schätze den Balinger Fußball sehr.“
Im Finale gegen die gastgebenden Young Boys, welche zuvor Croatia Reutlingen 5:1 besiegten, standen elf andere TSG-Spieler auf dem Platz. Kike erzielte am Ende das goldene Tor, die Isik-Elf behielt mit 1:0 die Oberhand und testet nun kommenden Samstag bei der SG Empfingen.